Im Kurztest: Feled 1.8, Grec 0.1.0, Azcat 0.45, Logwatch 7.4.1, Phpshell 2.4.
Filed 1.8
Minimalistischer Webserver
Quelle: http://filed.rkeene.org
Lizenz: BSD
Alternativen: Lighttpd, Nginx
Benutzer, die im Heimnetzwerk gelegentlich Dateien per Webserver bereitstellen möchten, sollten Filed erwägen. Das schlanke Programm eignet sich jedoch nur zum Ausliefern statischer Inhalten. Dynamische Webseiten auf Basis von Datenbanken und Ähnlichem unterstützt der Webserver nicht.
Eine Konfigurationsdatei gibt es nicht. Um etwas zu publizieren, reicht es aus, Filed zusammen mit »–root« und dem Dokumentenverzeichnis zu starten. Soll der Webserver im Hintergrund arbeiten, geben Nutzer außerdem »–daemon« an. Weitere Optionen beschränken ihn auf bestimmte Schnittstellen und Ports, und wer eine Protokolldatei benötigt, bestimmt sie hinter »–log« .
Die Parameter »–cache« und »–thread« beeinflussen die Antwortgeschwindigkeit und Skalierung des Webservers. Für die bestmögliche Leistung wählen Admins den Cache und die Zahl der Dateideskriptoren groß genug. Es ist zudem möglich, hinter »–user« ein nicht-privilegiertes Benutzerkonto zu definieren, unter dessen ID das Programm läuft. Dazu sind Rootrechte erforderlich.
Filed ist schlank und benötigt wenig Ressourcen. Der minimalistische Webserver erledigt genau das, was er verspricht: statische Webseiten mit nur einem Befehl im Netz anbieten.
Grec 0.1.0
Standardausgabe einfärben
Quelle: https://pypi.python.org/pypi/grec
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Grep
Ähnlich wie Grep findet Grec Zeichenketten oder Muster in Texten, gibt aber immer die vollständige Datei aus und färbt die Treffer ein. Hinter »-m« definieren Anwender zunächst das Suchmuster und danach den oder die Farbcodes. Optional folgen weitere Fahndungsaufrufe, denn Nutzer dürfen »-m« beliebig oft einsetzen. Ganz am Ende steht die Textdatei, die Grec durchforsten soll.
Um etwa »logfile.txt« nach »error« und »warning« zu durchsuchen und die Fehler rot, die Warnungen gelb zu markieren, tippen Nutzer »grec -m error red -m warning yellow logfile.txt« . Das Python-Tool unterstützt die acht Grundfarben des Termcolor-Pakets: »grey« , »red« , »green« , »yellow« , »blue« , »magenta« , »cyan« und »white« . Eingaben wie »green_on_white« oder »red_on_black« regeln das Aussehen von Vorder- und Hintergrund.
Grec versteht reguläre Ausdrücke und liest optional direkt von der Standardeingabe. Da das Tool immer die ganze Datei ausgibt, ist es leicht, den Überblick zu verlieren. Wer den Output an einen Pager weiterleiten möchte, sollte entweder »more« oder »less -R« einsetzen.
Grec ist ein junges Tool, die Features der ersten Release sind noch überschaubar. Künftige Versionen sollen Python 3 unterstützen und ein paar neue Funktionen zum Einfärben enthalten.
Azcat 0.45
Cat-Alternative mit Format
Quelle: https://github.com/nuta/azcat
Lizenz: Public Domain
Alternativen: Cat
Azcat bewerben die Entwickler als Alternative zu Cat. Das Python-Programm empfiehlt sich jedoch nur zum Anzeigen von Textdateien auf der Shell, denn das Zusammenfügen beherrscht es nicht. Dafür punktet das Tool bei der Darstellung und peppt die Ausgabe mit Syntax Highlighting optisch auf.
In der Voreinstellung liest »az« von der Standardeingabe. Alternativ übergeben Anwender beim Aufruf einen Quelltext. Mit Hilfe von MIME-Types und Magic Patterns versucht Azcat den Dateityp zu ermitteln und färbt dann bestimmte Wörter und Zeichenkombinationen des Outputs ein.
Als einzige Option unterstützt das Programm die Pretty-Print-Funktion von Python. »–with-formatter« sorgt für korrektes Formatieren und Einrücken von Json-, CSV-, HTML-Code und anderen Formaten. Damit sind die Fähigkeiten der aktuellen Version erschöpft. Im Gegensatz zu Cat kann das Tool momentan weder Zeilennummern anzeigen noch Leerzeilen unterdrücken oder Steuerzeichen einblenden.
Eine echte Cat-Alternative ist Azcat zurzeit nicht. Zwar überzeugen die Hervorhebungs- und Formatierungsfunktionen, viel mehr kann das Tool jedoch nicht. Die Entwickler erweitern es aber beständig und veröffentlichen wöchentlich neue Ausgaben. Es lohnt sich, das Git-Repository im Auge zu behalten.
Logwatch 7.4.1
Logdateien überwachen
Quelle: http://logwatch.sourceforge.net
Lizenz: MIT
Alternativen: Ksystemlog, Logcheck
Logwatch hilft dabei, die Protokolle eines Systems zu beobachten. Das Perl-Programm generiert Berichte im Text- oder HTML-Format und versendet sie auf Wunsch per Mail. In der Voreinstellung untersucht es »/var/log« , sammelt die Informationen des letzten Tages und schreibt sie ins Terminal.
Über Aufrufparameter oder die Konfigurationsdatei »/etc/logwatch/conf/logwatch.conf« bestimmen Nutzer, welche Dienste das Tool analysiert und ob die Ausgabe im Terminal, in einer Datei oder einer Mail landet. Logwatch kennt drei Detailtiefen (»low« , »med« , »high« ) und bezieht auf Wunsch auch per Logrotate archivierte Protokolle mit ein.
Über »–range« definieren Anwender einen Zeitraum. Der Parameter versteht Optionen wie »today« , »yesterday« , genaue Angaben (»May 10, 2013« ) und auch kompliziertere Wünsche wie »–range ‘between 60 days ago and yesterday’« . In der Datei »ignore.conf« legen Nutzer fest, welche Einträge Logwatch bei der Auswertung außer Acht lässt.
Die Entwickler haben ihr Tool auf die Zusammenarbeit mit Cron vorbereitet und ein Skript in »/etc/cron.daily« abgelegt. Wer wöchentliche, monatliche oder sogar stündliche Berichte wünscht, verschiebt es einfach ins entsprechende Cron-Verzeichnis. Alternativ empfehlen sich ein eigener Crontab-Eintrag und das Löschen des mitgelieferten Skripts.
Logwatch lässt keine Wünsche offen und überwacht zuverlässig Systemprotokolle. In Kombination mit Cron passiert das alles vollautomatisch und mit etwas Feintuning erhalten Admins maßgeschneiderte Auswertungen.
Phpshell 2.4
Shell für den Browser
Quelle: http://phpshell.sourceforge.net
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Webconsole, Shell In A Box
Besteht zu einem Server kein SSH-Zugang, bietet Phpshell eine Konsole zum Ausführen von Shellkommandos im Browser. Voraussetzung ist ein PHP-fähiger Webserver; der PHP-Safe-Modus darf nicht aktiviert sein. Anwender entpacken das Zip-Archiv im Webspace, erzeugen mit dem Skript »pwhash.php« einen Benutzernamen und ein Kennwort und tragen diese Daten in der Datei »config.php« ein. Über »phpshell.php« erreichen sie anschließend ihr Terminal.
Die Phpshell-Konsole versteht grundlegende Shellbefehle. Das Starten von grafischen oder interaktiven Programmen oder von Tools, die Ncurses benötigen, klappt allerdings nicht. Auch auf die Tab Completion müssen Nutzer verzichten. Wer lange Kommandos eintippen möchte, muss das Fenster im Browser auf die gewünschte Größe aufziehen, denn das Skript erkennt keine mehrzeiligen Anweisungen. Außerdem dürfen die Jobs maximal 30 Sekunden laufen, da Webserver und PHP-Installationen hier in der Regel eine Grenze setzen.
Wer weitere Accounts einrichten möchte, trägt diese ebenfalls in der Datei »config.php« ein. Hier ist es zudem möglich, Shell-Aliasse zu definieren. Auch das Homeverzeichnis und das Aussehen des Prompts legen Admins in der Einrichtungsdatei fest. Ganz am Ende finden sie noch eine Option, um den Datei-Upload per Phpshell freizugeben.
Die Einrichtung von Phpshell gelingt im Handumdrehen, die Anwender erhalten so ein einfaches Terminal per Webbrowser. Um die Absicherung des Systems müssen sie sich selbst kümmern, denn das Tool verschlüsselt lediglich das Passwort, nicht aber die Kommunikation.











