Aus Linux-Magazin 01/2015

Werkzeuge im Kurztest

Containers 1.2, Ddhcplrt Beta (16.06.2014), Nwipe 0.16, Uget 1.10.4, PMD 5.2.0 und Veusz 1.

Ddhcplrt Beta (16.06.2014)

DHCP-Adresspool überwachen

Quelle: http://sourceforge.net/projects/ddhcplrt

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Dhcpd-Pools, Logwatch

Die Datei »/var/lib/dhcp/dhcpd.leases« protokolliert die Auslastung des Adresspools von ISC-DHCP-Servern. Sie enthält unter anderem die Leasezeiten der dynamisch vergebenen IP-Adressen und verrät, welche Adressen aktuell oder in der Vergangenheit vergeben sind respektive waren. Obwohl es sich um eine reine Textdatei handelt, ist sie nicht besonders gut lesbar. Hier hilft das Dynamic DHCP Leases Reporting Tool aus.

Das Python-Programm analysiert den Inhalt und fasst ihn zusammen. Eine Aufstellung der vergebenen Adressen liefert »report-active« . Die Tabelle listet alle zugeteilten IPs, die MAC-Adressen und den Hersteller der Netzwerkkarte auf. Außerdem erfahren Benutzer, wann eine IP-Adresse das letzte Mal aktiv war und wie lange die Reservierung für einen Client noch gültig ist. »report-full« erzeugt umfangreiche Berichte, die zusätzlich verraten, ob eine Adresse gerade in Verwendung oder frei ist.

Die Zusammenfassung am Ende zeigt neben den Änderungszeiten auch die Gesamtzahl der »dhcpd.leases« -Einträge. Interaktiver sind »filter-by-mac« und »dump-macs« , die sich vor allem für eigene Skripte und für die Zusammenarbeit mit Pipes und Umleitungen eignen.

Ddhcplrt ist ein zuverlässiger Assistent, der verstreute Informationen aus der DHCP-Leases-Liste zu aussagekräftigen Protokollen aufbereitet.

Nwipe 0.16

Festplatten effizient löschen

Quelle: http://sourceforge.net/projects/nwipe

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Dwipe, Dd

Das Livesystem Darik’s Boot and Nuke (DBAN) enthält das Tool Dwipe, das Festplatten und andere beschreibbare Datenspeicher unwiderruflich löscht. Nwipe ist ein Fork dieses Werkzeugs, das eigenständig arbeitet, eine Ncurses-Oberfläche bietet und auf allen gängigen Linux-Distributionen läuft.

Beim Start geben Anwender den Devicenamen und eine Reinigungsmethode an. Davon stehen sechs zur Auswahl, von Quick Erase (einfaches Überschreiben mit Nullwerten) über die 5220.22-M des US-Verteidigungsministeriums bis hin zur Gutmann-Methode. Wer mehrere Durchgänge wünscht, definiert hinter »-r« die Anzahl der Runden.

In der Voreinstellung prüft Nwipe den Löscherfolg nach dem letzten Durchlauf. Mit »–verify« stellen Anwender eine engmaschigere Prüfung ein. Die Option »-l« schreibt ein Protokoll in eine Datei. Nwipe wartet normalerweise nach dem Start auf eine Eingabe. Für den Einsatz in Skripten schaltet »–nowait« die Warteschleife und »–nogui« die grafische Schnittstelle ab. Letzteres erfordert die Option »–autonuke« , die alle erkannten Datenspeicher löscht.

Volle Punktzahl vergeben die Tester für das praktische Tool, das Datenträger sicher und vollständig mit verschiedenen Verfahren löscht.

Uget 1.10.4

Universeller Downloadmanager

Quelle: http://ugetdm.com

Lizenz: LGPLv2.1

Alternativen: Gwget, Kget

Der Downloadmanager Uget punktet mit einer gut strukturierten Benutzeroberfläche, nimmt Befehle von der Kommandozeile entgegen und kooperiert sogar mit externen Programmen wie Firefox und Aria2. Äußerst komfortabel ist, dass Uget die Zwischenablage überwacht und bei Dateitypen wie Tar, Gz, Bz2, Zip seine Dienste anbietet. Anwender können die Liste um eigene Formate erweitern oder das Feature ganz abschalten.

Über Kategorien am linken Rand konfigurieren Anwender unterschiedliche Downloadszenarien und legen jeweils Zielverzeichnis, Benutzerkennungen, Proxyserver, Wiederholrate und Bandbreite fest. Sie dürfen laufende Übertragungen jederzeit anhalten und wieder fortsetzen; auch abgebrochene Downloads nimmt Uget wieder auf. Der integrierte Scheduler regelt Pausenzeiten.

Wer Uget aus dem Browser Firefox heraus nutzen möchte, installiert das Plugin Flashgot. Auch über ein Plugin arbeitet der Downloadmanager mit dem Konsolentool Aria2 zusammen, das wenig Hauptspeicher braucht, etliche Protokolle unterstützt und optional mehrere Server gleichzeitig anzapft.

Uget lässt keine Wünsche offen. Besonders gut gelungen finden die Tester das Überwachen der Zwischenablage und den Scheduler, der mit wenigen Mausklicks konfiguriert ist.

Containers 1.2

Abgeschottete Umgebungen

Quelle: https://github.com/arachsys/containers

Lizenz: MIT

Alternativen: LXC, Virtenv

Der Name dieses Tools ist Programm: Es erzeugt abgekapselte Umgebungen und greift dazu auf die User-Namespace-Funktionalität des Linux-Kernels zurück, die seit Version 3.8 verfügbar ist. Containers enthält die Werkzeuge »contain« , »inject« und »pseudo« , die Hand in Hand arbeiten. Das Readme aus dem Quellarchiv beschreibt sie ausführlich.

Für das Anlegen eines neuen Containers ist »contain« zuständig. Admins erzeugen dazu ein Verzeichnis und kopieren alle benötigten Bibliotheken, Programme und Ordnerstrukturen dorthin. Eine Verknüpfung mit Symlinks ist nicht möglich. Im Anschluss daran rufen sie »contain« auf und übergeben das vorher angelegte Verzeichnis und das auszuführende Programm, beispielsweise »contain . /bin/bash« . Dieses hat die PID 1 in der neuen Umgebung und kann Prozesse auf dem Host nicht sehen. Das Tool »inject« dient dazu, von außen neue Prozesse in einem laufenden Container zu starten.

Benutzer- und Gruppen-IDs im Container unterscheiden sich von denen des Hostsystems. Mit »-u« und »-g« reichen Anwender deren Zuordnung an die abgeschottete Umgebung durch. Der Parameter »-n« sorgt dafür, dass sie den Netzwerkstack des Hosts teilt. Es ist allerdings nicht möglich, aus dem Container heraus Interfaces oder Routen zu konfigurieren, und auch Set-UID-Tools wie Ping, die einen Raw Socket nutzen, funktionieren nicht.

Wer Prozesse in einer abgeschotteten Umgebung starten möchte, für den ist Containers gut geeignet. Vorher empfiehlt sich allerdings ein gründliches Studium der Dokumentation, denn die Bedienung ist nicht besonders intuitiv.

PMD 5.2.0

Java-Quellcode überprüfen

Quelle: http://pmd.sourceforge.net

Lizenz: BSD

Alternativen: Doctor J, Checkstyle

Das freie Sourcecode-Analyseprogramm PMD prüft Java-, Javascript-, PL/SQL- XML- und XSL-Quelltexte. Es spürt dabei Fehler wie ungenutzte Variablen, leere Funktionsblöcke, toten Code, Duplikate und unnötig komplizierte Ausdrücke auf. Insgesamt fünf Tools sind in der Sammlung enthalten: »pmd« , »cpd« , »cpdgui« , »designer« oder »bgastviewer« . Anwender starten die gewünschte Komponente, indem sie diese an das Shellskript »run.sh« anhängen. Der Parameter »-h« listet die verfügbaren Schalter zu den Optionen mit einigen Beispielen auf.

Den Kern der Toolsammlung bildet das Werkzeug »pmd« . Anwender legen beim Aufruf das Regelwerk für die Prüfung fest. Reichen die enthaltenen Guidelines nicht aus, zeigt die Anleitung auf der Projektseite, wie Benutzer eigene erzeugen. Unterstützung erhalten sie dabei von dem grafischen Tool »designer« . Seine Ergebnisse fasst »pmd« in der Voreinstellung in einfachen Textdateien zusammen, unterstützt aber auch andere Formate wie CSV, HTML oder XML.

Das ebenfalls enthaltene Werkzeug »cpd« (Copy Paste Detector) und seine grafische Variante »cpdgui« finden doppelten Code. Anwender übergeben beim Aufruf ein Verzeichnis mit den Quelltexten und definieren hinter »–language« die Sprache. Anders als PMD unterstützt CPD neben Java und Javascript auch C, C++, C#, PHP, Ruby und Fortran. »–minimum-tokens« legt fest, ab wie vielen übereinstimmenden Zeichen ein Codeschnipsel als Dublette gilt. Die Ergebnisse speichert das Tool als Text-, XML- oder CSV-Datei.

Etwas enttäuscht sind die Tester, dass PMD noch kein C++ oder PHP spricht – dann nämlich vergäben sie volle Punktzahl für das Analysetool.

Veusz 1.22

Graphen zeichnen

Quelle: http://home.gna.org/veusz

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Qtiplot, Origin

Veusz ist ein freier Plotter für wissenschaftliche Daten. Das Python-Programm liest Text-, CSV-, HDF5- und FITS-Quellen ein, erzeugt Graphen und speichert diese als Postscript- oder PDF-Datei. Zusätzlich unterstützt es den Export nach SVG und EMF sowie in diverse Bitmap-Formate. Veusz steht für Linux, Windows und OS  X zur Verfügung.

Veusz kann Daten aus mehreren Quellen gleichzeitig laden und verarbeiten. Über das »Insert« -Menü fordern Anwender den Plotter auf einen Graphen zu zeichnen und ordnen diesem weitere Elemente wie Label, Funktionen oder die Anzeigeform zu. Das Programm stellt Balken-, Boxed-, Vektor- oder Polar-Diagramme dar. Über die Einstellungen passen Nutzer den Modus und die Ausrichtung an.

In der Voreinstellung platziert Veusz die Graphen auf der ganzen Seite. Um mehr Daten unterzubringen, definieren Anwender ein Gitter, in dem sie beliebig viele Graphen mit unterschiedlichen Datenquellen platzieren. Der Bereich »Editing« auf der linken Seite listet den Seitenaufbau und die Anzeigeformen übersichtlich auf.

Veusz bietet neben der grafischen Benutzeroberfläche auch eine Schnittstelle für Kommandozeilenfans. Python-kundige Anwender erweitern den Plotter zudem durch eigene Skripte. Ein ausführliches Handbuch und zahlreiche Beispieldokumente hält die Projektseite bereit.

Der leistungsfähige Plotter zeichnet ansprechende Graphen, die sich in diverse Formate exportieren und so problemlos in eigene Dokumente einbinden lassen.

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 3 HeftseitenPreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
LINUX-MAGAZIN KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Readly Logo
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben