Aus Linux-Magazin 07/2013

Werkzeuge im Kurztest

Flm 0.3, Snowbox 2.0, Remind 3.1.13, Trackfs 0.1.0, Htpdate 1.0.5, Mkat 0.5.

Fim 0.3 beta

Flexibler Bildbetrachter

Quelle: https://www.autistici.org/dezperado/fim

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Image Magick

Der schlanke Bildbetrachter Fim zeigt nicht nur unter X die Schnappschüsse an, sondern via Framebuffer auch auf der Konsole. Das Tool stellt alle Bilder stets in voller Größe dar. Wichtige Infos, etwa zum Dateinamen oder zur Auflösung, erscheinen in der Fußzeile. Der Shortcut [Strg]+[H] ruft die Hilfe auf.

Weitere Tastenkombinationen haben die Entwickler von Vim entliehen. So verschieben Anwender mit den Pfeiltasten oder [H],[L],[K] und [J] den Ansichtsbereich. Mit [+] und [-] zoomen sie herein oder heraus. Übergeben Nutzer beim Start ein ganzes Verzeichnis mit Bildern, blättern sie mit den Tasten [N] und [P] vorwärts und rückwärts. Der Doppelpunkt startet auch bei Fim den Befehlsmodus.

Es gibt Kommandos, die den Skalierungsfaktor ändern, ein Bild direkt ansteuern oder einen externen Befehl ausführen. Über Parameter beeinflussen Anwender Fim beim Start und passen die Bildhöhe und -breite sowie die Auflösung an.

Fim bietet alle wichtigen Funktionen eines Bildbetrachters, arbeitet via Framebuffer auch auf der Konsole und macht auch in selbst erstellten Skripten eine gute Figur.

Snowbox 2.0

Einfacher POP3-Server

Quelle: https://kiza.eu/software/snowbox

Lizenz: GPLv3

Alternativen: GNU Pop3d, Tpop3d

Snowbox ist ein kompakter POP3-Server, der wenig Ressourcen benötigt und schnell installiert ist. Er ist in Go implementiert und benötigt daher den entsprechenden Go-Compiler. Das Tool unterstützt SSL, IPv6 und APOP.

Die Konfigurationsdatei »/etc/snowbox/config« enthält nur wenige Anweisungen. In der Voreinstellung lauscht der Server an der Loopback-Schnittstelle auf Port 110. Ist die SSL-Verschlüsselung aktiviert, kommt Port 995 zum Einsatz. Der sichere Transfer ist zunächst deaktiviert. Wer Wert auf eine sichere Kommunikation legt, der setzt die Anweisung »use _ssl« auf »yes« und hinterlegt einen SSL-Schlüssel sowie ein -Zertifikat.

Die Benutzerverwaltung erfolgt über die Datei »/etc/snowbox/user.auth« . Sie setzt nicht auf PAM oder LDAP, sondern enthält lediglich Zeilen mit Benutzernamen und dazugehörigen Passwörtern. Da diese im Klartext vorliegen, sollte der Admin die Zugriffsrechte für die Datei entsprechend setzen. Als Mailverzeichnis nutzt Snowbox »/var/mail« , wo ein MTA die Post abgelegt hat. Soll das Tool die Mails woanders suchen, verändern Anwender die Option »maildir« . Snowbox protokolliert mit Hilfe von Syslog.

Snowbox ist schlank und kompakt und schon mit wenigen Handgriffen eingerichtet.

Remind 3.1.13

Terminverwalter für die Konsole

Quelle: http://www.roaringpenguin.com/products/remind

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Calcurse, Ccal, Pal

Remind ist ein ausgeklügelter Kalender- und Alarmdienst für Unix-Systeme. Das Kommandozeilentool setzt im Hintergrund auf eine eigene Skriptsprache, um einmalige und wiederkehrende Termine zu notieren. Die Remind-Skriptdateien liegen im Textformat vor, sodass Anwender sie im Lieblingseditor bearbeiten können. Alternativ greifen sie zum mitgelieferten Tool Tkremind, das eine einfache grafische Oberfläche bietet.

Die Skriptdatei notiert pro Zeile einen Termin. Am Anfang steht das Schlüsselwort »REM« gefolgt von Datumsinformationen und weiteren Schlüsselwörtern, die beispielsweise Wiederholungsintervalle festlegen. Die Anweisung »MSG« leitet den Kalendereintrag ein. Eine detaillierte Beschreibung finden Anwender in der Manpage und im Wiki.

Das Konsolenprogramm »remind« wertet dann die Skriptdateien aus. Rufen Benutzer es mit »-c« auf, zeichnet das Tool einen einfachen Kalender auf die Standardausgabe. Um lediglich die Einträge aufzulisten, verwenden sie »-s« . Das Programm startet über »-z« als Dienst und informiert mit Hilfe eines externen Tools per Mail oder Popup über Termine. Beispiele zur Einrichtung liefert das Wiki.

Remind ist so komplex, dass Benutzer eine längere Einarbeitungszeit einplanen sollten.

Trackfs 0.1.0

Dateisystem im Blick

Quelle: http://www.mr511.de/software

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Installwatch

Mit Argusaugen wacht Trackfs über Dateisysteme und protokolliert die Änderungen, die ein Programm dort vornimmt. Das Tool bemerkt, wenn neue Dateien und Verzeichnisse hinzukommen, der Anwender oder ein Programm diese aktualisieren oder entfernen. Es ähnelt dem bekannten Installwatch, greift im Gegensatz zu diesem aber nicht auf die »LD_PRELOAD« -Funktion zurück. Stattdessen nutzt Trackfs »ptrace« , führt alle Kindprozesse des überwachten Programms mit aktiviertem Tracing aus und beobachtet so die Systemaufrufe.

Trackfs kommt dank »ptrace« auch mit statisch gelinkten Bibliotheken zurecht, was allerdings zu Lasten der Ausführungsgeschwindigkeit geht. Für die tägliche Dateisystemüberwachung ist das Tool daher nicht geeignet, seine Stärken liegen beim Beobachten von Installationsprozessen oder beim Suchen nach Systemfehlern. In der Voreinstellung protokolliert Trackfs ermittelte Änderungen in der mit »-l« angegebenen Logdatei. Um das Log übersichtlich zu halten, fasst das Tool mehrere Änderungen an einem Objekt zu einem einzigen Eintrag zusammen.

Das Tool bietet außerdem an, Sicherheitskopien von manipulierten Dateien und Ordnern anzulegen (Aufrufoption »-b« ). Der Parameter »-I« nimmt eine Liste von Mustern entgegen, um Dinge von der Überwachung auszuschließen. Diese ignoriert Trackfs, sichert sie nicht und schreibt sie auch nicht ins Protokoll.

Trackfs eignet sich gut dazu, während einer Installation oder bei Aufräumarbeiten das Dateisystem zu beobachten. Auch bei der Suche nach Programmfehlern ist das Tool hilfreich.

Htpdate 1.0.5

Uhrzeit per HTTP synchronisieren

Quelle: http://www.vervest.org/fiki/bin/view/HTP

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Ntpdate, Rdate

Die korrekt eingestellte Systemzeit ist ein Muss. Ist der Abgleich von Uhrzeit und Datum mit einem externen oder internen Zeitserver via »ntp« oder »time« nicht möglich, etwa weil die Firewall den entsprechenden Port blockiert, können Anwender sich mit Htpdate behelfen. Das Tool stellt Anfragen an beliebige Webserver über den HTTP-Port und synchronisiert die Einstellungen des lokalen Rechners mit dem entfernten.

Dazu interpretiert Htpdate den Zeitstempel aus dem HTTP-Header. In der Voreinstellung setzt das Tool auf Version 1.1, alternativ spricht es über den Aufrufparameter »-0« auch HTTP 1.0. Htpdate beherrscht sowohl IPv4 als auch IPv6. Optional läuft das Tool als Daemon und befragt in regelmäßigen Intervallen den Webserver. Die optimalen Abstände zwischen den Anfragen kalkuliert es selbst; alternativ bestimmen Anwender über »-m« und »-M« eigene Grenzen.

Der Parameter »-b« startet Htpdate im so genannten Burst-Modus. Dieser erkundigt sich bei jedem Durchlauf gleich mehrmals nach der Zeit und liefert somit genauere Ergebnisse. Um sich bei einem oder mehreren Webservern nach der Uhrzeit zu erkundigen, rufen Anwender das Programm einfach zusammen mit den Serveradressen auf. Bis zu 16 Webserver dürfen sie dabei angeben, in der Regel sind drei aber ausreichend. Der Parameter »-q« sorgt dafür, dass Htpdate lediglich den Zeitunterschied anzeigt, die Systemzeit jedoch unangetastet lässt.

Htpdate springt in die Bresche, falls die Synchronisation über NTP nicht möglich ist. Das Tool arbeitet auf Wunsch als Daemon im Hintergrund.

Mkat 0.5

CDs/DVDs brennen und katalogisieren

Quelle: https://github.com/ledestin/mkat

Lizenz: GPLv2

Alternativen: PHP CD Archive, Phpmycatalog

Die Toolsuite Mkat geht Anwendern beim Erstellen und Katalogisieren von Audio- und Daten-CDs/DVDs zur Hand. Die Sammlung enthält die vier Konsolentools »burn« , »burna« , »mkat« und »mkata« . Die ersten beiden legen die Images an beziehungsweise brennen die Datenträger, die beiden letzten kümmern sich um das Katalogisieren. Bei allen Programmen handelt es sich um Shellskripte, die im Hintergrund auf bewährte Werkzeuge wie »genisoimage« , »wodim« und »growisofs« setzen.

Das Einrichten der einzelnen Mkat-Komponenten findet in der Datei »/etc/mkatrc« statt. Diese können Anwender auch als Vorlage für die persönliche Konfiguration »~/.mkatrc« heranziehen. Die Dateien enthalten im Wesentlichen Parameter zum Erzeugen der Images und zum Start der Brennsoftware sowie die Pfade zu den Katalogverzeichnissen. In der Voreinstellung liegen diese unterhalb von »~/.mkat« .

Für jeden Datenträger gibt es eine Datei mit einem Label und der Datei-Erweiterung ».list« . Hier stehen jeweils alle Dateien des Datenträgers inklusive ihrer Größe und die zugehörigen MD5-Prüfsummen. Zudem sind Tags enthalten, die der Anwender beim Katalogisieren des Datenträgers angegeben hat. Später kann er dann nicht nur nach Dateinamen, sondern auch nach diesen Tags suchen.

Die Toolsuite erstellt schon mit wenigen Handgriffen nicht nur Daten-CDs und -DVDs, sondern erfasst diese auch in einem Katalog. Die Shellskripte setzen auf bekannte Werkzeuge und kommen ohne Datenbankanbindung aus.

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