Im Kurztest: Sup 0.3.0, Textimg 1.8.2, Slurm 0.4.3, Glances 3.1.1, Anevicon 7.0.2, Dnscap 1.10.2
Sup 0.3.0
Aufgaben auf der Shell verwalten
Quelle: https://github.com/knicklabs/sup
Lizenz: MIT
Alternativen: Taskwarrior, Todo.txt
Vorhang auf für Sup: Der neue Taskmanager für die Shell ist in Go implementiert und benötigt wenig Ressourcen. Im Github-Repository stehen fertige Pakete für alle gängigen Betriebssysteme und Plattformen bereit. Eine einfache Anleitung ist ebenfalls vorhanden, und »-h« blendet eine Befehlsübersicht ein.
Die Konfiguration und die gespeicherten Tasks legt Sup unter »~/.sup« ab. Die Aufgaben landen im Unterverzeichnis »tasks«. Das Tool erzeugt für jedes Datum eine eigene Textdatei im Markdown-Format. Mit »sup add« oder »sup new« erstellen Anwender eine neue Task für den aktuellen Tag. Das Definieren eines anderen Datums ist in dieser frühen Version nicht möglich.
»sup list« zeigt alle Aufgaben des aktuellen Tages und »sup print« auch die Tasks vom Vortag an. Der Befehl »sup copy«, der Gestern- und Heute-Tasks in die Zwischenablage kopiert, funktionierte im Test nicht. Das Kommando »edit« erlaubt nachträgliches Bearbeiten einer Task. In der Voreinstellung nutzt Sup »xdg-open«, um einen Texteditor zu öffnen. Anwender geben mit »sup config –editor« einen anderen Standardeditor vor.
Viele Funktionen hat Sup noch nicht – und die vorhandenen sind mitunter fehlerhaft. Die Tester finden dennoch, dass es sich lohnt, das noch recht junge Projekt im Auge zu behalten.
Textimg 1.8.2
Text in Bilder verwandeln
Quelle: https://github.com/jiro4989/textimg
Lizenz: MIT
Alternativen: Imagemagick, Gimp
Um Texte in Bilder zu konvertieren, ist kein komplexes Programm wie Imagemagick oder Gimp erforderlich – das Konsolentool Textimg reicht vollkommen aus. Das in Go geschriebene Werkzeug wandelt mit nur einem Befehl Geschriebenes in PNG-, JPG- und Gif-Dateien um.
Benutzer geben den Text beim Aufruf an oder schicken ihn über eine Pipe an das Tool. Hinter »-o« steht der Name der Ausgabedatei. Der Schalter »–environments« zeigt eine Übersicht aller unterstützten Umgebungsvariablen und ihren aktuellen Wert an. Textimg kennt Optionen zum Setzen der Vorder- und Hintergrundfarbe (»–foreground« und »–background«), der Schriftgröße (»-F«) und Schriftart (»-f«).
Auch das Erzeugen von Lauftexten gelingt mit dem Tool (»-S«). Soll der Text endlos laufen, ist außerdem »-E« erforderlich. Mit »-l« definieren Nutzer, wie viele Textzeilen Textimg darstellt. Wer nur ein Wort oder eine Zeile animieren möchte, kann das mit »-a« tun. Beispiele für Lauftexte und andere Animationen bietet die Github-Seite.
Gut, dass es unter Github so viele Beispiele gibt – bis animierte Texte gut aussehen, können einige Versuche ins Land gehen. Hat man Textimg einmal durchschaut, macht die Arbeit Spaß und produziert anschauliche Ergebnisse.
Slurm 0.4.3
Datendurchsatz im Auge behalten
Quelle: https://github.com/mattthias/slurm
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Iftop, Nload, Bmon
Slurm ist ein Netzwerkmonitor für mehrere BSD-Varianten, Linux, HP-UX und Solaris. Anwender müssen das in C geschriebene Programm selbst kompilieren und rufen das Tool dann zusammen mit »-i« und dem Namen des Netzwerk-Interface auf.
Das Tool präsentiert den Datendurchsatz der Schnittstelle im Terminal in einer schlichten Ncurses-basierten Oberfläche. Zum Darstellen der Graphen setzt Slurm auf Ascii-Art. Im oberen Bereich ist der Durchsatz zu sehen, unten die durchschnittliche Geschwindigkeit. Das Tool unterteilt die Werte nach eingehendem und ausgehendem Datenfluss und aktualisiert die Anzeige jede Sekunde, was Nutzer mit »-d« verändern.
In der Voreinstellung nimmt Slurm die Werte des Paketzählers der jeweiligen Schnittstelle als Startwert, um die übertragenen Pakete zu ermitteln. Mit dem Parameter »-z« startet das Tool seinen eigenen Counter bei null und übernimmt nicht den Wert des Interface. Anwender können Look & Feel über Themes-Dateien regeln (Schalter »-t«). Im Archiv sind Beispiele enthalten, die als Vorlage dienen können.
Slurm ist übersichtlich, die Bedienung ist ebenfalls komfortabel. Die Tester vermissen lediglich eine Funktion zum Protokollieren.
Glances 3.1.1
Monitoring-Lösung für die Shell
Quelle: https://github.com/nicolargo/glances
Lizenz: LGPLv3
Alternativen: Htop, Nmon
Werkzeuge wie Top, Htop & Co. zeigen eine Liste aller laufenden Prozesse und die aktuelle Systemauslastung an. Glances empfiehlt sich als Alternative mit ein paar zusätzlichen Features. Das Python-Tool benötigt eine aktuelle Python-Version und das Psutils-Modul.
In der Grundausstattung präsentiert Glances die aktuelle CPU-Auslastung durch System und Anwender, den verbrauchten Arbeitsspeicher, den belegten Swap-Bereich, die aktuelle Systemlast und die IP-Adresse des Rechners. Außerdem erfahren Benutzer etwas zu den laufenden Prozessen und den Datendurchsatz der Netzwerkschnittstellen. Für Zusatzinformationen wie Software-Raid-Status oder Temperatur der Festplatten sind Extras wie »hddtemp« und »pymdstat« erforderlich. Die Anzeige im Browser setzt das Modul »bottle« voraus.
Glances kann mit externen Datenbanken oder Suchmaschinen wie Cassandra, Couch DB oder Elasticsearch zusammenarbeiten. Eine Liste der benötigten Python-Module enthält die Github-Seite. Nicht alle Extras sind auf jedem Betriebssystem verfügbar. Zur automatisierten Installation von Glances finden Anwender externe Links im Github-Repository, die auf Chef-, Puppet- und Ansible-Konfigurationen verweisen. Das Tool kann Ergebnisse exportieren und unterstützt dazu die Formate CSV, Json und Graph.
Glances gefällt, und die integrierte Webschnittstelle zeigt alles übersichtlich an. Da sowohl die Zugangskontrolle als auch die Verschlüsselung für den Browserzugriff fehlen, eignet sich das Tool primär für den Einsatz in geschlossenen Netzwerken.
Anevicon 7.0.2
UDP-basierter Lastgenerator
Quelle: https://github.com/Gymmasssorla/anevicon
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Ostinato, Packet Sender
Anevicon ist ein in Rust implementierter UDP-Lastgenerator für die Shell. Anwender finden Pakete im Github-Repository. Da das Tool spezielle Linux-Systemaufrufe nutzt, um die CPU-Last gering zu halten, stellen die Entwickler nur Linux-Ausgaben bereit. Seit Version 7.0.0 sind Administratorrechte erforderlich.
Um Last zu erzeugen, geben Anwender hinter dem Parameter »–endpoints« die Quell- und Zieladresse sowie die zu verwendenden Ports an. Mehrere Endpoints sind beim Aufruf möglich, um gleich eine Reihe von Verbindungen zu testen. Anevicon überträgt im Sekundentakt 1000 Datenpakete von 1 KByte zur Zielseite. Bei jedem Durchlauf verrät das Tool die bisher übertragene Datenmenge und die benötigte Zeit.
Wenn Benutzer es nicht explizit beenden, läuft das Tool 64 Tage lang. Alternativ bestimmt »-d« die Dauer, und »-p« gibt die maximale Anzahl der Pakete vor, nach der Anevicon den Dienst quittiert. Der Schalter »–test-intensity« passt die Menge der Datenpakete an.
Wer als Payload lieber den Inhalt einer Datei oder eine Nachricht übertragen möchte, definiert diese hinter »-f« beziehungsweise »-m«. In der Voreinstellung wartet der Lastgenerator nach dem Start 5 Sekunden, bevor er seine Arbeit aufnimmt, »-w« beeinflusst die Wartezeit. Anevicon unterstützt IP-Spoofing, sodass Nutzer als Quelladresse jede beliebige IP angeben können.
Die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig, und die Entwickler veröffentlichen recht häufig neue Versionen – teilweise mit geänderten Aufrufparametern, was die Tester unglücklich finden.
Dnscap 1.10.2
DNS-Abfragen mitschneiden
Quelle: https://www.dns-oarc.net/tools/dnscap
Lizenz: BSD
Alternativen: Tcpdump, Wireshark
Viele Admins greifen zu Tcpdump oder Wireshark, um den Datenverkehr mitzuschneiden und zu analysieren. Wer sich lediglich für DNS-Abfragen interessiert, kann diese mit verschiedenen Filterregeln extrahieren oder direkt zum Tool Dnscap greifen. Anwender sollten die auf der Projektseite angebotenen Archive verwenden, da die Quellen des Github-Repository Mängel aufweisen.
Benutzer rufen das in C geschriebene Tool mit Rootrechten und mit »-g« auf, um die Ergebnisse in der Shell anzuzeigen. »-w« schreibt sie in eine Datei. Einer von beiden Schaltern ist stets erforderlich, sonst gibt es eine Fehlermeldung. Ein Netzwerkinterface bestimmt »-i«. Wer neben UDP-basierten DNS-Abfragen auch ICMP-Pakete mitschneiden möchte, kann dies mit »-I« festlegen. Die Parameter »-B« und »-E« regeln Start- und Stoppzeiten ganz unabhängig von Schedulern wie Cron.
Um den Mitschnitt auf bestimmte Absender oder Empfänger zu begrenzen, geben Anwender diese hinter »-a« und »-z« an. »-A« und »-Z« schließen Adressen aus. Da Dnscap genau wie Tcpdump und Wireshark das Pcap-Format unterstützt, können Nutzer mit dem Tool auch DNS-Abfragen fertiger Mitschnitte auswerten. Dazu geben sie die Pcap-Datei hinter »-r« an. Auch in diesem Fall müssen sie hinter »-g« oder »-w« das Ausgabemedium definieren.
Dnscap ist ein leistungsfähiges Tool, das auch Mitschnitte im Pcap-Format entgegennimmt und weiterverarbeitet. Eine umfassende Manpage erklärt die Funktionen und enthält auch einige Beispiele.











