Ein Buch über die bekannteste und bedeutendste Orchestrierungslösung für Container: Kubernetes. Und eins, dass das Containerformat, das Kubernetes hauptsächlich nutzt, im Detail beschreibt: Docker.
Mit der Orchestrierungslösung Kubernetes gelangte der Hype um Containercluster zum Durchbruch. Heute ist Kubernetes in allen großen Cloudplattformen wie Amazons AWS, Googles Cloud Platform oder Microsofts Azure integriert und überall unverzichtbar, wo Cloud-native Apps in Form von Containern auszurollen sind. Basiswissen über Kubernetes vermittelt jetzt ein gleichnamiges Buch von namhaften amerikanischen Container-Experten.
Der Titel setzt wenig voraus und beginnt mit einer Einführung in die grundlegenden Konzepte von modernen Applikationen, die als Microservices in Containern deployt werden. Es geht um Modularität, das Updaten in Form kompletter Container-Images anstelle partieller Patches und Pakete, die Skalierbakeit, die immanente Hochverfügbarkeit inklusive der Fähigkeit zur Selbstheilung, die Entkopplung der Komponenten durch APIs oder die Effizienz durch belastungsabhängigen Ressourceneinsatz.
Daran schließt sich ein knapper Exkurs über die Welt der Docker-Container an. Der geht auf das Containerformat, den Eigenbau von Containern, die verschiedenen Registries und grundlegende Befehle der Container-Runtime ein. Danach vermitteln die Autoren das Rüstzeug für das Aufsetzen eines Kubernetes-Clusters und demonstrieren die nötigen Schritte für die Clouds von Google, Microsoft und Amazon sowie für einen eigenen kleinen Cluster aus Raspberry Pies. Das folgende Kapitel erklärt dann Basiskommandos für die Steuerung eines solchen Kubernetes-Clusters.
Damit ist das Fundament gelegt, um in das Konzept der Pods einzuführen, also der typischen Gruppen von Containern, die immer auf demselben Host ausgeführt werden und gemeinsam Komponenten einer Applikation beherbergen. Im Anschluss daran geht es um die Möglichkeit, Objekte zu gruppieren und mit Labels und Annotations auszuzeichnen sowie Informationen zwischen Komponenten auszutauschen.
Weitere Kapitel widmen sich dem Service-Discovery, Replica-Sets und den Jobs, die für kurzlebige, einmalige Aufgaben gedacht sind. Zudem behandeln die Autoren die Konfigurationsmöglichkeiten, das Deployment und die Integration von Diensten für dauerhaftes Speichern.
Alle Erklärungen sind gut verständlich und mit vielen Beispielen illustriert. Der vorliegende Titel ist damit alles in allem eine hervorragende und kompakte Einführung in die Containertechnologie auf Grundlage der verbreitetsten Lösung für Automation und Orchestrierung. Es ersetzt die Dokumentation des Projekts nicht, ermöglicht aber einen bequemen Einstieg in die Kubernetes-Welt.
Docker im Detail
Das zweite Buch behandelt die Containertechnologie Docker in allen Einzelheiten. Zwar gibt es auch hier ein Kubernetes-Kapitel, vorrangig stellen die Autoren Öggl und Kofler aber die äquivalenten Docker-Konzepte vor, also den Swarm anstelle des Clusters, die Services und Stacks anstelle der Pods.
Zum Einstieg präsentieren die Autoren ein paar einfache Beispiele zum Nachmachen und Herumprobieren. Es geht um die Installation und erste administrative Kommandos. Anschließend werden Dockerfiles zum Thema, die es ermöglichen, eigene Container zu bauen. Dieser Vorgang lässt sich mit »docker-compose« auch automatisieren, was das nächste Kapitel vorstellt.
Der zweite Teil des Buches stellt einige Container-Images vor, die sich in eigenen Projekten verwenden lassen, darunter die minimale Linux-Distribution Alpine, Webserver (Apache, Ngix), Datenbanken (Maria DB, PostgreSQL, Mongo DB, Redis) Programmiersprachen (Java, PHP, Python, Ruby, Javascript, Swift) sowie Webapplikationen wie WordPress, Joomla und Nextcloud.
Ein dritter Buchteil demonstriert den Praxiseinsatz von Docker. Hier geht es hauptsächlich um Webapplikationen, für die Docker-Container anzulegen und zu deployen sind, aber auch um die Migration bestehender Applikationen in die Docker-Welt.
Die Erläuterungen in dem ganzen Werk setzen höchstens ein wenig Linux-Know-how voraus und sind durchweg gut verständlich. Auch wer noch keine Erfahrung mit Docker hat, sollte nach der Lektüre dazu in der Lage sein, eigene Container zu entwerfen, auszurollen und zu warten.
Info 1
Hightower, Burns, Beda:
Kubernetes
Dpunkt Verlag
2018 190 Seiten
30 Euro
ISBN 978-3-86490-542-1
Info 2

Öggl, Kofler:
Docker
Rheinwerk, 2018
430 Seiten
40 Euro
ISBN 978-3-8362-6176-0






