
Abbildung 1: Paping pingt den Port 80 von Googles Webserver. Egal was dazwischen liegt, er antwortet – hier nach durchschnittlich 48 Millisekunden.
Kolumnist Charly Kühnast wirft wie jeder Sysadmin ab und zu ein Steinchen nach einem Rechner, wenn der sich tot stellt. Wenn die Gegenseite auf Ping nicht reagiert, heißt das nicht, dass sie tot ist. Genauso wahrscheinlich ist, dass das Steinchen nicht getroffen hat.
Hallo? Ist wer zu Hause? Nicht selten muss der Admin sichergehen, dass wenigsten die physische Verbindung zwischen zwei Rechnern noch oder wieder funktioniert. Klar, dass »ping« das erste eingesetzte Mittel ist, um die Erreichbarkeit zu beweisen oder zu widerlegen. Doch gibt es Fälle, bei denen eine Firewall das Ping-Protokoll ICMP unterbindet. Wer sich ein bisschen auskennt, kann sich die Energie fürs Fluchen sparen und »nmap -p Port« tippen. Doch zu früh gefreut: Denn oft macht ein ebenfalls im Wege stehendes Intrusion Prevention System mit einer Nmap-Signatur der Ausweichlösung den Garaus.
Paping [1] stellt eine Verbindung zu einem konfigurierbaren Port her und beendet sie sofort wieder. Das funktioniert fast überall. Es misst wie Ping die Roundtrip-Zeit in Millisekunden. Die simpelste Form des Aufrufs wäre ganz intuitiv:
paping Ziel
Das Tool verdaut aber auch optionale Parameter; ein typischer Aufruf lautet:
paping www.google.com -p 80 -c 4
Das Ergebnis ist in Abbildung 1 zu besichtigen. Der Parameter »-p« hat den anzusteuernden TCP-Port spezifiziert – hier »80« , was bei einem Webserver ein erwartbar funktionierendes Resultat ergeben wird. Mit »-c Anzahl_Checks« kann ich steuern, wie oft Paping beim Ziel vorbeischauen soll.
Gebt ihm doch ‘ne Auszeit!
Wer sein Gegenüber an einer besonders langsamen oder besonders schnellen Leitung weiß, wird vielleicht noch an dem Parameter »-t Timeout_in_Millisekunden« drehen wollen, also der Zeit, ab der Paping sein Vorhaben aufgibt. Ohne die Option wirft das Tool nach 1 Sekunde (1000 Millisekunden) das Handtuch.
Puristen, denen die eigentlich hübsche Ausgabe wie in Abbildung 1 zu psychedelisch ist, oder Ur-Menschen, die vor steinzeitlichen Terminals oder Nadeldruckern hocken, werden die Option »–nocolor« beklatschen. Denn die versetzt Paping in die Schwarz-Weiß-Ära zurück.
Wie get’s weiter mit Paping? Wird sein Programmierer Mike Lovell ein API zu Android-Apps bauen? Nichts dergleichen: Das Open-Source-Tool ist offenbar zu Ende entwickelt – den C++-Code hat seit zwei Jahren niemand mehr angefasst, aber das ist bei einer so simplen Software auch nicht verwunderlich.
Wessen Linux-Distribution Paping nicht vorrätig hält, greift sich von [1] die Quellen ab oder eine für 32 und 64 Bit übersetzte Linux-Version. Firewall beim Pingen im Weg? Mir doch egal!
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