Wie gelangt man zu einer publikumswirksamen Webseite? Dieser Frage geht das erste Buch nach, das zweite führt in die Statistikanwendung R ein.
Beide Autoren des Werks über die Webseiten-Konzeption haben, das wird schon im Vorwort deutlich, eine stark kommerzielle Sicht auf das Internet: Sie meinen, selbst ästhetisch sehr befriedigende Webseiten seien schlecht und wertlos, wenn der Betreiber sie nicht als Online-Marketinginstrument zur Kundenansprache mit monetär messbarem Erfolg nutzt. Wo das Verkaufen im weiteren Sinn oder die Präsentation einer Marke der Zweck des Webauftritts ist, wird das richtig sein. Immer trifft es aber nicht zu. Jedenfalls muss sich der Leser darauf einstellen, dass ihm dieses Buch das Internet dezidiert als Werbemittel näherbringt.
Das färbt auch auf den Tonfall der Autoren ab, der sich zuweilen anhört wie eine Illustration der eigenen Tipps, etwa wenn Kapitel 4 reißerisch überschrieben wird mit: “Die sieben ultimativen Gebote erfolgreicher Websites.” Bei ihren Erläuterungen holen die Autoren verdienstvollerweise etwas aus und versuchen zugleich Grundlagen etwa der Psychologie, Wahrnehmungslehre oder Erkenntnistheorie zu vermitteln.
Info 1

Erlhofer/Brenner:
Website-Konzeption und Relaunch
Rheinwerk, 2018
900 Seiten, 40 Euro
ISBN: 978-3-8362-4557-9
Damit machen sie ihren Lesern deutlich, auf welchen Einsichten ihre Empfehlungen beruhen. Die münden dann regelmäßig in Praxistipps, die größtenteils brauchbar sind, manchmal aber etwas zu mechanistisch wirken. Selbst ein nach 23 Regeln sprachoptimierter Webtext ohne Passiv, Füllworte und Floskeln kann uninspiriert und ideenlos wirken. Und einem geistreichen, originellen Text wird der Leser womöglich auch einen Satz im Passiv verzeihen. Unterm Strich sind die Ratschläge, die das Buch bereithält, aber praxisgerecht und nützlich. Ein weiterer Pluspunkt des Ratgebers sind die zahlreichen Beispiele.
Neben Gestaltungsfragen behandeln die Autoren auch Fragen des Projektmanagements und der strategischen Ausrichtung, der Grob- und Feinstruktur von Websites, der zugrunde liegenden technischen Infrastruktur oder der Suchmaschinenoptimierung. Alles in allem ein umfassendes und instruktives Werk über die effektive Gestaltung von Websites.
Erfolgsstatistik
Bücher über die Mathe- und Statistiksprache R gibt es einige. Die meisten gehen dabei ganz klassisch vor und behandeln nacheinander Datentypen, Kontrollstrukturen, Anweisungen und so weiter. Joachim Zuckarelli hat sich für einen anderen Weg entschieden und will statistische Methoden und deren Umsetzung in R gemeinsam darstellen. Deshalb ordnet er den Stoff eher entsprechend der Schrittfolge bei einer statistischen Analyse, ausgehend von der Datenaufbereitung bis zur Ergebnispräsentation.
Dieses Konzept geht allerdings nur teilweise auf. Es führt auch dazu, dass ein Abschnitt des dritten Kapitels Faktoren als Datentyp behandelt und mit Beispielen illustriert, der Leser aber noch nicht weiß, wie solche Faktorvariablen eigentlich zu erzeugen sind. Daher kann er auch die Beispiele nicht am Rechner nachvollziehen. Zumindest eine Möglichkeit, solche Datenstrukturen anzulegen, lernt er erst 50 Seiten später eher beiläufig kennen. Das zeigt, dass eine Darstellung, die sich im Unterschied zum Buch enger an der Systematik der Sprache orientiert, auch ihre Vorteile hat.
Die Erläuterungen im Buch sind durchweg gut verständlich und mit vielen Beispielen untermauert. Damit ist es auch Quereinsteigern jederzeit möglich zu folgen. Ein Statistiklehrbuch wird mit der Lektüre allerdings nicht obsolet, kommen doch nur ausgewählte Grundkonzepte zur Sprache – im Kapitel deskriptive Statistik etwa das arithmetische Mittel und der Median. Es gibt aber auch noch geometrische und harmonische Mittel, gewichtete Mittelwerte, Quantile, gleitende Durchschnitte und so weiter.
An ein einführendes Kapitel, das auch die Installation beschreibt (dabei aber leider Linux komplett ignoriert), schließen sich Kapitel über Datentypen und die Datenaufbereitung an. Danach geht es um deskriptive Statistik, hauptsächlich um Lage- und Streuungsmaße. Darauf folgen zwei Kapitel über Interferenzstatistik, die sich im Wesentlichen um die lineare Regression und die Analyse kategorialer Variable drehen. Der grafischen Aufbereitung der Ergebnisse ist ein weiteres Kapitel gewidmet. Schließlich folgt noch ein Kapitel über R-Skripte .
Summa summarum:”Statistik mit R” ist eine gut verständliche Einführung, die den Lesern bei ihren ersten Schritten mit R ein hilfreicher Begleiter ist.






