Zwei Bücher für Programmierer: Eins zum Sprachenlernen, hier geht es um C++, und ein anderes, um die fertigen Quelltexte anschließend mit Git zu verwalten. Beide setzen keine Vorkenntnisse voraus und führen von den ersten Schritten bis zur Meisterschaft.
Das einst von Linux-Erfinder Torvalds programmierte Git ist längst nicht nur unter Software-Entwicklern ein viel benutztes Tool. Hilfreich ist es überall dort, wo Änderungen an einer größeren Zahl von Dateien zu verwalten sind. Gleichzeitig sind die zahlreichen Features und Optionen nicht trivial, sodass sich sicher schon mancher gewünscht hat, diese Versionsverwaltung einmal von Grund auf zu studieren. Ein gutes Hilfsmittel dabei ist das vorliegende Buch.
Die Autoren setzen keine Vorkenntnisse voraus und beginnen mit einfachen Beispielen für die grundlegenden Kommandos zum Einfügen und Committen von Dateien oder für die Statusabfrage. Aber schon das zweite Kapitel verlässt die Anfangsgründe und erläutert detailliert Index, Objektmodell und die dahinterstehende Graphenstruktur. Der aufmerksame Leser wird für seine Mühe Zug um Zug durch das bessere Verständnis der Zusammenhänge belohnt.
Das dritte Kapitel legt auch in der Praxis eine Schippe zu und kommt zu den komplexeren Kommandos für das Verwalten und Verschmelzen von Branches, das Taggen von Releases oder das Wiederherstellen älterer Versionen. Ausführlich gehen die Autoren auf das Lösen von Merge-Konflikten ein. Noch tiefer steigt das nächste Kapitel in die Materie ein, das insbesondere das Kommando Rebase vorstellt, das Gruppen von Commits zwischen Branches verschieben kann, damit die Commit-Geschichte eines Projekts leicht verständlich bleibt.
Bis hierhin konnte man noch alles mit einer einzelnen Instanz von Git nachvollziehen, doch in Kapitel fünf geht es um verteiltes Git und das Klonen von Repositories, das Transferieren von Commits oder das Verwalten eines Git-Speichers aus der Ferne. Kapitel sechs ordnet das Gelernte dann in übergeordnete Arbeitsabläufe ein, etwa in einen Workflow für das Release-Management. Es schließen sich noch Kapitel über Git als Serverdienst und über die weitergehende Automatisierung mit Hilfe so genannter Hooks an.
Das vorliegende Buch über Git gibt einen umfassenden Einblick in das Versionskontrollsystem und eignet sich auch zum Nachschlagen bei weniger häufig anfallenden Aufgaben.
Info
Valentin Haenel, Julius Plenz:
Git
2. Auflage
Open Source Press, 2014
336 Seiten
30 Euro
ISBN: 978-3-9553-9119-5
Programmieren lernen
Auch die C++-Einführung von Torsten Will möchte Leser ohne Vorkenntnisse mitnehmen. Ihnen bereiten die ersten gut 80 Seiten mit einer sehr flach ansteigenden Lernkurve einen bequemen Einstieg. Wer sich schon etwas mit Programmierung befasst hat, kann den ersten Teil verlustlos überspringen.
Der zweite Teil beginnt dann schon mit einer systematischen Vorstellung der Sprachelemente, angefangen bei den Operatoren über die eingebauten Datentypen, Streams, Ein- und Ausgabeoperatoren, über Container und Zeiger bis hin zu Funktionen, Kontrollstrukturen und zur Fehlerbehandlung.
Eine gute Idee ist das vielen Kapiteln vorangestellte “Kapiteltelegramm”, das eine stichpunktartige Aufzählung der Lerninhalte bringt. Am Ende des Kapitels folgt dann noch einmal eine kurze Zusammenfassung mit einer Reihe von Aufgaben, mit denen der Leser seinen Fortschritt überprüfen kann.
In dieses konsequent auf das Sprachenlernen ausgerichtet Konzept passt, dass der Autor den Leser durchweg direkt anredet. Glücklicherweise überschlägt er sich dabei nicht vor Lockerheit, sondern bleibt freundlich-distanziert. Das unterstreicht eher den Lehrbuchcharakter, wirkt aber nicht störend.
Der dritte Teil des Buches dreht sich vor allem um Datenstrukturen. Im Mittelpunkt stehen eigene Datentypen wie Aggregate und Structs. Auch den Konstanten ist ein Kapitel gewidmet, genauso den zentralen Konzepten der Klassen und der Vererbung. Ein abschließender vierter Teil behandelt fortgeschrittene Themen. Dazu gehören Adressen und Zeiger, Makros, Bibliotheken, Heap und Stack oder dynamische Objekte.
Die vorliegende C++-Einführung eignet sich wegen ihrer Systematik, der Kontrollfragen und eines ausführlichen Index gut zum Selbststudium. Die Beschreibungen sind durchweg gut verständlich, die zahlreichen Beispiele instruktiv.







