Das erste Buch schildert spannend und verständlich, welche verblüffenden Erkenntnisse wir berühmten Mathematikern verdanken. Das zweite Buch führt in den Prozess der Software-Entwicklung ein.
Der Titel des Buches – “Der große Roman der Mathematik” – ist etwas missverständlich: Unter einem Roman versteht man in der Regel ein Werk mit fiktionalen Elementen. Das vorliegende Buch aber schildert chronologisch und faktisch reale Episoden – völlig ohne Rahmenhandlung oder erfundene Personen und Begebenheiten. Es ist damit eher ein Sachbuch, doch eines, das im angenehmen Plauderton von Meilensteinen der Mathematikgeschichte erzählt.
Das beginnt 8000 Jahre vor unserer Zeitrechnung im Zweistromland mit den ersten geometrischen Mustern auf Keramiken, die schon damals alle möglichen Symmetrien ausnutzten. Die Reise geht weiter zur Entwicklung erster Zahlensysteme einige Jahrtausende später in derselben Gegend, führt zu den großen Gelehrten der Antike wie Pythagoras, Thales oder Archimedes, die die Mathematik bereicherten, und weiter zu ersten Theoremen und Beweisen. Auch werden bereits Algorithmen entwickelt, etwa zur Berechnung der Zahl Pi.
Mit Lösungsvorschriften für Gleichungen entsteht in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung die Algebra. Im Mittelalter entdeckt man beim Lösen von Gleichungen dann beispielsweise die imaginären Zahlen. Immer neue Anwendungen der Mathematik kommen außerdem hinzu, zum Beispiel in der Physik oder in der Astronomie. Um deren Probleme zu lösen, schaffen sich die Mathematiker neue Methoden wie etwa die Infinitesimalrechnung. Die Zeitreise endet in der Gegenwart und mit einem Blick in die Zukunft.
Auf gut verständliche und eingängige Art zeichnet der Autor die Entwicklungsgeschichte des mathematischen Denkens nach und lehrt den Leser das Staunen angesichts vieler genialer Ideen, die große Denker der Vergangenheit zu jeder Zeit der Wissenschaft beisteuerten. Wer noch nie ein Mathe-Fan war, läuft bei der Lektüre Gefahr, einer zu werden.
Entwicklung von A bis Z
Wer bei Software-Entwicklung zuerst an Syntaxfehler denkt, an Editoren und Debugger, den wird das “Handbuch für Softwareentwickler” vielleicht überraschen: Denn um das eigentliche Code-Schreiben geht es dort gar nicht an erster Stelle. Stattdessen versuchen sich die Autoren an einer umfassenden Sicht auf diese Profession, angefangen bei der Kommunikation mit dem Kunden über Problemanalyse, Entwurf und Design bis zum Testen und zur Systemintegration. Programmieren ist dabei nur eine von mehreren Stationen auf dem Weg von der Idee zur Anwendung, mit konkreten Programmiersprachen gibt sich das Handbuch nur wenig ab.
Das hat den Vorteil, dass eine Gesamtschau entsteht, in die sich die Arbeit am Quelltext einordnet. Der Nachteil ist erstens, dass die Erläuterungen zu einem ohnehin schon recht abstrakten Gegenstand noch abstrakter werden, wenn man Codebeispiele meidet. Zweitens ist so auch schwer vermittelbar, wie viel Spaß es machen kann, die Lösung eines komplizierten Problems in elegante Formulierungen einer effizienten Sprache zu gießen. Und schließlich kommen manche eng mit dem Codieren verbundenen Techniken zu kurz oder gar nicht erst vor, etwa die Arbeit mit Design Patterns.
Mit Blick auf Programmiersprachen enthält das Buch ein paar allgemeine Bemerkungen zu Operatoren, Datentypen, Kontrollstrukturen und dergleichen, meist mit sehr kurzen Beispielen in Java oder C#. Auch Objektorientierung als solche wird diskutiert. Aber Go oder Ruby oder Python haben es nicht einmal bis zur Aufnahme in den Sachwortindex geschafft.
Auf eine Einführung folgt ein Buchteil über den Software-Lebenszyklus. Danach werden Methoden und Technologien der Software-Entwicklung diskutiert, inklusive Datenhaltung und Datenschutz, nötiger Tools sowie Qualitätsaspekten, plattformübergreifender Entwicklung und Parallelprogrammierung. Ein letzter Buchteil geht den aktuellen Trends Mobile Computing, Internet of Things und Cloud Computing nach.
Das Buch eignet sich zur Studienbegleitung und auch als Nachschlagewerk für grundlegende Fragen der Software-Entwicklung. Für das Lernen einer konkreten Sprache und ihrer effizienten Handhabung wird man aber auf andere Titel zurückgreifen müssen.
Info 1

Mickael Launay: Der große Roman der Mathematik
C.H.Beck, 2018
250 Seiten
20 Euro
ISBN 978-3-406-72151-9






