Htmldate 0.6.2
Zeitstempel von Webseiten ermitteln
Quelle: https://github.com/adbar/htmldate
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Goos, Date Guesser
Wann wurde eine Webseite veröffentlicht oder zuletzt aktualisiert? Antwort gibt in aller Regel ein Zeitstempel im HTML-Code. Wer diese Informationen regelmäßig für mehrere Webauftritte ermitteln muss, kann zu einem Helfer wie Htmldate greifen. Das Python-Skript ermittelt originale und aktualisierte Zeitangaben in HTML-Dateien. Es arbeitet wahlweise als Kommandozeilenwerkzeug oder als Python-Modul in Skripten. Voraussetzung für den Einsatz ist Python 3.4 oder neuer.
Auf der Konsole steuern Aufrufparameter das Verhalten von Htmldate. Wer eine einzige Webseite prüfen möchte, gibt diese hinter »-u« an; das Ergebnis landet auf der Standardausgabe. Zum Überprüfen mehrerer Seiten notiert der Anwender diese in einer Textdatei, wobei jede Zeile genau eine Webadresse enthält. Dann gibt er die Liste der URLs hinter »-i« an. Soll das Tool das Entstehungsdatum anstelle des letzten Updates herausfinden, setzt der Benutzer den Schalter »–original« ein.
Htmldate verwendet zur Recherche heuristische Techniken, um alle verfügbaren Datumseinträge zu ermitteln und den aktuellsten auszugeben. Das nimmt einige Zeit in Anspruch. Mit dem Parameter »-f« lässt sich stattdessen eine Schnellsuche vornehmen. Die höhere Geschwindigkeit hat allerdings ihren Preis: Das Tool bereinigt die Seite und sucht nur nach präzisen Datumsformaten. Mehr Auskunft gibt »-v«, das in den Debugging-Modus wechselt.
Die Dokumentation ist ausführlich und enthält zahlreiche Beispiele. Auch auf dem Testrechner überzeugte das Tool; ein Blick auf Htmldate lohnt sich.
Naming 0.0.1
Viele Dateien schnell umbenennen
Quelle: https://github.com/isdzulqor/naming
Lizenz: MIT
Alternativen: Rename, Mv
Um ein einheitliches Namenskonzept in die eigenen Dateien und Verzeichnisse zu bringen, können Anwender ohne Skripting-Künste zum praktischen Tool Naming greifen. Das in Go implementierte Werkzeug ist noch sehr jung und in keiner Distribution enthalten. Die Github-Seite stellt Pakete für gängige Betriebssysteme bereit.
Der Benutzer steuert das Tool über Aufrufparameter, eine Konfigurationsdatei gibt es nicht. Auch eine Manpage fehlt, aber »-h« blendet eine einfache Online-Hilfe ein. Alle Dateien und Verzeichnisse im aktuellen Ordner zeigt der Schalter »-listAll«. Zum reinen Verarbeiten von Dateien dient »-fileOnly«, »-folderOnly« kümmert sich ausschließlich um Verzeichnisse. Wer nicht im aktuellen Arbeitsverzeichnis werkeln möchte, gibt hinter »-path« einen Ordner vor. Über »-ignore«, gefolgt von einem oder mehreren Mustern, schließen Nutzer bestimmte Objekte aus.
In welcher Art und Weise Naming die Umbenennung vornimmt, steuert »-formula«. Ein Beispiel für die danach folgende Zeichenkette gibt die Online-Hilfe. In der Voreinstellung quittiert das Tool bei Verarbeitungsfehlern den Dienst. Mit »-skipError« ignoriert es Unstimmigkeiten und setzt den Lauf fort. Interessant ist die Möglichkeit, fortlaufende Nummern in die neuen Namen zu integrieren. In der Voreinstellung nutzt es vierstellige Zahlen und zählt dabei ab 1.
Das noch recht neue Naming erledigt, was es verspricht. Abzüge gibt es lediglich für die spartanische Dokumentation und einige falsch geschriebene Optionen auf der Projektseite.
Statping 0.90.36
Schlanke Monitoring-Lösung
Quelle: https://github.com/statping/statping
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Cachet, Statuspal.io
Ist ein System online oder ein Dienst erreichbar? Komplexe Monitoring-Lösungen wie Nagios oder Icinga geben zwar Antworten auf diese Fragen, sind aber oft ressourcenhungrig oder schwierig zu konfigurieren. Um einfach nur Systeme zu überwachen und die Ergebnisse in einem übersichtlichen Dashboard zu betrachten, eignet sich Statping genauso gut. Die Projektseite stellt Binärpakete des Go-Tools für alle wichtigen Betriebssysteme und Plattformen bereit.
Ohne Parameter aufgerufen wartet Statping auf Port 8080 an allen Schnittstellen auf eingehende Verbindungen. Beim ersten Zugriff leitet das Tool den Anwender zum Setup um. Neben den Zugangsdaten für den administrativen Benutzer legen der Nutzer hier den Namen des Dashboards sowie die verwendete Datenbank fest. Statping speichert seine Ergebnisse in einer SQLite-Datenbank; alternativ arbeitet es mit MySQL oder PostgreSQL zusammen.
Das Dashboard bietet bereit fertig eingerichtete Checks für Github, Google und DNS Google. Über »Services« richten Nutzer das Monitoring weiterer Seiten ein. Statping spricht HTTP, TCP, UDP und ICMP. Bei Problemen benachrichtigt das Tool den Admin. Unter »Settings« lassen sich Alerts via E-Mail, Telegram, Discord, Pushover und Slack konfigurieren. Praktisch: Unter »Announcements« trägt der Anwender Zeitfenster zu Wartung ein, in denen Systeme oder Dienste sich nicht erreichen lassen.
Das clevere und flexible Statping gefällt durch übersichtliche Graphen.
Min IO RELEASE.2020-05-01T22-19-14Z
Object Storage für den eigenen Server
Quelle: https://github.com/minio/minio
Lizenz: Apache License 2.0
Alternativen: keine
Wer Daten lieber abseits von Amazon und Co. hosten, aber nicht auf eine S3-Schnittstelle verzichten möchte, der sollte einen Blick auf das in Go implementierte Min IO werfen. Der Fokus der Entwickler liegt auf Geschwindigkeit. Beim Implementieren der dazugehörigen API haben sie auf Kompatibilität zu Amazons S3 geachtet. Die Github-Seite hält neben dem Quellcode Binaries für Linux, FreeBSD, MacOS und Windows bereit. Auch eine Anleitung zur Inbetriebnahme eines Docker-Containers fehlt nicht.
Min IO ist sofort einsatzbereit. Über »-h« gibt es eine kurze Online-Hilfe. Der Anwender startet den Dateiserver über den Aufruf »minio server«, gefolgt vom Verzeichnis, das er online bereitstellen möchte. Min IO bietet dieses dann inklusive aller enthaltenen Dateien und Unterverzeichnisse an. Für den Zugriff setzt der Benutzer außerdem die Umgebungsvariablen »MINIO_ACCESS_KEY« und »MINIO_SECRET_KEY«, die zur Authentifizierung für den späteren Zugriff via Browser oder Kommandozeilen-Client dienen. In der Voreinstellung wartet Min IO auf allen Schnittstellen an Port 9000 auf eingehende Verbindungen.
Laden Anwender Dateien über die Browser-Schnittstelle hoch, dann speichert das Tool eine Kopie der Daten in jedem Mount-Point. Min IO arbeitet auch mit anderen Cloud-Lösungen zusammen. Um externe Daten in den eigenen Server einzubinden, startet man das Tool mit dem Parameter »gateway«. In der aktuellen Version unterstützt es Microsoft Azure, Google Cloud Storage, Hadoop DFS, Amazon S3 und Backblaze B2.
Min IO ist eine interessante Alternative zu Produkten kommerzieller Anbieter und stellt mit geringem Aufwand einen eigenen Dateiserver bereit.
MC RELEASE.2020-04-25T00-43-23Z
Kommandozeilenclient für Min IO
Quelle: https://github.com/minio/mc
Lizenz: Apache License 2.0
Alternativen: GNU-Tools
Der kompakte Min-IO-Client MC vereint einige der wichtigsten Shell-Befehle in einem einzigen Tool. Zwar wurde MC ursprünglich als administratives Werkzeug für die Cloud-Storage-Lösung Min IO entwickelt wurde, doch es macht auch ohne die Server-Komponente eine gute Figur. Die Entwickler liefern fertige Pakete der in Go implementierten Werkzeugsammlung für die meisten 64-Bit-Betriebssysteme aus.
Hinter dem Befehl »mc« folgen die Unterkommandos, wobei jedes davon über zusätzliche sogenannte Flags verfügt. Neben Befehlen zur Min-IO-Administration, wie etwa »mb«, »rb«, »share« und »policy«, stellt MC typische Unix-Kommandos wie »ls«, »cp«, »cat«, »head«, »find«, »tree«, »du«, »diff« und »rm« bereit. Man kann sie sowohl auf dem Min-IO-Dienst als auch auf dem lokalen Dateisystem einsetzen.
Über »config« hinterlegt der Benutzer Zugriffseinstellungen für verschiedene Cloud-Systeme. Jede Konfiguration trägt einen individuellen Namen, über den sie sich später erreichen lässt. Die Daten landen in der Datei »~/.mc/config.json«. Im selben Ordner liegen die Shares- und Session-Informationen des Anwenders. Zur Administration des Min-IO-Servers dient »admin«. Mit diesem Unterbefehl erhalten Anwender Informationen zum Status und verwalten Benutzer und Gruppen.
MC überzeugt, selbst auf Systemen mit wenig Ressourcen. Das Handbuch weist ein paar Lücken auf – Versuch macht klug. (Uwe**Vollbracht/hej)











