Im Kurztest: Menumaker 0.99.8, Cloc 1.64, Ddrescueview 0.4 alpha 2, Hiawatha 9.13, Pam_honeycreds.so 1.1, XDM 4
Wer öfter den Windowmanager wechselt, kennt das Problem: Jede dieser Suites erzeugt eigene Menüs für die Maustasten. Nutzer, die Wert auf eine einheitliche Struktur legen, sollten sich Menumaker anschauen. Das Python-Tool generiert Menüs für die acht Fenstermanager Ice WM, Xfce (ab Version 4), Deskmenu, Pek WM, Blackbox, Fluxbox, Openbox (ab Version 3) und Windowmaker.
Anwender definieren beim Aufruf auf der Shell, für welchen Windowmanager sie ein Menü benötigen, etwa »mmaker xfce« oder »mmaker fluxbox« . Das Tool erzeugt die Konfigurationsdatei und speichert sie im Homeverzeichnis. Bestehende Files überschreibt Menumaker nicht ohne Weiteres; ist das gewünscht, geben Nutzer zusätzlich den Parameter »-f« an.
Um das Ergebnis auf die Standardausgabe zu bringen, gibt man »-c« ein, »-v« sorgt für mehr Details. Menumaker erkennt selbstständig, welche Programme installiert sind, und fügt diese ein. Mit dem Schalter »-s« schließen Anwender gezielt eine oder mehrere Kategorien aus. Wer für Shellanwendungen einen bestimmten Terminalemulator favorisiert, gibt diesen hinter »-t« an.
Menumaker erzeugt einheitliche Menüstrukturen für gängige Windowmanager. Manchmal ist es allerdings erforderlich, die entstandene Konfigurationsdatei im Texteditor nachträglich anzupassen.
Cloc 1.64
Codezeilen zählen
Quelle: http://cloc.sourceforge.net
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Sloc Count, Loc
Count Lines of Code – so der vollständige Name des Tools – verschafft Software-Entwicklern einen Überblick über ihre Projekte. Der praktische Helfer zählt neben echten Codezeilen auch Leerzeilen und Kommentare. Die statistische Auswertung schreibt er auf die Standardausgabe. Cloc benötigt Perl 5.6 oder neuer und versteht über 130 verschiedene Programmiersprachen; eine vollständige Liste erhalten Anwender über »cloc –show-lang« .
Beim Aufruf geben Benutzer einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse zum Zählen vor. Komprimierte Tar- oder Zip-Archive versteht Cloc ebenfalls; Nachhilfe beim Entpacken erhält das Werkzeug optional über »–extract-with« . Das Perl-Programm spürt außerdem Veränderungen zwischen zwei Dateien, Verzeichnissen oder Archiven auf. Die Manpage listet verschiedene »diff« -Parameter mit Beispielen auf.
Die Cloc-Auswertung lässt sich im CSV-, XML- oder Yaml-Format abspeichern. Um das Ergebnis in einer SQL-Datenbank zu verarbeiten, ist »–sql« anzugeben, das Tool erzeugt die notwendigen Insert- sowie die DDL-Statements.
Cloc ist ein praktischer Helfer für Programmierer. Besonders gelungen sind die Funktionen zum Vergleichen und die verschiedenen Ausgabeformate zum Weiterverarbeiten der Informationen.
Ddrescueview 0.4 alpha 2
Ddrescue-Logfiles betrachten
Quelle: http://sourceforge.net/projects/ddrescueview
Lizenz: GPLv3
Alternativen: keine
Viele Anwender greifen zu Ddrescue, um Daten einer defekten Festplatte zu retten. Die Protokolle, die dabei entstehen, sind aber nicht gut lesbar. Ddrescueview bereitet die Logfiles grafisch auf.
Das Tool ermittelt zunächst die Plattengröße und zeigt im Hauptfenster eine Übersicht alle Sektoren an. Die unterschiedlichen Farben stellen dar, wie es um einen Bereich steht und ob das Tool diesen retten konnte (grün), er defekt (rot), nicht getrimmt (gelb) oder noch nicht erfasst ist (grau). Detaillierte Informationen zu einem Sektor erhalten Nutzer per Mausklick. Der Dialog »Block inspector« verrät, wo der fehlerhafte Bereich beginnt, wie groß er ist und wie viele Daten Ddrescue schlussendlich rekonstruieren konnte.
In der Voreinstellung geht Ddrescueview von einer Blockgröße von 512 Byte aus. In den Programmeinstellungen definieren Benutzer andere Abmessungen. Hier richten sie auch ein Aktualisierungsintervall ein und können bei laufendem »ddrescue« die Anzeige auf dem neuesten Stand halten.
Ddrescueview ermöglicht einen genauen Blick auf die Aktivitäten des Datenrettungstools. Das Programm bietet nicht nur eine gute Übersicht, sondern erlaubt auch das gezielte Analysieren einzelner Sektoren.
Hiawatha 9.13
Kleiner, sicherer Webserver
Quelle: https://www.hiawatha-webserver.org
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Lighttpd
An Webservern herrscht unter Linux wahrlich kein Mangel. Hiawatha ist eine schlanke Alternative, die ihren Namen einem legendären Irokesenhäuptling verdankt. Laut Entwickler Hugo Leisink liegt der Fokus des monolithischen Servers auf Sicherheit, geringem Ressourcenverbrauch sowie einfacher Konfiguration. Hiawatha unterstützt CGI und Fast-CGI, PHP und SSL.
Die Installation aus den Quellen geht schnell von der Hand. Hiawatha besitzt eine einzige Einrichtungsdatei, in der Admins unter anderem festlegen, auf welchen Schnittstellen und Ports der Server Verbindungen entgegennimmt. Außerdem schränken sie optional die Anzahl der Verbindungen insgesamt oder per IP-Adresse ein. Wer die Zugriffsdaten der Besucher anonymisieren möchte, setzt für die Logs die Option »AnonymizeIP« . Hiawatha bietet Webdav-Unterstützung, einen Reverse Proxy und erlaubt es, mehrere virtuelle Hosts einzurichten.
Eine Reihe von optionalen Sicherheitsfunktionen erkennen DoS-Attacken, SQL-Injections, XSS- und CSRF-Angriffe und sperren auffällige Rechner. Die Manpage weist darauf hin, dass es keine Garantie gibt, dass der Webserver alle Angriffsversuche zuverlässig erkennt. Wer die eigene Konfiguration testen möchte, greift zu dem Tool »wigwam« , das ebenfalls im Quellarchiv enthalten ist.
Hiawatha ist schnell installiert und eingerichtet. Wer sich mit der Vielzahl an fortgeschrittenen Features vertraut machen möchte, sollte etwas Zeit einplanen, um die Manpage und die Anleitung auf der Projektseite ausführlich zu studieren.
Pam_honeycreds.so 1.1
Loginzugriffe im Blick
Quelle: http://www.cjpaget.co.uk/Code/pam_honeycreds
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Kippo
Wer beim Namen dieser Bibliothek an Projekte wie Honeypot oder Honeynet denkt, liegt nicht ganz falsch. Pam_honeycreds.so ist ein PAM-Modul, mit dem Systemverwalter auf die Jagd nach Passwortdieben gehen oder Brute-Force-Angriffe analysieren. Nach dem Auspacken und Kompilieren der Quellen integrieren Admins es in die bestehende Pam-Konfiguration (»/etc/pam.d« ), wie die Dokumentation beschreibt.
Über verschiedene Parameter beeinflussen sie das Verhalten. So legt »user« einen Benutzernamen oder ein Namensmuster fest, und hinter »file« steht eine Datei mit Passwörtern, auf die Pam_honeycreds.so in Kombination mit den Benutzernamen reagieren soll. »deny« verwehrt den Zugang zum System, wenn es einen Treffer gibt; alternativ ist es möglich, ein externes Skript oder Programm zu definieren, das dann startet. »denyall« hingegen verbietet alle Login-Versuche. Pam_honeycreds.so protokolliert jeden Anmeldevorgang und greift dazu auf Syslog zurück. Die erfassten Benutzerdaten landen in der Datei »/var/log/auth.log« .
Eine Liste aller Parameter sowie Beispiele aus der Praxis liefert das Handbuch auf der Projektseite. Da das Integrieren des Moduls in die PAM-Konfiguration moderner Distributionen knifflig werden kann, führen Systemverwalter erste Tests am besten in einer virtuellen Maschine durch – zu leicht sperrt eine falsch gesetzte Option alle Login-Versuche radikal.
Mit Pam_honeycreds.so können Admins ihr Sicherheitskonzept erweitern. Die Einrichtung ist nicht ganz trivial, die Dokumentation auf der Webseite hilft bei den ersten Schritten.
XDM 4
Grafischer Downloadmanager
Quelle: http://xdman.sourceforge.net
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Down Them All, Aria 2
Die meisten Webbrowser verfügen über integrierte Downloadmanager, die für den Hausgebrauch völlig ausreichen. Wer eine leistungsfähigere Lösung sucht, sollte sich den Xtreme Download Manager (XDM) anschauen. Das Tool benötigt Java 6 oder neuer; das Installationsskript speichert das Binary in den Homeverzeichnissen der Nutzer.
Nach dem Start präsentiert sich eine aufgeräumte Oberfläche. Je nach Desktopumgebung integriert sich XDM in den Systemabschnitt der jeweiligen Kontrollleiste. Über »Add URL« fügen Anwender neue Downloadlinks hinzu, die XDM sofort oder auf Wunsch zu einem späteren Zeitpunkt bearbeitet. Links aus der Zwischenablage fügt XDM automatisch ins Feld ein.
Zugangsdaten, einen Namen und ein Verzeichnis für die Zieldatei legen Benutzer für jeden Download individuell fest. Alternativ greift das Programm auf die Standardwerte aus seiner Konfigurationsdatei zurück. Neben Knöpfen zum Pausieren und Wiederaufnehmen finden Nutzer in der Menüleiste einen Eintrag für die Videoplattform Youtube, der Filme aus dem Portal auf die Platte bringt.
XDM verwaltet die Datenübertragungen in Kategorien. Das Programm unterscheidet zwischen abgeschlossenen und laufenden Transfers und unterteilt diese weiter in komprimierte Dateien, Dokumente, Musik, Programme und Videos. Das Tool arbeitet mit gängigen Webbrowsern zusammen. Für Firefox und Chrome gibt es Add-ons; für andere Browser kann XDM als Proxy dienen.
Der leistungsfähige Downloadmanager lässt keine Wünsche offen. Er integriert sich gut in die Desktops, und das Abgreifen der Daten aus der Zwischenablage spart Zeit.











