Aus Linux-Magazin 05/2020

Im Test: Moderne Plattenspeicher als universelle Server für kleine Firmen

© Klaikungwon Sudsawat, 123RF

Ohne IT kommt heute keine Firma aus, ohne eigene IT-Abteilung aber schon. Viele kleinere Betriebe brauchen Lösungen, die auch ein Teilzeit-Admin beherrschen kann. NAS-Systeme bieten da eine Möglichkeit.

Moderne NAS-Systeme sind viel mehr als reine Speicherlösungen. Selbstredend erfüllen Sie auch den ursprüngliche Zweck und agieren als von überall erreichbare Fileserver (“Cloud”), die auch Filesysteme synchronisieren können und gegen Festplattenausfälle geschützt sind.

Sie bieten heute außerdem alle eine Auswahl an Apps, die sich mit wenigen Klicks installieren sowie einfach über eine GUI administrieren lassen und viele Anwendungen abdecken. Das reicht von Infrastrukturdiensten wie DHCP-oder DNS-Server über Middleware-Komponenten wie Datenbanken bis hin zur kompletten Firmenverwaltung. Daneben finden sich Anwendungen für viele weitere Zwecke: Kundenverwaltung, Webshops, E-Mail, Backup, Wikis, Software für Überwachungskameras, Tools für Programmierer, Streaming. Manche Geräte lassen sich auch als Speicher in Virtualisierungslösungen einsetzen und fungieren auf Wunsch sogar selbst als Virtualisierungshost.

Dieser Artikel nimmt drei Kandidaten mit Einstiegspreisen um die 500 Euro (ohne Datenträger) unter die Lupe, die auch für den Einsatz in einer kleinen Firma oder einem Startup taugen. Die Geräte stammen von QNAP [1], Synology [2] und Western Digital [3]. Die Basisdaten der Systeme führt Tabelle 1 auf.

Tabelle 1
Grunddaten der Testgeräte

WD**PR4100

Synology**DS1816+

QNAP**TS-453Be

Hersteller

Western Digital

Synology

QNAP

Abmessungen (B x H x T)

170 x 192 x 232 mm

282 x 166 x 243 mm

177 x 235 x 180 mm

Betriebssystem

MyCloud OS 2.30.183

DSM 6.2.2 Update 4

QTS 4.4.1

CPU

Intel Pentium N3710 Quad-Core

Intel Atom C3538 Quad-Core

Intel Celeron J3455 Quad-Core

RAM

4 GByte

4 GByte

2 GByte

Festplatten

Disk-Slots

4

6

4

Plattenkapazität (max. brutto)

40 TByte

96 TByte

64 TByte

Disks im Test

WD Red WD40EFRX (4 TByte SATA)

Seagate Ironwolf (10 TByte SATA)

WD Red WD40EFRX (4 Byte SATA)

Schnittstellen

LAN-Interfaces

2

4

2

USB-Interfaces

3

3

5

HDMI-Interfaces

nein

nein

2

eSATA-Interfaces

nein

2

nein

PCIe-Steckplatz

nein

ja

ja

Sonstiges

Display

ja

nein

nein

Netzteile

2

1

1

Straßenpreis (leer – max. bestückt)

500 – 1950 Euro

850 – 4350 Euro

460 – 1500 Euro

Die vier bis sechs Festplatten-Slots der getesteten Systeme lassen sich mit gängigen 3,5-Zoll-HDDs bestücken. Allerdings gibt es auch speziell für den Einsatz in NAS-Systemen optimierte Platten wie die WD-Red-Serie von Western Digital. Sie sind nicht ganz so zuverlässig wie Server-Platten, aber auch nicht so teuer, und eignen sich im Gegensatz zu Desktop-Platten für den Betrieb rund um die Uhr.

In den Geräten von Synology und QNAP können auch SSDs als Cache zum Einsatz kommen. Über Gigabit-Ethernet verfügen alle Kandidaten; das Synology-NAS und das NAS von QNAP lassen sich zudem dank eines internen PCIe-Steckplatzes mit einem 10-GbE-Interface ausstatten.

Die grundlegenden Einstellungen für Benutzer und Gruppen gleichen sich weitgehend (Tabelle 2). Lediglich das Gerät von Western Digital lässt keine LDAP-Integration zu. Das Ändern des eigenen Passworts durch den Benutzer erlaubt nur das NAS von Synology. Ansonsten kann der Admin überall die üblichen Schreib- und Leserechte auf Volume-Ebene vergeben und Volumes auch ganz vor bestimmten Benutzern verstecken.

Tabelle 2
Benutzer und Gruppen

WD**PR4100

Synology**DS1816+

QNAP**TS-453Be

Benutzer

ja

ja

ja

Gruppen

ja

ja

ja

Active-Directory-Integration

ja

ja

ja

LDAP-Integration

nein

ja

ja

LDAP-Server

nein

ja

ja

Regeln für Passwortstärke

nein

ja

ja

Regeln für Passwortablauf

nein

ja

ja

Passwort rücksetzen durch User

nein

ja

nein

Zwei-Faktor-Authentifizierung

nein

ja

nein

Home-Verzeichnisse für Benutzer

nein

ja

ja

Auch die Netzwerkkonfigurationen ähneln sich stark (Tabelle 3). Die Geräte von Synology und QNAP lassen sich, wie schon erwähnt, optional mit einem 10-GBit-Interface bestücken. Alle Kandidaten können aber mehrere Gigabit-Schnittstellen zugunsten der Performance oder Ausfallsicherheit zusammenschalten. Sämtliche Geräte konfigurieren ihre Schnittstellen bei Bedarf automatisch über DHCP.

Alle drei Probanden beherrschen die grundlegenden RAID-Level, aber nur Synology lässt dem User freie Hand bei der Wahl des Dateisystems. Entscheidet er sich für Btrfs, kann er beispielsweise dessen Snapshots nutzen.

Alle Systeme sind in der Lage, den Zugriff über die gängigen Protokolle CIFS/SMB, NFS, AFP, FTP und SSH abzuwickeln. Ebenso können alle iSCSI-Volumes exportieren, die ein Client als Block-Device einhängen kann. Ausschließlich bei Synology kann der Anwender auf Wunsch NFS auch in der sichereren Version 4 konfigurieren.

Tabelle 3
Netzwerk- und Speicherkonfiguration

WD**PR4100

Synology**DS1816+

QNAP**TS-453Be

10 GbE

nein

optional

optional

IP-Adresse

statisch oder DHCP

statisch oder DHCP

statisch oder DHCP

Standard-Gateway

statisch oder DHCP

statisch oder DHCP

statisch oder DHCP

IPv6

ja

ja

ja

Filter (Firewall)

nein

ja

ja

Teaming/Bonding/Link Aggregation

ja

ja

ja

PPPoE

nein

ja

nein

DDNS-Integration

ja

ja

ja

VPN-Server

nein

ja

ja

Speicherkonfiguration

RAID-Level

0, 1, 5, 10, JBOD

0, 1, 5, 6, 10, JBOD

0, 1, 5, 6, 10, JBOD

Filesysteme

Ext4

Ext4 / Btrfs

Ext4

verschlüsselte Volumes

nein

ja

ja

Größere Unterschiede finden sich hinsichtlich der in den jeweiligen Stores angebotenen Apps (Tabelle 4). Hier führt Synology nach Anzahl, QNAP hält recht gut mit. Weniger umfangreich fällt das Angebot bei Western Digital aus: Dort fehlen gerade die Apps, die besonders professionelle Anwender interessieren könnten.

Tabelle 4
Verfügbare Apps: Beispiele

WD**PR4100

Synology**DS1816+

QNAP**TS-453Be

Apps im App-Store

20

58 plus rund 70 von Drittanbietern

113

Authentifizierung (OAuth, Radius)

nein

ja

ja

Backup

ja

ja

ja

Bittorrent

ja

ja

ja

CMS

ja

ja

ja

CRM

nein

ja

ja

Datenbank

nein

ja

ja

Container-Host

nein

ja

ja

Dropbox

ja

ja

nein

ERP

nein

ja

ja

Fileserver

ja

ja

ja

Foren

ja

ja

ja

Java

nein

ja

nein

Kalender

nein

ja

ja

Kameraaufzeichnung

ja

ja

ja

LDAP-Server

nein

ja

ja

Mailserver

nein

ja

nein

Medienserver/Streaming

ja

ja

ja

Shop-Software

nein

ja

nein

Suchfunktion

ja

ja

ja

Virenscanner

ja

ja

ja

Virtual Machine Manager

nein

ja

ja

Webserver

nein

ja

ja

WD PR4100

Ein Alleinstellungsmerkmal fällt beim PR4100 von Western Digital schon beim Anstöpseln ins Auge: das redundante Netzteil. Dieses Feature, das sonst keiner der getesteten Mitbewerber zu bieten hat, hilft nicht nur bei einem Netzteildefekt. Verbindet man die Netzteile mit getrennten Stromkreisen, schützt diese Schaltung auch gegen Stromausfall, etwa durch eine ausgelöste Sicherung. Daneben hat das Gerät als einziges in unserem Test auch ein kleines Display, auf dem sich unter anderem die zugewiesene IP-Adresse ablesen lässt. Abbildung 1 zeigt den Startbildschirm.

<a href="#artRef-f1">Abbildung 1</a>: Mit diesem Bildschirm empf&auml;ngt das NAS von Western Digital den Anwender.

Abbildung 1: Mit diesem Bildschirm empfängt das NAS von Western Digital den Anwender.

Ansonsten präsentiert das PR4100 eine solide Ausstattung, wenn auch nicht mit der Flexibilität, die zum Beispiel Synology auffährt. Das betrifft Hard- wie Software: Der Admin findet weniger Netzwerk-Interfaces und weder eine eSATA-Schnittstelle zum Anschluss externer Platten noch einen internen PCIe-Erweiterungssteckplatz.

Das Angebot an Apps ist ausreichend, aber nicht ausladend. Die Medienserver dürften wohl eher Privatanwender interessieren; für professionelle Nutzer sind immerhin WordPress und Joomla verfügbar. Interesse wecken zudem Acronis Backup, der Virenscanner ClamAV, Dropbox, die S3-Anbindung oder Software für eine Dateisystemsynchronisation. Schließlich kann auch der Fernzugriff auf den Speicher von Nutzen sein, der allgemein unter Cloud-Zugriff firmiert. Dass für etliche installierbare Apps in der GUI anstelle einer Beschreibung nur der Blindtext App’s description auftaucht, macht jedoch einen unfertigen Eindruck.

Die Platten werden beim Gerät von Western Digital direkt ins Gehäuse eingesetzt und brauchen keine Rahmen, sodass man völlig ohne Werkzeug auskommt. Bei der Speicherkonfiguration kennt das Gerät keine Datenträger-Pools, sondern erzeugt gleich ein Volume auf der Basis des gewählten RAID-Levels. Die Hot-Spare-Disk heißt hier Reserveplatte. Eine Verschlüsselung der Volumes bietet das Gerät ebenso wenig an wie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, das Einbinden eines externen Authentifizierungsdiensts oder eine LDAP-Integration

Was besonders unangenehm auffällt: Obwohl das PR4100 selbst ein Linux-Derivat mit DEB-Paketformat als Betriebssystem nutzt, ignoriert die Bedienungsanleitung Linux-Anwender mit eiserner Konsequenz: Das Wort Linux kommt nicht einmal vor, alle Schritte für Einrichtung und Betrieb stellt es nur für Windows- oder Mac-Nutzer vor. Freilich verträgt sich das PR4100 auch bestens mit einem Linux-PC oder -Server.

Alles in allem sind Heimanwender wohl die Zielgruppe, zu der der PR4100 am besten passt. Als allgemeiner Medienserver oder lokaler iTunes-Speicher macht das Gerät eine gute Figur, und auch der Zugriff aus der Ferne funktioniert tadellos. Wer professionelle Infrastrukturdienste ausfallsicher betreiben will oder viele Nutzer oder besondere Sicherheitsanforderungen hat, wird nicht ganz so gut bedient.

QNAP TS-453Be

Das NAS von QNAP überrascht gleich bei der Einrichtung mit einem einzigartigen Feature: eine Frauenstimme, die lautstark auf Englisch (oder Chinesisch) Beginn und Ende eines Firmware-Updates und anderer Aktionen verkündet. Das nennt sich Audioalarm. Der Nutzen erscheint begrenzt, denn wer das Update eben angestoßen hat, weiß das auch ohne die klangvolle Erinnerung. Die kann er ohnehin nur dann hören, wenn das NAS direkt am Platz steht und nicht etwa abseits im Server-Raum.

Das Gerät mit vier Slots für Platten hat auch Heimanwendern etwas zu bieten – beispielsweise als einziges Gerät im Test HDMI-Schnittstellen, an die sich direkt ein Display anschließen lässt. Das verwandelt das NAS in ein Heimkino oder ermöglicht es, nach Anstöpseln von Tastatur und Maus den Speicher wie einen PC zu verwenden.

Professionelle Anwender kommen ebenfalls auf ihre Kosten. So sind nicht nur eine ganze Reihe von Infrastrukturdiensten an Bord – darunter LDAP, Radius, Syslog- und SQL-Server – , das NAS kann darüber hinaus als Speicher für die Virtualisierungslösungen VMware vSphere, Microsoft Hyper-V oder Citrix XenServer dienen. Auch der gut sortierte App-Store hält etliche Offerten für professionelle Anwender bereit. Dazu zählen Owncloud, die Backup-Software von Acronis oder Archiware, ERP- und CRM-Programme, WordPress, Joomla und Mediawiki. Hinzu kommen Webserver und Programmiersprachen wie Perl, Python, Ruby oder Tomcat als Server für Webcontainer.

Die Speicherkonfiguration folgt dem üblichen Schichtenaufbau: Zunächst muss der Admin aus den verfügbaren Datenträgern einen oder mehrere Storage-Pools bilden. Dabei kann dem Pool auch eine Hot-Spare-Platte zugeordnet sein. Innerhalb des Pools lassen sich dann Volumes (RAID 0, 1, 5, 6 oder 10) sowie wahlweise blockbasierte LUNs für iSCSI anlegen (Abbildung 2). File-basierte iSCSI-LUNs wären ebenfalls möglich. Innerhalb der Volumes legt der Admin schließlich Verzeichnisse an, die er freigeben kann.

<a href="#artRef-f2">Abbildung 2</a>: Diese Seite erm&ouml;glicht das Einrichten von Volumes f&uuml;r das QNAP TS-453Be.

Abbildung 2: Diese Seite ermöglicht das Einrichten von Volumes für das QNAP TS-453Be.

Neben Festplatten lassen sich auch SSDs als Datenträger verwenden. Sogar ein Tiering ist möglich, das automatisch häufig gebrauchte Daten auf schnellen Medien ablegt und selten verwendete auf langsameren. Das TS-453Be von QNAP lässt sich mit Erweiterungsgehäusen auf bis zu 12 Platten ausbauen.

Synology DS1816+

Als Platzhirsch geriert sich das DS1816+ von Synology. Nicht unbedingt das günstigste, wartet es dafür mit den meisten Hardware-Features und der umfangreichsten Software-Ausstattung auf.

In Sachen Hardware sticht für den Einsatz in einer kleinen Firma die Anzahl der LAN- und USB-Interfaces hervor, ebenso die sechs Slots für Festplatten und der PCIe-Steckplatz, der das Aufrüsten mit einem 10-GBit-Netzwerk-Interface ermöglicht. SSDs lassen sich hier auch als Cache konfigurieren, der Daten für Festplatten-Volumes puffert. Das fehlende Display lässt sich verschmerzen, da man den Speicher ohnehin eher aus der Ferne administriert. Das Fehlen einer redundant ausgelegten Stromversorgung macht das Netzteil allerdings zum Single Point of Failure.

Hot-Spares sind pro Speicher-Pool möglich. Bei den Pools selbst kann der Anwender zwischen zwei Modi wählen: Der erste erlaubt nur ein Volume und arbeitet dafür schneller, der zweite bietet mehrere Volumes mit kleinen Abstrichen an der Performance. Das DS1816+ ist der einzige Proband in unserem Test, der bei der anschließenden Volume-Definition eine Wahl des Dateisystems zulässt (Btrfs oder Ext4).

Mit seiner Software sammelt das DS1816+ gleich auf mehreren Ebenen Pluspunkte. So kann es die meisten Apps bieten, sowohl eigene als auch solche von Drittherstellern. Damit offeriert es viele nützliche Optionen, die sich mit wenigen Klicks in Betrieb nehmen lassen. Dazu gehören unter anderem ein komplettes ERP-System, ein Virtualisierungs- und ein Docker-Host, Customer-Relationship-Management- und Content-Management-Systeme (CRM und CMS), Web-, Mail- und Datenbank-Server, Backup-Server in vielen Spielarten sowie Webshop-Software.

Auch die Features des Betriebssystems lassen kaum Wünsche offen: Neben der Unterstützung für alle relevanten Verbindungsprotokolle überzeugt auch die Möglichkeit, das DS1816+, DNS- oder VPN-Server einzurichten, Volumes zu verschlüsseln, Firewalls zu konfigurieren oder Zwei-Faktor-Authentifizierung zu nutzen.

Der ausführliche Ressourcen-Monitor in der GUI (den in etwas abgespeckter Form aber auch das Gerät von QNAP bietet) sticht ebenfalls hervor. Er stellt die Auslastung von CPU, Speicher, Netzwerk, Datenträgern, Volumes und iSCSI-LUNs in übersichtlichen Charts dar (Abbildung 3).

<a href="#artRef-f3">Abbildung 3</a>: Der Ressourcen-Monitor des Synology DS1816+ stellt die Auslastung von CPU, Speicher, Netzwerk, Datentr&auml;gern, Volumes und iSCSI-LUNs &uuml;bersichtlich dar.

Abbildung 3: Der Ressourcen-Monitor des Synology DS1816+ stellt die Auslastung von CPU, Speicher, Netzwerk, Datenträgern, Volumes und iSCSI-LUNs übersichtlich dar.

Leistung

Zur Leistungsermittlung ließen wir auf allen Testgeräten, die wir zu diesem Zweck mit denselben Platten ausgestattet hatten, den kleinen Benchmark Bonnie++ laufen. Als Ziel diente jeweils ein via NFS gemountetes RAID-5-Volume aus drei Platten mit Ext4-Filesystem. Wir sammelten für jedes Gerät die Ergebnisse von fünf Durchläufen, strichen das beste und schlechteste Resultat und ermittelten aus den verbleibenden drei Werten das arithmetische Mittel. Die Geräte waren über eine Gigabit-Netzwerkverbindung erreichbar, als Host diente ein Lenovo-Laptop mit Intel-Quad-Core-CPU.

Beim Schreib- und Lesedurchsatz ergaben sich keine großen Unterschiede; alle Geräte lieferten um die 100 MByte/s schreibend und lesend (plus/minus 10 Prozent). Hier dürfte eher die Netzwerkanbindung der limitierende Faktor gewesen sein: Die eingesetzten Platten (Western Digital WD40EFRX) sollen laut Herstellerangaben bis zu 217 MByte/s bewältigen können.

Interessanter war da schon der Blick auf die Performance beim Erzeugen, Prüfen und Löschen von Files: Dabei hängt der Durchsatz weniger von der Netzwerkgeschwindigkeit als vielmehr von der CPU-Leistung der NAS-Systeme ab. Hier landeten das Synology DS1816+ und das QNAP TS-453Be Kopf an Kopf, das Western Digital PR4100 war deutlich abgeschlagen (Abbildung 4).

<a href="#artRef-f4">Abbildung 4</a>: Gr&ouml;&szlig;ere Performance-Unterschiede offenbarte der Benchmark-Test beim Anlegen und L&ouml;schen von Files.

Abbildung 4: Größere Performance-Unterschiede offenbarte der Benchmark-Test beim Anlegen und Löschen von Files.

Fazit

Prinzipiell lassen sich alle drei getesteten Geräte in einer kleinen Firma als eine Art universeller Server für das Speichern von Dateien und die Bereitstellung von Diensten nutzen. Beim PR4100 von Western Digital hängt allerdings alles davon ab, ob sich die benötigten Apps auch im Portfolio finden. Bei Synology und QNAP ist das dank des wesentlich größeren Fundus eher wahrscheinlich.

Alle getesteten Geräte kommen mit einer einfach zu handhabenden grafischen Oberfläche daher, die es auch einem Nicht-Informatiker erlauben sollte, das NAS erfolgreich zu konfigurieren. Beim Kandidaten von Western Digital ist das dank eines LC-Displays noch eine Spur einfacher. Auf alle Speicher kann man zudem praktisch von überall zugreifen, auch mit einem Mobilgerät. Damit bieten sie sich außer für den internen Einsatz beispielsweise auch als Ablage für den Außendienstler an.

Die im Testfeld beste Ausstattung kann das Synology DS1816+ vorweisen. Wer eine höhere Netzwerk-Performance braucht, als sich mit einem Gigabit-Interface erreichen lässt, wird hier (aber auch beim Gerät von QNAP) fündig, muss dafür aber auch etwas tiefer in die Tasche greifen. Das QNAP TS-453Be markiert das gehobene Mittelfeld, das dem Klassenprimus dicht auf den Fersen bleibt. Das NAS von Western Digital eignet sich als reine Speicherlösung für kleine Teams ohne Ambitionen auf vielfältige App-Angebote. Auch Heimanwendern kommt es entgegen.

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