Ein Buch führt in die Skriptprogrammierung mit der Bash und ihren Werkzeugen ein, ein anderes stellt Data Studio vor, Googles mächtiges Tool für Datenaufbereitung und Visualisierung.
Nach einer kurzen Einführung, die vor allem klärt, was eine Shell ist, welche es gibt und wie sich die Bash hier einordnet, behandeln die Autoren von “Bash – Einstieg in die Shell-Programmierung” Grundfunktionen der Kommandozeile wie die Verwendung von Optionen, Kommentaren, Ein- und Ausgabeumleitungen oder das Quoting. Weiter geht es mit einer Handvoll häufig gebrauchter Shellkommandos, bevor es dann mit Pipes und Kommandosubstitution schon etwas anspruchsvoller zugeht.
Viele Beispiele illustrieren recht umfangreiche Erklärungen, die aber hin und wieder etwas langweilig sind, etwa wenn sie – wie im Fall von Grep – zig Optionen an immer denselben beiden Textzeilen demonstrieren wollen. Hier wäre ein reales Beispiel wahrscheinlich kurzweiliger und lehrreicher gewesen. Zumal sich dieses Vorgehen wiederholt: So wird etwa auch bei der Erklärung des »sed« nicht recht deutlich, welches praktische Problem dies mächtige Tool löst, weil die Autoren hauptsächlich mehr oder weniger sinnfreien Zeichentausch vorführen.
Daneben stellen sie dem Leser häufig Fragen und bieten kleine Übungsaufgaben an – allerdings immer ohne nähere Hinweise auf die korrekte Lösung. Wer an dieser Stelle durch einen Fehler nicht schlau wird, der bleibt ratlos zurück. Hilfreich sind dagegen die zahlreichen Querverweise im Text.
Erst das fünfte Kapitel steigt dann wirklich, wie es der Buchtitel verheißt, in die Shellprogrammierung ein. Nun kommen auch die Variablen und Kontrollstrukturen der Bash zur Sprache sowie deren mathematische Fähigkeiten und Vergleichsoperatoren. Ein weiteres Kapitel holt dann nach, was sich bislang nicht unterbringen ließ: Zum Beispiel weitere häufige Shellkommandos, Shellfunktionen und Aliasse oder die Prozess- und Signalbehandlung. Abschließend widmet sich ein ausführlicher Buchteil der Programmierung mit Awk, dem sicherlich stärksten und komplexesten Tool aus der Unix-Werkzeugkiste.
In Summe handelt es sich bei dem vorliegenden Buch um eine ohne Vorkenntnisse leicht verständliche Einführung in die Shellprogrammierung, die eine Empfehlung wert ist.
Handbuch für Analysten
Google Data Studio ist ein Tool für die Datensammlung und ihre Aufbereitung durch Berichte in Form von Dashboards. Es lässt sich mit diversen Google-eigenen Tools wie Analytics, Adwords oder Google-Tabellen kombinieren, kann aber auch aus vielen Datenbanken oder aus Files lesen. In den Umgang mit diesem Werkzeug will das gleichnamige Buch von Sascha Kertzel und Sina Mylluks einführen.
Es startet mit einem kurzen Überblick und ein paar Begriffserklärungen, bevor das zweite Kapitel das Tool anhand eines Beispiels praktisch demonstriert. Die Sprache ist arm an Variationen: Dutzende aufeinanderfolgende Male wird der Leser aufgefordert etwas zu wählen oder zu klicken. Auch weichen die Autoren kaum von der reinen Aufzählung der nötigen Mausaktionen und der Beschreibung der Bildschirminhalte ab und verlieren nur selten ein Wort über Konzept, Sinn und Hintergrund der Schritte. Zudem hätte der trockenen Materie sicherlich eine Prise Humor gut getan, der in Gänze fehlt. All das macht die Lektüre eher anstrengend für den Leser.
Das dritte Kapitel behandelt dann Datenquellen und ihre Einbindung. Es wird für alle vorhandenen Konnektoren gezeigt, wie die jeweiligen Datenquellen zu integrieren sind. Was aber fehlt, ist ein Wort zum Troubleshooting: Was tun, wenn die vorgegebene Schrittfolge nicht zum Erfolg, sondern zu einer Fehlermeldung führt? Wie kommt man dann an hilfreiche Hinweise auf die Ursache?
Kapitel 4 behandelt den Formeleditor, das fünfte Kapitel die Planung und gestalterische Fragen der Datenvirtualisierung. Kapitel 6 beschäftigt sich mit der Anpassung der Berichtskomponenten an eigene Bedürfnisse, das nächste Kapitel mit Community-Konnektoren, die auch Datenquellen verbinden können, für die Google keinen Mechanismus mitliefert. Es folgen Kapitel über das Berechtigungssystem, die Verwaltung von Berichten, oder über Vorlagen.
Alles im allem ein Buch, das Google Data Studio umfassend behandelt und auch zum Nachschlagen taugt. Nur hätte man es sich leserlicher und problemorientierter gewünscht.
Info 1
Patrick Ditchen, Martin Schulte:
Bash – Einstieg in die Shellprogrammierung
mitp Verlag, 2018
215 Seiten, 20 Euro
ISBN: 978-3-95845-555-9








