In den Taschen der Mitmenschen stecken allerhand mobile Geräte und Betriebssysteme. Das erste vorgestellte Buch möchte mit HTML 5 Apps schreiben, die überall dort laufen. Der zweite Titel bringt mit Python und den passenden Bibliotheken dem Computer das Sehen bei.
Wer mit vertretbarem Aufwand Apps für möglichst viele Mobilgeräte anbieten möchte, erstellt sie am besten mit Hilfe von Webtechnologien. Wie das geht, erklären gekonnt Florian Franke und Johannes Ippen in ihrem Buch “Apps mit HTML 5 und CSS 3”
HTML 5 für alle
Der Band behandelt Apps für iPhone, iPad und Android und richtet sich an Entwickler mit guten Kenntnissen in CSS und HTML. Die Autoren zeigen die Programmierung an Beispielen, die sie mit HTML 5, CSS 3 sowie den Bibliotheken und Frameworks Jquery, Jquery Mobile, und Sencha Touch umsetzen.
Das Buch ist in neun Kapitel gegliedert und vermittelt neben der Programmierung von Mobilanwendungen auch deren Konzeption sowie Gestaltungsprinzipien für die verschiedenen Displayformate. Zu Beginn besprechen die Autoren die Stärken und Schwächen von Webapps im Vergleich zu nativen Programmen, bevor sie im zweiten Kapitel Neuerungen von HTML 5 und CSS 3 für den Einsatz auf mobilen Geräten aufzeigen.
Im dritten Kapitel demonstrieren sie die Konzeption einer Webapp auf dem Papier und geben dem Leser das nötige Handwerkszeug zur Umsetzung an die Hand: Als Basis der Webapp dient ein Rastersystem, wie es auch bei Printmedien üblich ist. Mit dem Konzept sowie dem Less-Framework bauen die Autoren Webseiten im Magazin-Layout unabhängig von der Bildschirmgröße. Zudem beschreiben sie die Verwendung von Webfonts, Video, Audio und CSS-Animationen.
Kapitel 5 führt die Entwicklung einer “Where To Eat”-App vor, die die nächstgelegenen Restaurants auf einer Karte im Smartphone anzeigt. Zur Positionsbestimmung dient das Geolocation-API aus HTML 5. Die Darstellung erfolgt auf einer Karte von Google Maps. Zudem erfährt der Leser, wie er die Bewegungssensoren der Geräte sowie Offlinespeicher in Form von Application Cache oder Local Storage nutzt.
Zum Abschluss zeigt das Buch, wie sich Webapps mittels Phone Gap und Laker-Kompendium in native Anwendungen für iPhone und Android verpacken lassen.
Info
Florian Franke, Johannes Ippen:
Apps mit HTML 5 und CSS 3
Galileo Computing, 2012
440 Seiten
30 Euro
ISBN 978-3-8362-1848-1
Digitales Sehen
Unter “Computer Vision” versteht man alle notwendigen Methoden und Prozesse, um digitale Bilddaten zu verarbeiten und zu interpretieren. Das englischsprachige Buch “Programming Computer Vision with Python” richtet sich an interessierte Leserinnen und Leser, die mit der Programmiersprache Python bereits erste Erfahrungen gesammelt haben. Es fasst die erforderlichen Grundlagen kurz zusammen, setzt jedoch Basiswissen im Bereich der Bildbe- und -verarbeitung sowie der Programmierung voraus.
Der Autor hat das Buch in zehn Kapitel eingeteilt, die Einblicke in die unterschiedlichen Disziplinen von Computer Vision bieten. Ein einführendes Kapitel stellt zunächst die eingesetzten Programmierbibliotheken wie Numpy, Scipy, PIL und Matplotlib anhand vieler kurzer Beispiele vor.
Die restlichen Abschnitte setzen sich mit Bildverarbeitung, Kameramodellen, Clustering, Segmentierung sowie der Klassifizierung von Bildinhalten auseinander. Auch die umfangreiche Open-CV-Bibliothek ist ein Thema. Sie umfasst Hunderte Algorithmen für das maschinelle Sehen. Übungsaufgaben am Schluss jedes Kapitels bieten dann die Gelegenheit, das erworbene Wissen zu vertiefen, und wecken zudem den Entdeckergeist.
Die Struktur des vorliegenden Buches ist sehr gut gelungen, die Leser erhalten einen umfangreichen Werkzeugkasten. Alle vorgestellten Beispiele beschreiben funktionstüchtige Prototypen, die den Python-Grundsätzen entsprechen: Wenige Codezeilen genügen, um auf hoher Ebene komplexe Algorithmen schnell und unkompliziert in der Praxis einzusetzen. Alle Codebeispiele stehen unter http://programmingcomputervision.com zum Download bereit.
Es handelt sich bei diesem Titel um eine hervorragende Lektüre für Praktiker, die nach den Prinzipien des Rapid Application Development (RAD) schnell Ergebnisse bei geringem Entwicklungsaufwand erzielen möchten. (mhu)






