Ein Buch versammelt Ansichten namhafter Wissenschaftler der KI-Forschung zu aktuellen Fragestellungen ihres Fachgebietes. Ein zweites hilft bei den ersten Schritten mit der gerade besonders populären Sprache Kotlin.
Der amerikanische Journalist und Sachbuchautor Martin Ford hatte Gelegenheit, mit einer ganzen Reihe bedeutender Wissenschaftler zu sprechen, die sich in der Forschung zu künstlicher Intelligenz einen Namen gemacht haben. Nicht selten bekleiden sie auch einflussreiche Positionen in der Industrie. Zu Fords Gesprächspartnern gehören beispielsweise der emeritierte Informatikprofessor und Google-Vizepräsident Geoffrey Hinton, der Philosoph und Oxford-Professor Nick Bostrom, der Chefwissenschaftler von Facebook, Yann LeCun, die Stanford-Professorin und Chefwissenschaftlerin bei Google, Fei-Fei Li, oder Googles Director of Engineering, Ray Kurzweil. Diese Interviews fasst nun ein Sammelband unter dem Titel “Die Intelligenz der Maschinen” zusammen.
Ford stellt eingangs häufig biografische Fragen und gibt die Stichworte für eine Erläuterung der jeweils eigenen Beiträge des Interviewten. Anschließend wirft er immer wieder ähnliche Fragen auf, was für den Leser reizvoll ist, weil er so die unterschiedlichen Positionen der Befragten vergleichen kann. So werden immer wieder die Möglichkeit einer Superintelligenz, die wirtschaftlichen Risiken der KI etwa durch Arbeitsplatzverlust und damit in Zusammenhang das bedingungslose Grundeinkommen als mögliche Lösung erörtert. Daneben kommt Ford häufig auf das Problem intelligenter Waffen zurück, hinterfragt die Anwendbarkeit des Turing-Tests oder thematisiert den KI-Wettlauf des Westens mit China. Manche Passagen wirken etwas länglich, insbesondere wenn der Fragesteller nur Schlagworte vorgibt. Nicht selten fragt er aber auch kritisch nach und arbeitet Probleme heraus. So finden sich in jedem Interview interessante Passagen, die nicht selten auch neue Blickwinkel auf die KI-Forschung erlauben.
Von besonderem Reiz ist die Bandbreite der Aussagen. So glaubt etwa Googles Chefwissenschaftlerin Fei-Fei Li offenbar nicht an eine bevorstehende existenzielle Gefahr durch eine Superintelligenz. Auf eine solche Frage antwortet sie: “Wir neigen bekanntermaßen dazu, uns an übertriebene Aussagen besser zu erinnern. Als Wissenschaftlerin und Akademikerin neige ich dazu, mich auf Argumente zu konzentrieren, die auf stichhaltigen Beweisen und logischen Schlussfolgerungen aufbauen.” Ray Kurzweil, der Director of Engineering aus demselben Konzern, meint sogar: “Es geht anders als in vielen dystopischen Science-Fiction-Filmen nicht um Menschheit gegen KI. Wir werden vielmehr mit ihr verschmelzen. […] Die Konflikte und Kriege der letzten Jahrtausende wurden stets durch Meinungsverschiedenheiten unter Menschen ausgelöst. Ich glaube, dass Technologie tendenziell zu mehr Eintracht, mehr Frieden und mehr Demokratisierung führt.” Dagegen stammt von Nick Bostrom das bekannte Gedankenexperiment einer KI, die ursprünglich Büroklammern produzieren sollte, dieses Ziel aber dann selbstständig und gegen den Willen des Menschen verabsolutiert und so nach und nach das gesamte Universum in Büroklammern verwandelt. Er sieht klar ein Kontrollproblem. Ein ähnlich breites Antwortspektrum findet sich bei etlichen Fragen. Alles in allem erweist sich “Die Intelligenz der Maschinen” als ein für jeden an KI Interessierten sehr lesenswertes Buch.
Info
Martin Ford: Die Intelligenz der Maschinen
mitp Verlag 2019
530 S., 30 Euro
ISBN: 978-3-7475-0009-5
Kotlin für Einsteiger
Kotlin gilt derzeit als sehr angesagte Programmiersprache. Das liegt zum einen daran, dass sie die auch von Google präferierte Sprache für die Entwicklung von Android-Apps ist, zum anderen daran, dass sich Kotlin in Java-Bytecode übersetzen und damit in der weit verbreiteten Java-VM ausführen lässt. Dazu kommen eine knappe, gut lesbare Syntax und die Möglichkeit, sowohl objektorientiert als auch funktional zu programmieren. An Gründen, sich mit Kotlin zu beschäftigen, mangelt es also nicht.
Dabei will das Buch “Kotlin von Kopf bis Fuß” helfen, das eine Einführung in die Sprache bietet. Die “Kopf-bis-Fuß”-Reihe verfolgt ein spezielles didaktisches Konzept: mehr Bilder, lockerer Stil. Geschichten und Übungen, die auch überraschende und damit besonders einprägsame Blickwinkel bieten, wohldosierte Redundanz oder Fragen zum Lernverständnis sollen ein effektives Aneignen des Stoffs ermöglichen.
Der Inhalt gliedert sich ansonsten in der bewährten und so oder ähnlich vielfach erprobten Weise: Einführung mit Installation der Sprache und einer IDE, Basistypen und Variablen, Funktionen, Klassen und Objekte, Vererbung, abstrakte Klassen und Interfaces, eigene Datentypen als Klassen, Collections, Funktionen höherer Ordnung, Parallelisierung, Debugging, Ausblick auf weitere Themen.
Das Buch ist trotz der Stofffülle unterhaltsam geschrieben und durchweg gut verständlich. Vorkenntnisse in einer anderen Programmiersprache sind sicher nicht von Nachteil, die Autoren setzen sie aber nicht voraus. Das Buch lässt sich Kotlin-Einsteigern rundum empfehlen, allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Wer bereits weiß, dass er mit Kotlin nur Android-Apps programmieren will, der findet alternativ auch Titel, die die Sprache von vornherein in genau diesem Kontext vorstellen.








