Aus Linux-Magazin 07/2014

Der Linksys WRT 1900 AC im Test

© Sybille Yates, 123RF

Der Linksys WRT 54 war einst Auslöser für das Open-WRT-Projekt, eine der ältesten und beliebtesten Mini-Linux-Embedded-Firmwares für VIA- und ARM-Router. Jetzt stellt Belkin den offiziellen Nachfolger vor, den WRT 1900 AC. Für einen stolzen Preis bietet er moderne Hardware, aber schwache Firmware.

Nur wenige Geräte genießen unter Linuxern so eine Ausnahmestellung wie der altehrwürdig Linksys WRT 54 in all seinen Varianten. Zwölf Jahre nach der ersten Release 2002 bringt Belkin nun einen äußerlich recht ähnlich gehaltenen Nachfolger auf den Markt, dessen Innenleben viel zu bieten hat: Der Linksys WRT 1900 AC ist da.

Vier Antennen, viermal LAN

Wie beim WRT 54 handelt es sich bei dem Gerät um einen WLAN-Router mit vier LAN-Anschlüssen, einem Uplink und einem Webfrontend fürs WLAN (alle Details siehe Kasten “Hardware: Linksys Dual Band Gigabit Wi-Fi Router 1900 AC”). Doch im Gegensatz zum betagten Vorgänger rangiert der 1900er auf dem heutigen Stand der Technik, so sind etwa Gigabit-Ethernet, USB 3.0, E-SATA und aktuelle WLAN-Standards an Bord. Vom bewährten 802.11b- bis zum brandneuen 802.11ac-Standard, der im 5-GHz-Band nominell mehr als 1 GBit/s schnell sein soll, bietet der Kleine viel von dem, was das Anwenderherz begehrt.

Hardware: Linksys Dual Band Gigabit Wi-Fi Router 1900 AC

Webseite des Herstellers:

[http://store.linksys.com]

Prozessor:

1,2 GHz, Doppelkern, ARM-basiert

Speicher:

128 MByte Flash, 256 MByte DDR3-System-RAM

Anschlüsse/Schnittstellen:

1 Gigabit-WAN-Port, 4 Gigabit-LAN-Ports, 1 USB-3.0-Port, 1 E-SATA-USB-2.0-Port

Antennen:

4 externe, abnehmbare Dualband-Antennen

Frequenzband:

Simultanes Dualband, 2,4 GHz und 5 GHz

WLAN-Support:

802.11b (bis zu 11 MBit/s), 802.11a/g (54 MBit/s), 802.11n (2,4 GHz, 600 MBit/s), 802.11ac (5 GHz, 1,3 GBit/s)

Wireless-Verschlüsselung:

64-/128-Bit-WEP-Verschlüsselung, WPA2-Personal, WPA2-Enterprise

Sonstiges:

Support für FAT, NFS, HFS+ auf USB-Medien (Ext nur read-only), UPnP, Samba, DLNA, FTP, Druckserver, Kinderschutz, DMZ, NAT, Portforwarding, Priorisierung, Ausschaltknopf

VPN-Unterstützung:

PPTP, L2TP, IPsec-Passthrough

Maße:

Gewicht 1,03 kg, Breite/Höhe/Tiefe 25 x 5 x 20 cm

Netzteil:

Eingang 100 bis 240 V, 50/60 Hz, Ausgang 12 V mit 4 A

Preis:

ca. 280 Euro (in den USA 250 Dollar)

Wo schon der WRT 54 mit zwei Antennen für damalige Verhältnisse herausragende Sendeleistungen aufwies, legt Belkin jetzt noch zwei drauf und spendiert dem DIN A 4 großen Router vier schwenk- und drehbare Antennen, mit denen das Gerät sowohl im 2,4- als auch im 5-GHz Frequenzband sendet und empfängt.

USB 3.0 und ein kombinierter USB-2.0-E-SATA-Anschluss machen den Router zum Medienserver mit fast beliebig viel Platz auf der Festplatte. Neu ist auch – man höre und staune – ein separater Ein- und Ausschalter, ein lange gehegter Wunsch aus der Community. Insgesamt ist das Gerät mit all der Technik breiter und etwa doppelt so schwer wie sein Vorgänger, der etwa DIN-A-5-Format-hatte.

Der Admin kann das Gerät als Router mit statischer oder dynamischer IP am Internet, zum Beispiel hinter einem Kabelmodem, oder im PPPoE-Modus als DSL-Router arbeiten lassen. Auch VPN ist bereits an Bord, doch – wie von vielen Herstellern gewohnt – nur als PPTP oder L2TP und IPsec-Passthrough. Wer mehr braucht, muss auf die freie Firmware Open WRT warten [1].

Netzwerk-Konfiguration

Bis dahin nutzt der Admin Belkins Firmware mit ihren fortgeschrittenen Konfigurationen: Will der Administrator WLAN und die Außenseite zu einem LAN-Segment verbinden, dann schaltet er den Router in den dafür vorgesehenen Bridgemodus oder er nutzt den 1900er als WLAN-Extender: In diesem Modus verbindet er sich (mit seinem dritten eingebauten Wifi-Adapter) mit einem weiteren WLAN und “bridget” die eigenen SSIDs in dieses WLAN.

Dabei ist es auch möglich, ein Funknetzwerk, das eigentlich nur 2,4 GHz anbietet, in beide Frequenzbereichen zu verlängern. Doch Vorsicht: Wer in diesem Szenario die auf MAC-Adressen basierende Zugriffsverwaltung nutzt, muss aufpassen und eventuell nacharbeiten.

Mit den vier verstellbaren Antennen strahlt das Gerät ganz ordentlich. Die Wohnung des Autors ist lang gezogen und in der Mitte befindet sich die Küche, in der ein nicht mehr ganz neuer Kühlschrank sehr störende elektrische Streustrahlung erzeugt, wenn der Motor des Kompressors anspringt. Das Netzwerkzentrum befindet sich in einem Raum direkt neben der Küche, damit bietet diese Umgebung erschwerte Bedingungen für einen WLAN-Router.

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