Im Kurztest: Checkit 0.2.0, Ddpt 0.94, Firejail 0.9.4, Gpgpwd 0.4, Ocserv 0.3.4, Webalizer 2.23.
Firejail 0.9.4
Sandboxing-Tool
Quelle: http://l3net.wordpress.com/projects/firejail
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Containers, Chroot
Das Sandboxing-Tool Firejail nutzt die Kernel-Namespaces, um den Zugriff von Prozessen auf die Rechner-Ressourcen einzuschränken. Es stellt dazu ein eigenes Verzeichnissystem, einen separaten Netzwerkstack, eigene Hostnamen sowie eine isolierte Interprozesskommunikation mit eigenen PIDs bereit.
Firejail führt einzelne Kommandos aus oder arbeitet mit Konfigurationsprofilen. Da das Tool ursprünglich als Sandbox für den Browser Firefox diente, liegen dem Archiv bereits Profildateien für Firefox beziehungsweise Iceweasel bei. In der aktuellen Version 0.9.4 haben die Entwickler ebenfalls Sandboxprofile für Evince und Midori hinzugefügt. Sie eignen sich als Vorlage für eigene Entwürfe.
Einrichtungswünsche nimmt das C-Programm beim Aufruf entgegen. Parameter definieren, in welches Verzeichnis Firejail beim Start wechseln soll, ob die Sandbox einen Netzwerkzugang und ein Homeverzeichnis hat. Optional weisen Anwender der Umgebung eine Schnittstelle und eine eigene IP-Adresse zu. Wer Firejail als Login-Shell für einen Account einrichten möchte, der trägt die notwendigen Optionen in die Datei »/etc/firejail/login.users« ein.
Firejail schließt Programme sicher weg. Die Konfiguration ist intuitiv und schnell erledigt.
Ocserv 0.3.4
VPN-Server
Quelle: http://www.infradead.org/ocserv
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Open VPN, Tinc
Der schlanke Open-Connect-VPN-Server, kurz Ocserv, verwendet das Any-Connect-VPN-Protokoll, das auch zahlreiche Cisco-Router beherrschen. Nach dem Programmstart lauscht der Server auf Port 3333 auf eingehende TCP-Verbindungen. Wenn sich der Benutzer erfolgreich authentisiert hat, wandern die Daten über eine dedizierte, mit Datagram Transport Layer Security (DTLS) verschlüsselte UDP-Verbindung. Das Tool ermöglicht die Authentisierung via Zertifikat und PAM. Letzteres erwartet die Anmeldung mit dem Standard-Benutzerpasswort. Alternativ erzeugt das im Archiv enthaltene Programm »ocpasswd« eine neue Kennwortdatei. Beide Methoden sind auch kombinierbar.
Wenn ein Client eine Verbindung aufgebaut hat, weist Ocserv ihm eine IP-Adresse zu und reicht die Routing-Informationen weiter. Der Server unterstützt IPv4 und IPv6. Admins schränken optional mit Cgroups den Ressourcenverbrauch ein. Dazu nutzen sie die mitgelieferte Einrichtungsdatei als Vorlage und legen sie unter »/etc/ocserv/ocserv.conf« ab. Das Archiv enthält außerdem das kleine Monitoring-Werkzeug Occtl, das den Serverstatus oder eine Liste mit aktiven Verbindungen ausgibt.
Ocserv ist eine interessante Alternative zu den bewährten VPN-Lösungen und eignet sich besonders für alle, die bereits Systeme mit Any-Connect-VPN im Einsatz haben.
Gpgpwd 0.4
Passwortmanager für die Shell
Quelle: http://random.zerodogg.org/gpgpwd
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Yapet, Console Password
Manager
Wer nach einer Alternative zu grafischen Passwortmanagern sucht, der sollte sich Gpgpwd ansehen. Wie der Namen vermuten lässt, setzt das Tool auf Gnu PG, um die Kennwörter sicher in der verschlüsselten Datei »~/.gpgpwddb« wegzuschließen.
Das Kommando »gpgpwd set« , gefolgt von einem eindeutigen Namen, trägt ein neues Passwort in die Datei ein oder aktualisiert ein bestehendes. Nachdem der Benutzer sich mit seiner Gnu-PG-Passphrase authentisiert hat, gibt er auf Aufforderung das Kennwort ein. Alternativ drückt er die Eingabetaste, und Gpgpwd schlägt ein zufälliges Passwort für den Dienst vor.
Um es wieder auszulesen, ruft der Nutzer »gpgpwd get« zusammen mit dem Namen auf. Wer sich genau erinnert, der darf einen regulären Ausdruck verwenden. Findet das Tool keinen Eintrag in der Passwortdatei, stößt es selbstständig eine Suche nach ähnlichen Begriffen an. Andernfalls tippen Anwender »gpgpwd get .« , um alle enthaltenen Einträge anzuzeigen. Die Option »remove« entfernt ein Kennwort, »rename« ändert den Bezeichner für den Eintrag.
Gpgpwd ist ein schneller und sicherer Passwortmanager, der auf das bewährte Kryptographiesystem Gnu PG setzt. Das Tool ist kinderleicht zu bedienen und arbeitet auch via SSH.
Checkit 0.2.0
Integrität von Dateien testen
Quelle: http://dennisk.customer.netspace.net.au/checkit.html
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Integrit, Afick
Dateisysteme wie Btr-FS oder ZFS versehen alle Dateien mit einer Prüfsumme und erkennen fehlerhafte Daten praktisch sofort. Dies ermöglicht es dem Anwender, jederzeit die Datei-Integrität zu kontrollieren. Andere Dateisysteme bieten ein solches Feature nicht von Haus aus – hier schafft Checkit Abhilfe. Das Konsolentool erzeugt, verwaltet und kontrolliert Prüfsummen im Verzeichnissystem und nutzt dazu den CRC-64-Algorithmus.
Um eine Prüfsumme anzulegen, rufen Anwender »checkit -s« gefolgt vom Dateinamen auf. Die Option »-r« erfasst rekursiv ganze Verzeichnisbäume. Das Tool ermittelt die Prüfsummen und schreibt das Ergebnis auf die Standardausgabe. Außerdem speichert es den CRC-Wert als ein erweitertes Attribut im Dateisystem oder optional in einer versteckten Datei. Das Programm unterstützt daher nur Dateisysteme, die erweiterte Attribute unterstützen. Dazu gehören unter anderem Ext 2, Ext 3, Ext 4, XFS, JFS und Btr-FS. Die Windows-Version des Tools arbeitet mit Vfat und NTFS.
Zum späteren Vergleich rufen Benutzer das Tool mit dem Parameter »-c« und dem Dateinamen auf. Benötigen sie die Prüfsumme einer Datei nicht mehr, entfernt die Option »-x« sie wieder. Hat sich eine Datei verändert, müssen Anwender die Prüfsumme nicht erst löschen und neu anlegen. In diesem Fall reicht es aus, sie mit »-o« zu aktualisieren.
Checkit ist ein junges Projekt, das Dateisysteme um eine Integritätskontrolle mittels Prüfsummen erweitert. Da es auf der Konsole arbeitet, binden Anwender es bequem in eigene Skripte ein und automatisieren ihre Analysen.
Ddpt 0.94
Daten blockweise kopieren
Quelle: http://sg.danny.cz/sg/ddpt.html
Lizenz: BSD
Alternativen: Dd
Das Shellprogramm Ddpt überträgt Daten zwischen Dateien oder Speichermedien. Da das Tool Blöcke transferiert, eignet es sich gut für blockorientierte Geräte wie Band-, Disketten- und CD/DVD-Laufwerke, USB-Sticks und SD-Karten sowie für andere Devices, die den SCSI-Befehlssatz unterstützen.
Nicht nur der Name erinnert an das klassische Dd-Tool – die Entwickler haben auch viele Funktionen und Parameter übernommen. So passen Anwender zum Beispiel mit den Optionen »bs« , »ibs« und »obs« die Blockgröße an, auch »count« funktioniert genauso und legt die Anzahl der übertragenen Blöcke fest.
Anders als Dd akzeptiert Ddpt einen Punkt als Ausgabedatei und interpretiert ihn als Null-Device. Zudem überschreibt Ddpt nicht automatisch die Ausgabedatei. Wer das möchte, der muss dies explizit mit der Angabe »oflag=trunc« einschalten. In Kombination mit »coe« (continue on error) eignet sich das Tool damit auch für Datenrettungsversuche. Mögliche Aufrufoptionen sind »iflag=coe« , »oflag=coe« oder auch »coe=1« .
Weitere nützliche Parameter lenken die Ausgabe parallel in eine zweite Datei um oder nehmen eine abgebrochene Übertragung wieder auf. Auch die Datendurchsatzrate schränken Anwender bei Bedarf ein. Die Manpage und die Anleitung auf der Projektseite beschreiben alle Features und geben aussagekräftige Beispiele.
Wer Dd oft und intensiv nutzt, der sollte einen Blick auf Ddpt werfen. Das Tool kombiniert Altbewährtes mit neuen Funktionen. Da sich die Befehlssyntax ähnelt, hält sich der Lernaufwand in Grenzen.
Webalizer Xtended 2.23-08-RB30
Traffic-Analyse für Webserver
Quelle: http://www.patrickfrei.ch/webalizer
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Webalizer, Awstats, Piwik
Webalizer wertet die Logdateien von Webservern aus und erzeugt Berichte im HTML-Format. Das Tool beachtet allerdings keine 404-HTTP-Fehlercodes. Hier springt Webalizer Xtended in die Bresche. Die Weiterentwicklung punktet außerdem mit übersichtlicheren Beschriftungen, benutzerdefinierten Tabellen und eigenen Farbschemata.
Beim Aufruf nimmt das Tool die Protokolle entgegen. Es erwartet sie im Common- oder auch Combined-Log-Format, versteht Xferlog-Dateien gängiger FTP-Server sowie das W3C Extended Log File Format. Anwender geben außerdem das Verzeichnis für die Berichte und optional deren Titel an. Häufig benötigte Optionen tragen Nutzer am besten in eine Konfigurationsdatei ein. In der Voreinstellung sucht das Tool nach der Datei »webalizer.conf« , zuerst im aktuellen Verzeichnis und danach in »/etc« .
Das Archiv enthält eine Beispieldatei namens »sample.conf« , die sich zur Vorlage eignet. Neben Angaben zu Verzeichnissen und zu erstellenden Statistiken ist hier auch das HTML-Grundgerüst der Berichte definiert. Wer die protokollierten IP-Adressen mit einer Geo-Datenbank abgleichen möchte, findet hier ebenfalls entsprechende Einträge.
Webalizer Xtended ist eine gelungene Weiterentwicklung eines bewährten Analysetools, die oft vermisste Features nachrüstet. Wer die Logfiles optimal auswerten möchte, sollte die Beispielkonfiguration und die Manpage studieren. (U. Vollbracht/hej)











