Das erste Buch ist ein unkonventionelles Java-Lehrbuch, das ohne Zwang in die Programmierung einführen will. Das zweite Buch stellt umfassend die Libre-Office-Suite vor.
Bücher zum Java-Lernen gibt es viele – der vorliegende Titel “Schrödinger programmiert Java” aber ist anders: Das reichlich illustrierte Buch erinnert entfernt an einen Comic, mit Textschnipseln in über die Seite verstreuten grafischen Elementen wie Icons und Kritzeleien, mit handschriftlichen Einwürfen, mit Dialogen. So entspinnt sich im Text ein fortwährendes Zwiegespräch des Autors mit einem virtuellen Leser namens Schrödinger, den er humorvoll und in legeren Tonfall anredet, um ihm die Java-Grundlagen zu erläutern. Alles mutet deutlich lockerer, leichter, spielerischer an als in einem klassischen Lehrbuch einer Programmiersprache.
Man darf sich aber auch nicht täuschen: Am Ende muss der Leser dasselbe lernen, was auch eine herkömmliche Einführung vermitteln würde: Datentypen, Kontrollstrukturen, Klassen, Objekte, Methoden, Interfaces, Vererbung, Exceptions und so weiter. Die ungewöhnliche Form mag den Stoff für den einen oder anderen bekömmlicher erscheinen lassen, er muss aber dennoch die Mühe investieren, das Dargebotene zu begreifen und sich zu merken.
Zudem vermittelt das Buch nicht nur das Rüstzeug für die allerersten Schritte, sondern geht mit der Programmierung von Threads, mit Streams und der Serialisierung von Daten oder einem Einstieg in die GUI-Programmierung mit Swing und Java FX auch auf fortgeschrittene Techniken ein. Außerdem blickt es mehrfach über den Tellerrand, indem es sich etwa Themen wie der Datenbankprogrammierung oder XML zuwendet.
Durchgängig gebraucht dieses Java-Lehrbuch der anderen Art Beispiele, um die herum der gesamte Text aufgebaut ist. Wer sich nicht daran stört, dass man das eine oder andere Exempel etwas albern finden könnte, stößt hier auf eine anschauliche und instruktive Form der Wissensvermittlung. Dazu kommen zahlreiche Übungen, zu denen immer auch eine mögliche Lösung gehört.
Alles in allem: Wer sich durch ein klassisches Programmierlehrbuch eher quälen müsste und es ungezwungener lieber mag, der findet in dem vorliegenden Titel einen ausgezeichneten Begleiter beim Erlernen von Java. Wem eine gewisse Strenge in der Darstellung und ein nüchterner und distanzierter Ton mehr entgegenkommen, der wird mit diesem Titel sicher nicht warm werden.
Fit fürs Büro
Thomas Krumbeins im eigenen Tintal Verlag herausgegebenes Handbuch zu Libre Office biete zunächst einmal eine ausführliche Einführung in die Grundlagen des Büropakets. Das beginnt mit einem Abriss der Produkthistorie und leitet dann über zu Downloadmöglichkeiten und der Installationsprozedur unter verschiedenen Betriebssystemen. Dann werden die einzelnen Module von Libre Office nacheinander besprochen: die Textverarbeitung Writer, die Tabellenkalkulation Calc, die Zeichensoftware Draw, das Präsentationsprogramm Impress, das Datenbankmodul Base und der Formeleditor.
In jedem dieser Kapitel beginnt die Vorstellung praktisch bei null und setzt keinerlei Vorwissen voraus. Systematisch erläutert es dann die Möglichkeiten jeder Komponente. Auch fortgeschrittene Techniken kommen dabei nicht zu kurz, etwa automatisch generierte Verzeichnisse oder Spalten- und Tabellensatz bei Writer, Pivottabellen bei Calc oder 3-D-Objekte bei Draw.
Ein eigenes Kapitel widmet sich dem Libre-Office-API und der Makroprogrammierung. Allerdings kann das Buch wegen der Komplexität des Themas hier nur Anfangsgründe vermitteln. Es gibt aus demselben Verlag einen eigenen Titel zu diesem Thema. Immerhin beschreibt die Libre-Office-Einführung die Handhabung des experimentellen Makrorekorders und erste Schritte in dem für die Makros verwendeten Basic-Dialekt nebst Bedienung der eingebauten Basic-IDE.
Ein Kapitel ist Libre Office Online, der Cloudversion von Libre Office gewidmet, ein weiteres dem Vergleich mit Konkurrenzprodukten. Der Autor konzediert Microsoft, die umfangreichere und bessere Office-Suite zu haben, auch wenn der durchschnittliche Anwender viele Spezialfunktionen nicht brauche.
Alles in allem bietet das Buch, das sich auch zum Nachschlagen eignet, eine umfassende Darstellung der Libre-Office-Suite in einer durchweg gut verständlichen Darstellung.
Info 1

Philip Ackermann:
Schrödinger programmiert Java
Rheinwerk, 2017
710 Seiten
45 Euro
ISBN:978-3-8362-4583-8






