Aus Linux-Magazin 01/2013

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Di

Je häufiger Unix-Leute ein Kommando gebrauchen, desto weniger Buchstaben sollte es haben. Tatsächlich fließen ls, mv, df, cp, ps, du, ln und Co. wie von allein aus den Fingern. Sysadmin-Kolumnist Charly zieht einen bislang wenig bekannten Vertreter des Zwei-Tasten-Genres aus dem Hut: Di.

Fairerweise muss ich einräumen, dass viele der Zwei-Buchstaben-Kommandos ihre kompakte Körpergröße durch eine atemberaubende Anzahl möglicher Parameter zu kompensieren versuchen. Hier macht das diesmal vorgestellte Tool Di [1] keine Ausnahme. Der Name steht für “Disk Information” – also eine Art »df« auf Steroiden. Di liefert wie sein Vorbild Informationen über Dateisysteme, ist aber wesentlich detailversessener. Außerdem lässt sich die Ausgabe viel besser filtern.

Die Abbildung 1 demonstriert die Ausgabe von »di -a« , eine Auflistung aller eingehängten Dateisysteme. Mit dabei sind auch die Filesysteme, die nicht physisch vorhanden sind, sondern die der Kernel in den Verzeichnisbaum halluziniert. Mit dem Parameter »-x« kann ich Dateisysteme bestimmen, die Di ausblenden soll: »di -a -x proc« unterdrückt die Auflisting des »/proc« -Eintrags. Durch ein Komma getrennt, kann ich auch mehrere Dateisysteme angeben:

di -a -x proc,tmpfs,fuse

Di ist schlau genug, »fuse« als »fuse*« zu interpretieren. Mein unter »/sys/fs/fuse/co« eingehängtes Dateisystem vom Typ »fusectl« ist in Abbildung 2 darum gleich mit suspendiert. Umgekehrt geht es auch: Mit dem Parameter »-I ext4« kann ich angeben, dass sich Di ausschließlich Ext4-Dateisysteme vornimmt. Auch funktioniert eine per Komma getrennte Liste, etwa »-I ext3,vfat,proc« .

Abbildung 1: Das Kommando »di -a« zeigt alle Dateisysteme inklusive der Pseudo-Filesysteme des Kernels an.

Abbildung 1: Das Kommando »di -a« zeigt alle Dateisysteme inklusive der Pseudo-Filesysteme des Kernels an.

Abbildung 2: Der Parameter »-x« hilft Dateisystem-Arten gezielt von der Anzeige auszuschließen.

Abbildung 2: Der Parameter »-x« hilft Dateisystem-Arten gezielt von der Anzeige auszuschließen.

Maschinen als Leser

Ein anderes Beispiel: »di -dH -I ext4« zeigt die Basisinformationen für meine (einzige) Ext4-Partition an:

Filesystem   Mount   Size   Used   Avail%Used  fs Type
/dev/sda6    /     141.9G  19.9G  114.8G  19%     ext4

Von diesen Informationen interessiert mich nur der prozentuale Füllstand des Filesystems, hier 19 Prozent. Das gelingt mit dem Parameter »-f« und ist besonders sinnvoll, wenn ich die Ausgabe in einem Skript weiterverarbeiten möchte. Also ändere den Aufruf von eben leicht ab:

di -dH -I ext4 -n -f p

Zurück kommt ein hübsch kompaktes »19%« . Der Parameter »-n« unterdrückt die Zeile mit den Überschriften, mit »-f p« reduziere ich die Ausgabe auf den prozentualen Wert. Hätte ich das »p« als Großbuchstaben geschrieben, bekäme ich übrigens den prozentualen Anteil freier Inodes angezeigt.

Um Werte einfach weiterzuverarbeiten, eignet sich auch eine durch Komma getrennte Liste. Di weiß dies und schaltet mit einem anhängten »-c« in einen CSV-Modus. Wenn ich »di -dH -I ext4 -n -c« eintippe, antwortet das Tool mit

/dev/sda6,/,"141.9G","19.9G","114.8G",19%,ext4

Ich gebe zu, komplexere Di-Anfragen erzeugen recht schnell den Eindruck, die Katze sei über die Tastatur gerollt. Aber das ist bei den anderen Zwei-Buchstaben-Tools auch nicht anders.

Der Autor

Charly Kühnast administriert Unix-Systeme im Rechenzentrum Niederrhein. Zu seinen Aufgaben gehören Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ.

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