Oft sind die einfachen Regeln die wirksamsten. Auch die folgenden Richtlinien zur Computersicherheit sind nicht schwer zu befolgen, tragen aber viel dazu bei, Angreifern den Sieg zu vermasseln.
Hier geht es nicht um Verschlüsselung und Firewalls – obwohl beide fraglos notwendig sind –, sondern um eine Handvoll Regeln, die ein Admin leicht übersieht, obwohl er sie im Auge haben sollte.
Applikationen mit Zugriff auf Daten monitoren
Angreifer suchen immer nach dem Weg des geringsten Widerstands. Deshalb wenden sie sich wahrscheinlich nicht zuerst der gut geschützten Firewall zu, solange es einfacher zu übernehmende Applikationen gibt, die auch auf jene Daten zugreifen können, die sie interessieren. Solche Applikationen sollten die Systemverantwortlichen daher immer im Blick haben, um ungewöhnliches Verhalten rechtzeitig zu bemerken. Das Monitoring der Zugriffe und Datenströme leistet hier gute Dienste.
In denselben Zusammenhang gehören auch detaillierte Logs, die außerdem auch beim Troubleshooting nützlich sind. Mit den richtigen Tools (Security Information and Event Management, SIEM) lassen sie sich effizient durchsuchen und mit bestimmten Ereignissen korrelieren.
An Social Engineering denken
Keine noch so ausgefeilte technische Lösung glänzt, wenn ihr Anbieter den menschlichen Faktor übersieht. Gibt zum Beispiel der Anwender einem vorgeblichen IT-Mitarbeiter per Telefon oder Mail seine Login-Daten preis, ist die letzte Barriere überwunden. Was dagegen hilft, ist eine Schulung der Mitarbeiter. Entsprechend trainiert werden sie Phishing Mails erkennen, sichere Passwörter verwenden oder gefährliche Applikationen meiden. Auch sollten klare, schriftliche Verhaltensregeln existieren. Andernfalls bleiben Mitarbeiter das größte Risiko.
Außerdem ist es gute Praxis, das Benutzerverhalten ebenfalls zu monitoren. So fallen verdächtige Aktivitäten auf, seien es die von einem Angreifer, der sich Credentials erschlichen hat, seien es die eines Insiders, der seine Zugriffsrechte missbraucht.
Patches und Antimalware-Signaturen aktuell halten
Cracker und sicherheitsbewusste Admins liefern sich ein Wettrennen. Neu entdeckten Sicherheitslücken folgen möglichst schnell Patches, die sie schließen. Allerdings müssen Admins diese Updates wie auch die aktuellen Antimalware-Signaturen auch tatsächlich so früh wie möglich einspielen. Passiert das nicht, gewinnen die Hacker.
So wie im letzten Jahr bei der amerikanischen Handelskette Home Depot. Dort hatten die Angreifer monatelang Zugriff auf die Daten, unter anderem, weil man sich zu sehr auf die Vorbeugung vor und zu wenig auf die Erkennung von Angriffen konzentriert hatte. Auch als die IT-Abteilung verdächtige Aktivitäten bemerkte, reagierte sie zu träge. Ein Patch, das den Angriff verhindert hätte, sollte installiert werden, war aber noch nicht überall aufgespielt. Im Ergebnis stahlen die Hacker Bank- und Kreditkartendaten von 40 Millionen Kunden sowie E-Mail-Adressen von weiteren 70 Millionen.
Einen Notfallplan erstellen
Wer trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Opfer eines Einbruchs wird, kann den Schaden immerhin noch eingrenzen, wenn ein klarer Plan für Notfälle besteht – hektischer Aktionismus macht alles nur noch schlimmer. Nur mit einer klaren Strategie und festgelegten Verantwortlichkeiten lassen sich Sicherheitslücken schnell schließen.





