Aus Linux-Magazin 07/2013

Auf den Punkt gebracht

Haben Sie Anregungen, Statements oder Kommentare? Dann schreiben Sie an [redaktion@linux-magazin.de]. Die Redaktion behält es sich vor, die Zuschriften und Leserbriefe zu kürzen. Sie veröffentlicht alle Beiträge mit Namen, sofern der Autor nicht ausdrücklich Anonymität wünscht.

De Icaza hat doch Recht

06/13, S. 3: Als ich das Editorial zu de Icaza las, hatte ich spontan den Wunsch, Ihnen mitzuteilen, dass ich mein Macbook nur ein bis zwei Mal im Monat einschalte, mein Linux-System läuft hingegen täglich.

Das hat Gründe: Mein Macbook schaltet sich gelegentlich unvermittelt ab, angeblich sei der Akku dann leer. Die viel gerühmte Einfachheit vermisse ich durchaus an mancher Stelle, etwa beim CD-Brennen. Mein weißes Macbook könnte ich von Leopard noch problemlos und recht günstig auf Snow Leopard bringen, zumindest die letzte Version ist angeblich aber nicht kompatibel.

In Linux bin ich Anfang 2009 eingestiegen. Eine Ubuntu-DVD aus dem Linux-Magazin oder dem Linux-User war für mich der Anlass, mit Gnome 2 auf Linux umzusteigen: Eingelegt, das System gestartet und auf Anhieb lief alles, was ich brauchte.

Dann kam aber Unity, und damit mein Umstieg auf Linux Mint mit Mate. Diverse Fehler und die Tatsache, dass ich auf der Kommandozeile alle Programmnamen neu lernen musste, machten mir das Leben mit dem Gnome-2-Ersatz aber schwer. Als Mate 1.4 kam, bin ich deshalb auf die offiziellen Mate-Repositories umgestiegen. Doch just in der Zeit, als die aktuelle Mint herauskam, gab es plötzlich Mate 1.6. Nun dauerte der Systemstart fast doppelt so lang, das Mintmenü lief nicht mehr, alle Einstellungen waren weg. Mittlerweile bin ich wieder zufrieden, aber eine einfache Umstellung hätte anders ausgesehen.

Mein Fazit: Viele Open-Source-Entwickler scheren sich nicht um die Anwender. Die vielen Desktop-Möglichkeiten sind derzeit alles andere als perfekt und für viele Anwender verwirrend. Einzig Apple ändert seine Bedienphilosophie so moderat, dass jeder, der schon mal ein System bedient hat, auch mit der aktuellen Variante umgehen kann. De Icaza hat zu meinem großen Leidwesen doch Recht.

Christian Zander, per E-Mail

Root-FS maßgeschneidert

06/13, S. 30: Zum Root-FS im Eigenbau: Das Raspbian-Image enthält viele Pakete, die für Embedded nicht notwendig sind, beispielsweise X11. Das Deinstallieren mit dem »purge« -Kommando von Apt ist allerdings langwierig und bei einer Änderung des Quell-Images unwirksam.

Das lässt sich umgehen, indem man das Gerät zunächst mit einem Standard-Raspbian-Image bootet. Danach kann der Entwickler mittels »debootstrap« auf der angeschlossenen SD-Karte auf Grundlage des Raspbian-Repository ein minimales Betriebssystem installieren.

Um das Raspberry Pi zu booten, sind zudem einige Closed-Source-Binärdateien notwendig. Der Bootloader wie auch der Kernel und dessen Module stehen unter [https://github.com/raspberrypi/firmware/] zur Verfügung.

Ein Beispielskript für eine automatisierte Installation habe ich unter [https://github.com/larrythecow/rpi-install] veröffentlicht. Das Skript zieht ein Minimalsystem hoch, ändert unter anderem die Netzwerkkonfiguration nach Vorgabe einer Konfigurationsdatei und installiert anschließend die dort angegebenen Pakete. Um ein Image zu produzieren, fügt man ein »tar« – oder »dd« -Kommando hinzu. Ich habe das Skript für meine Technikerarbeit “Decentralised sensor sample collection with embedded GNU/Linux” geschrieben. Es befindet sich in der Alpha-Phase – Forks und Pull Requests sind erwünscht.

Imran Shamshad, per E-Mail

Einfacher gezählt

06/13, S. 84: Zum Word Count im C++11-Artikel: Die If-Schleife in der Funktion »frequencyOfWords()« ist unnötig. C++ legt beim Zugriff auf einen neuen Index in einer Map automatisch einen initialen Eintrag an, so dass ein einfaches »push_back()« ausreicht. Ich schicke ein entsprechendes Diff mit.

Marcel Krüger, per E-Mail

for (; wordItBegin != wordItEnd;++wordItBegin){
    ++allWords[wordItBegin->str()];
  }

zwar ausgenützt. In der Funktion »frequencyOfWords()« habe ich diese besondere Eigenschaft von assoziativen Containern in C++ allerdings übersehen. Dank Ihres Diffs wird die Funktion natürlich deutlich kompakter, wie Listing 1 zeigt.

Listing 1

frequencyOfWords()

01 int2Words frequencyOfWords(str2Int& wordCount){
02   int2Words freq2Words;
03   for ( auto wordIt: wordCount ){
04     freq2Words[freqWord].push_back(wordIt.first);
05   }
06   return freq2Words;
07 }
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