Webentwickler sind auf Weiterbildung angewiesen, so dynamisch wie sich ihre Disziplin entwickelt. Ein Buch über Clojure hilft einschlägige Kenntnisse vertiefen. Ein zweites Buch assistiert beim Entwerfen anschaulicher Diagramme mit dem Statistikprogramm R.
Clojure ist nichts Neues: Die funktionale Programmiersprache für die Java Virtual Machine (JVM) gibt es bereits seit 2007. Inzwischen hat sie eine lebhafte Community um sich geschart, die Clojure für stark frequentierte Webseiten nutzt, die mit großen Datenmengen umgehen. Trotzdem bleibt Clojure für den einen oder anderen eine esoterische Sprache mit eigenwilliger Syntax. Dmitri Sotnikovs Buch “Web Development with Clojure” bemüht sich darum, diesen Mythos zu zerstören und zu zeigen, dass Clojure eine Sprache ist, mit der sich effektiv moderne und wartbare Webapplikationen erstellen lassen.
Wissen für Webentwickler
Das Buch beginnt mit einer turbulenten Einleitung, die ein Gästebuch als beispielhafte Webapplikation vorstellt. Nebenbei macht sie den Leser bei dieser Gelegenheit mit Light Table, der empfohlenen Entwicklungsumgebung für Clojure, vertraut. Im Anschluss bekommt er die Grundbausteine einer typischen Webapplikation vorgestellt: die Abstraktion von HTTP-Requests und -Responses sowie das Routing.
Im Folgenden geht der Autor auf eine alternative HTTP-Abstraktion mit Hilfe der Bibliothek Liberator ein. Dann behandelt Sotnikov das Vorgehen beim Zugriff auf eine relationale Datenbank und liefert das nötige praktische Rüstzeug an dem Beispiel einer voll ausgestatteten Bildergalerie. Gegen Ende des Buches vervollständigt der Autor dieses Beispiel noch, indem er zeigt, wie sich Stile sowie Tests und Logging ergänzen lassen.
Auch das Paketieren und die Installation der selbst entwickelten Software kommen nicht zu kurz. Ein abschließendes Kapitel wendet sich Alternativen zu, etwa dem Einsatz von Clojure Script statt Javascript oder von SQL-Alternativen.
Auch das Buch ließe sich noch verbessern, namentlich der Teil über Clojure Script könnte eine Vertiefung durchaus vertragen. Alles in allem ist das Buch für all jene eine wertvolle Ergänzung der Bibliothek, die ihre ersten Schritte mit Clojure hinter sich haben und ihre Kenntnisse vertiefen wollen.
Clojure
Dmitri Sotnikov:
Web Development with Clojure
The Pragmatic Programmers, 2014
232 Seiten
19 Euro
ISBN: 1937785645
Ein Bild sagt mehr
Das Buch von Thomas Ralf ist nicht für eine durchgehende Lektüre von der ersten bis zur letzten Seite optimiert, seine etwas eigenwillige Struktur bewährt sich aber durchaus. Zuvor stolpert man allerdings über den Titel: “Datendesign mit R”. Wer da an Zuschnitt und Gestaltung der Daten selber denkt, also etwa an Datenstrukturen oder Datenformate, der ist auf dem Holzweg. Gemeint ist lediglich die Visualisierung der Daten mit den Grafikmöglichkeiten von R. Das sollte der Leser nach dem Einführungskapitel begriffen haben.
Was sich anschließt, ist eine anschauliche und gut verständliche Kurzeinführung in die Grundlagen sowohl der grafischen Gestaltung als auch von R selbst. Wer noch nie mit R zu tun hatte, wird hier zwar ein wenig knapp bedient, aber das Buch enthält an vielen Stellen reichlich hilfreiche Verweise auf weiterführende Literatur.
Der deutlich umfangreichere zweite Buchteil besteht aus ausführlich kommentierten Beispielen. Angefangen bei Säulendiagrammen für kategoriale Daten über Histogramme und Boxplots für Verteilungen, Zeitreihendaten, Streudiagramme bis zur Visualisierung von Geodaten mit Karten oder bis zu Infografiken, die den Bereich der Diagramme im engeren Sinn schon verlassen.
Hier wird der Leser wohl am meisten profitieren, wenn er gezielt die zu seiner aktuellen Aufgabenstellung passenden Kapitel studiert. Dann bieten ihm die Beispiele ein Maß an Anschaulichkeit, das mit einer rein theoretischen Erörterung nicht zu erreichen gewesen wäre. Außerdem laden die Beispiele zu spielerischen Modifikationen ein.
Wer sich mit R schon auskennt oder eine zusätzliche Einführung in diese freie Statistik-Sprache nicht scheut und wer hin und wieder Daten grafisch aufbereiten will, der findet in dem vorliegenden Buch einen außerordentlich nützlichen Begleiter, der eine große Spannbreite an Darstellungsmöglichkeiten anschaulich zu vermitteln weiß.







