CPU Compare 0.6, MDP 0.7.0, Hstr 1.2, IPset List 3.1, Open Traffic Shaper 0.1.x-20140214, Rabbit VCS 0.15.3
CPU Compare 0.6
Leistung von Prozessoren vergleichen
Quelle: http://www.muflone.com/cpucompare/english
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Kernbench
Wer die Frage nach der Leistungsfähigkeit von Prozessoren stellt, zieht meist eine Suchmaschine zu Rate. Eine Übersicht auf dem lokalen Desktop bietet dagegen CPU Compare. Das GTK+-Tool vergleicht gängige CPU-Modelle in allen Variationen miteinander und zeichnet die Auswertung ins Programmfenster.
Die Entwickler haben dem Programm eine SQlite-Datenbank beigelegt, die Informationen zu Prozessormodellen von Intel, AMD und VIA enthält. Die Palette der bekannten Prozessoren kann sich durchaus sehen lassen. Bei Intel-Modellen reicht die Liste bis zum Pentium III und bei AMD sogar bis zum K6-2 zurück. ARM-Prozessoren gehören leider nicht zum Sortiment.
Über Dropdownmenüs wählen Anwender zwei oder mehr CPUs aus. Für jeden Prozessor zeigt das Tool einen Wert an, der den im Internet verfügbaren Pass-Mark-Ergebnissen entspricht, einem Benchmark für CPUs. Aus welcher Quelle genau der CPU-Compare-Entwickler seine Zahlen bezieht, konnten die Tester allerdings nicht in Erfahrung bringen.
CPU Compare ist interessant für alle, die regelmäßig Leistungsunterschiede zwischen mehreren CPUs bewerten müssen. Da nicht ganz klar ist, woher das Tool seine Werte bezieht, dient es aber allenfalls als Orientierungshilfe.
MDP 0.7.0
Passwortmanager für die Shell
Quelle: http://tamentis.com/projects/mdp
Lizenz: BSD
Alternativen: Console Password Manager, Gpgpwd
MDP kümmert sich um die Kennwörter der Anwender, setzt dazu auf Gnu PG für die Verschlüsselung und einen beliebigen Texteditor. Im Programm enthalten sind außerdem ein Pager mit Vollbild- und Timeout-Funktion (damit Kennwörter nicht auf der Konsole sichtbar bleiben) sowie ein Passwortgenerator.
Als Minimalkonfiguration legen Anwender in der Datei »~/.mdp/config« die Gnu-PG-Schlüssel-ID und den Namen ihres Lieblingseditors fest. Weitere Optionen bestimmen den Timeout für die Kennwortanzeige und spezifische Einstellungen für die Profile. Mit »mdp generate« erzeugen Anwender eines oder mehrere Passwörter. Aufrufoptionen bestimmen die Anzahl »-n« und die Länge »-l« .
Um ein Passwort in den Safe (das ist die Datei »~/.mdp/passwords« ) aufzunehmen, rufen Nutzer »mdp add« auf, »mdp get« liest es wieder aus. Nach erfolgreicher Passworteingabe erscheinen die Informationen auf der Standardausgabe. MDP enthält einen eigenen Pager, der den Bildschirm in der Voreinstellung nach 15 Sekunden leert. In einer SSH-Sitzung funktioniert das Ausblenden allerdings nicht.
MDP verwaltet Kennwörter zuverlässig auf der Kommandozeile. Gnu PG sorgt für ausreichend sichere Verschlüsselung, der eingebaute Pager räumt selbstständig den Bildschirm auf und schützt damit vor neugierigen Blicken.
Hstr 1.2
Bash-History effizient nutzen
Quelle: https://github.com/dvorka/hstr
Lizenz: Apache 2.0
Alternativen: History Selector
Die Bash-History mit ihrer Suchfunktion ist ein unverzichtbares Hilfsmittel. Manchmal gerät die Fahndung nach alten Kommandos jedoch zur Sisyphusarbeit. Hstr verspricht mehr Komfort für die Befehlsvervollständigung und will den Shortcut [Strg]+[R] ablösen.
Anwender rufen das Tool über »hh« auf und sehen eine Liste der letzten Befehle. Am oberen Rand zeigt es Shortcuts für die wichtigsten Funktionen. Mit den Pfeiltasten blättern Nutzer durch die Liste, [Strg]+[/] stößt die Suche an, und [Strg]+[T] (de)aktiviert die Groß-/Kleinschreibung. Hstr filtert und sortiert die Ausgabe, während Anwender noch tippen. Mit einem einfachen Algorithmus ermittelt das Tool den wahrscheinlichsten Befehl. Dazu schaut es in der History nach, wie häufig ein Kommando vorkommt, und wertet die Zeitstempel und die Befehlslänge aus.
Nutzer dürfen die Kommandos nachträglich bearbeiten, um beispielsweise Tippfehler oder versehentlich eingegebene Passwörter zu entfernen. Wer eine persönliche Einrichtungsdatei erzeugen möchte, der speichert die Ausgabe von »hh –show-configuration« in der eigenen »~./bashrc« .
Hstr ist eine echte Erleichterung für Bash-Poweruser. Das Tool ist im Nu konfiguriert, intuitiv anzuwenden und vervollständigt Kommandos.
IPset List 3.1
Wrapper für IPset
Quelle: http://sourceforge.net/projects/ipset-list
Lizenz: GPLv3
Alternativen: IPset, SC-Tool
Um die Definition von Firewallregeln für mehrere IP-Adressen zu vereinfachen, bietet IPtables das Zusatztool IPset. Mit seiner Hilfe fassen Anwender mehrere Adressen zusammen und wenden dann eine einzige Regel darauf an. Das Wrapperskript IPset List erleichtert das Verwalten mehrerer großer Adressensets. Es sucht Mengen, Header und Elemente und zeigt diese übersichtlich an.
Ohne Parameter aufgerufen listet der Helfer alle vorhandenen Sets mit ihren Namen auf. Mehr Auskunft gibt »-a« . Er stellt Verwaltungsmethoden und Datentypen sowie alle im Set enthaltenen Adressen dar. Da dies bei großen Serien schnell unübersichtlich wird, fragt »-i Name« nur die Adressen eines bestimmten Sets ab. In der Voreinstellung trennt IPset List die einzelnen IP-Adressen durch ein Leerzeichen voneinander ab. Wer dies verändern möchte, etwa um die Daten in eigenen Skripten weiterzuverarbeiten, der setzt mit »-d« einen eigenen Trenner.
Weitere Aufrufoptionen suchen nach bestimmten IP-Adressen in der Ausgabe oder blenden gezielt IPs aus. Mit »-Tm« berechnet IPset List, wie viel Arbeitsspeicher alle Adressensets gerade beanspruchen. Ein Blick in die umfangreiche Manpage lohnt sich. Hier finden Admins zahlreiche Optionen, um komplexe Analysen ihrer Sets durchzuführen. Dank der im Quellpaket enthaltenen Bash-Completion für das Kommando »ipset_list« sparen sie einiges an Tipparbeit.
Wer IPset intensiv nutzt, der sollte IPset List testen. Der Wrapper erleichtert das Arbeiten mit Adressensets und die Ausgabe eignet sich zum Weiterverarbeiten in eigenen Skripten.
Open Traffic Shaper 0.1.x-20140214
Netzwerkverkehr regeln
Quelle: http://wiki.opentrafficshaper.org
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Kshaper, Trickle
Der Open Traffic Shaper unterstützt Anwender beim Steuern des Datendurchsatzes auf einer oder mehreren Schnittstellen. Das Perl-Programm nutzt dazu »tc« aus dem IProute-Paket. Nach dem Start läuft es als Dienst im Hintergrund. Anwender greifen über den integrierten Webserver via Port 8088 auf das Webinterface zu. Da es keine Zugangskontrolle gibt, sollten sie den Zugriff mit einer Firewall beschränken.
Im Bereich »Limits« legen Anwender den Datendurchsatz für einzelne Rechner oder Pools fest. Für jeden Eintrag definieren sie maximale Durchsatzraten für Up- und Download. Ein Verfallsdatum regelt, wie lange die Maßnahmen greifen. Die Datenraten für die Schnittstellen bestimmen Nutzer im Bereich »ConfigManager« . Optional richten sie in der Datei »opentrafficshaper.conf« so genannte Serviceklassen ein und bestimmen für jede eigene Durchsatzraten. In der Weboberfläche brauchen sie unter »Limits« dann nur noch die Serviceklassen anzugeben, um die Maximalwerte festzulegen.
Die mitgelieferte Beispielkonfiguration ist sehr umfangreich und enthält bereits sechs vordefinierte Klassen. Anwender richten hier ebenfalls Plugins, den Loglevel, die Protokolldateien und Zugriffsdaten für etwaige Datenbankanbindungen ein. Das mitgelieferte Muster enthält viele Kommentare, die deutlich mehr Aufschluss über Open Traffic Shaper geben als die derzeit noch recht dürftige Dokumentation im Wiki.
Open Traffic Shaper ist ein noch junges Projekt, das auf bewährte Tools setzt und eine übersichtliche Oberfläche bietet.
Rabbit VCS 0.15.3
GUI für Git und SVN
Quelle: http://rabbitvcs.org
Lizenz: GPLv2
Alternativen: Git Cola, Gitg, Qgit
Rabbit VCS erweitert die Dateimanager Nautilus (Versionen 2 und 3), Thunar sowie den Texteditor Gedit um Funktionen zur Versionsverwaltung. Zudem existiert eine Kommandozeilen-Schnittstelle. Das Python-Programm kümmert sich um Git- und SVN-Repositories.
Nach der Installation bieten die genannten Anwendungen neue Menü-Einträge in der Werkzeugleiste oder im Kontextmenü der rechten Maustaste. Rabbit VCS erzeugt und klont Repositories und zapft Onlinequellen an. Die Dateimanager markieren Dateien aus einem Repository mit kleinen Icons. Ein rotes Ausrufezeichen kennzeichnet geänderte Files, ein Plussymbol weist auf neu hinzugekommene hin. Das Tool kann Dateien und Verzeichnisse in den Index schieben, sie dort wieder herausholen, umbenennen, löschen oder zur Liste der ignorierten Dateien hinzufügen. Beim Commit unterstützt es durch einen Assistenten, der Files und Kommentare abfragt.
Branches und Tags listet Rabbit VCS in eigenen Fenstern auf. Eine Log-Ansicht zeigt außer einem Diagramm mit den Branches die verkürzte Commit-ID, Informationen zum Autor, das Datum und den Kommentar an. Rabbit VCS vergleicht über ein externes Programm (voreingestellt ist Meld) zwei Versionen einer Datei miteinander. Auf dem Testsystem funktionierte dies allerdings nicht.
Rabbit VCS verfolgt eine gute Idee, ist allerdings noch recht fehleranfällig. Das Tool eignet sich vor allem für grundlegende Git- und Subversion-Funktionen sowie für Projekte mit wenigen Branches und Tags.










