Aus Linux-Magazin 10/2012

Werkzeuge im Kurztest

Cdwrite 3.5

Brennprogramm für die Konsole

Quelle: http://linux-bsd-unix.strefa.pl/index.en.html#cdwrite

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Bashburn, Burn CDDA

Wer keine grafische Arbeitsumgebung zur Hand hat und eine CD/DVD brennen möchte, der sollte sich Cdwrite anschauen. Das Shellskript greift im Hintergrund auf bewährte Programme wie etwa »cdrecord« , »mkisofs« , »cdrtools« , »growisofs« oder »mplayer« zurück und bündelt alles unter einer übersichtlichen Ncurses-Oberfläche.

Cdwrite glänzt mit einem großen Funktionsumfang. Es erzeugt beispielsweise ISO-Dateien von Datenträgern oder angegebenen Verzeichnissen und schreibt diese auf CDs oder DVDs. Noch vielseitiger präsentiert sich das Tool in Hinblick auf Audio-CDs und -Dateien. Musik-CDs wandelt es beispielsweise ins Wav, MP3-, Ogg-Vorbis- oder FLAC-Format um und befragt Online-CDDBs, um ID3-Tags zu erzeugen. Cdwrite konvertiert auch vorhandene APE-, FLAC-, M4A-, MP3-, MPC-, Ogg-Vorbis-, Wav- und WMA-Dateien.

Auf Wunsch benennt Cdwrite Dateien um und löscht nicht gewünschte Wav-, INF- und TOC-Files. Last but not least stellt das Tool Multisession-Medien zusammen, löscht und formatiert erneut beschreibbare Datenträger.

 

Cdwrite vereint die gängigen Konsolenprogramme zum Erstellen und Auslesen von CDs und DVDs unter einer einfachen Oberfläche.

Kcov 9

Dienstprogramm für Softwaretests

Quelle: http://simonkagstrom.github.com/kcov

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Bcov, Lcov

Kcov erfasst Code-Coverage-Informationen von ausführbaren Dateien und bewertet so Programme ohne spezielle Compiler-Optionen. Das Tool basiert auf Bcov, greift genau wie dieses auf die Dwarf-Debugging-Informationen zurück und prüft, wie intensiv die Coderoutinen im Betrieb genutzt werden. Dazu setzt es während des Durchlaufs Breakpoints als Markierungen. Die Angaben zur Testabdeckung bereitet es im HTML-Format auf.

Anwender rufen Kcov zusammen mit der ausführbaren Datei auf und übergeben den vollen Pfad. Als weitere Option erwartet das Tool ein Verzeichnis, in dem es die Ergebnisse und die HTML-Dateien ablegt. Jedes getestete Programm erhält hier sein eigenes Unterverzeichnis. Wenn der Benutzer Kcov mehrmals auf dieselbe Anwendung loslässt, aktualisiert es vorhandene Daten.

Kcov bietet »include« – und »exclude« -Parameter an, mit denen Nutzer außerdem Pfade zum Sourcecode der jeweiligen Programme definieren. Kcov färbt die Ausgabe in der HTML-Datei entsprechend ein, um anzuzeigen, welche Codestücke es zu wie viel Prozent ausgeführt hat.

 

Kcov unterstützt Entwickler bei der Analyse ihres Codes, ohne dass sie das Programm vorher mit speziellen Optionen kompilieren müssen.

Tw 0.9.0

Auf der Konsole übersetzen

Quelle: http://code.google.com/p/translateword

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Wordtrans, Sdcv

Bei Tw ist der Name Programm: Translate Word ist ein Tool für die Kommandozeile, das einzelne Wörter oder ganze Sätze übersetzt. Dazu benötigt es eine Internetverbindung, denn es befragt unter anderem die Onlinewörterbücher von Google Translate und die Free-Translation-Engines. Somit spricht Tw alle Sprachen, die dort vertreten sind.

Eine Liste aller verfügbaren Wörterbücher erhalten Anwender über den Aufruf »tw -l« . Welches Dictionary Tw dann zu Rate zieht und in welche Richtung die Übersetzung geht, bestimmt der Anwender im Aufruf. Tw bietet eine Reihe von Adressenkürzeln für die Onlinewörterbücher, damit Anwender nicht bei jeder Abfrage die vollständige URL angeben müssen. Der Parameter »-s« listet alle verfügbaren Kürzel auf.

Falls im Homeverzeichnis eines Benutzers ein Ordner namens ».tw« existiert, nutzt das Tool diesen als lokalen Cache. Über das Adressenkürzel »ca« , wieder gefolgt von der Ausgangs- und Zielsprache, setzen Anwender die lokalen Wörterbücher ein und arbeiten offline.

 

Translate Word arbeitet flink und zuverlässig auf der Kommandozeile und erspart somit den Griff zum Browser oder Wörterbuch. Die Adressenkürzel erleichtern die Verwendung und sparen Tipparbeit.

Note 1.3.12

Notizen machen auf der Shell

Quelle: http://www.daemon.de/note

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Nodau, Cjots

Note hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge und legt auf der Shell Notizen an. Ohne Parameter aufgerufen startet das Perl-Programm im interaktiven Modus und listet alle enthaltenen Notizen durchnummeriert auf. Eine Menüzeile am unteren Rand zeigt die wichtigsten Kommandos zur Steuerung. So blenden Nutzer über [L] eine Liste aller Vermerke und über [T] nur die Betreffzeilen ein. [N] legt einen neuen Eintrag an, [D] löscht ein Element und [E] bearbeitet es. Die letzten beiden Funktionen benötigen die Nummer der jeweiligen Notiz als zusätzliche Angabe.

Beim Eintragen und Bearbeiten greift das Tool auf den in der Variablen »EDITOR« definierten Standardeditor zurück. Um den Inhalt eines Eintrags anzuzeigen, drückt man die jeweilige Nummer. Jede Notiz beginnt mit einem Zeitstempel, der Datum und Uhrzeit der letzten Änderung enthält. Eine Suchfunktion ermöglicht es außerdem, nach bestimmten Begriffen zu fahnden. Alle Funktionen erreichen Anwender auch direkt beim Start über Kommandozeilen-Parameter.

Note legt die erfassten Notizen in einem eigenen Format in der Datei »~/.notedb« ab. Alternativ dient MySQL als Datenspeicher. Die Parameter für die gewünschte Datenbankanbindung definieren Anwender in der Konfigurationsdatei »~/.config/noterc« . Hier passen sie auf Wunsch das Erscheinungsbild an, deaktivieren den Zeitstempel, legen einen anderen Texteditor fest oder aktivieren die Verschlüsselung mit »pwsafe« .

 

Note ist eine hilfreiche Gedächtnisstütze für die Konsole. Das Tool arbeitet performant und verschlüsselt optional die Daten.

Perltidy 20120714

Perl-Skripte besser lesbar machen

Quelle: http://perltidy.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Hastig geschriebene Perl-Skripte gewinnen in der Regel keinen Preis für gute Lesbarkeit und sind daher schlecht zu warten. Perltidy schafft Abhilfe und poliert den Code auf. Für den Basisschliff reicht es aus, Perltidy zusammen mit dem Namen des Skripts aufzurufen. Das Tool platziert dann beispielsweise Tabulatoren und Leerzeichen an geeigneten Stellen, bricht Zeilen um oder rückt sie ein. Das neu formatierte Ergebnis speichert es in einer neuen Datei mit der Endung ».tdy« .

Über Kommandozeilen-Parameter beeinflussen Anwender die Formatierung ihrer Skripte. So wendet beispielsweise »-gnu« den GNU Coding Standard an, die Optionen »-dac« , »-dbc« und »-dsc« entfernen sämtliche Kommentare aus dem Code. Perltidy bringt zahlreiche Optionen zum Steuern von Leerzeichen und Zeilenumbrüchen mit. Sie fügen etwa Leerzeichen vor Kommentaren, Funktionen oder Semikolons ein, legen die Zeilenlänge fest oder flankieren mathematische Funktionen mit Leerschritten. Ein Blick in die Manpage ist empfehlenswert, um die zahlreichen Features mitsamt Beispielen kennenzulernen.

Darüber hinaus erzeugt Perltidy HTML-Dateien, damit Entwickler ihre Skripte unkompliziert und gut gestaltet auf Webseiten präsentieren können. Das Tool verlinkt alle enthaltenen Funktionen und legt sie als Baumstruktur oben auf der Seite ab. Besucher sehen somit auf einen Blick, welche Funktionen das Skript enthält, und können diese gezielt ansteuern.

 

chlecht lesbarer Perl-Code gehört dank Perltidy der Vergangenheit an. Besonders komfortabel ist die Umwandlung in HTML-Dateien.

Pv 1.3.4

Datenfluss von Pipes beobachten

Quelle: http://www.ivarch.com/programs/pv.shtml

Lizenz: Artistic License 2.0

Alternativen: Pipebench, Progress

Mit dem Pipe Viewer (Pv) behalten Anwender den Datenfluss in Pipes im Auge. Das Tool bietet mehrere Darstellungen an: Ohne Parameter aufgerufen zeichnet es etwa einen Fortschrittsbalken. Zusätzlich präsentiert es die verstrichene Übertragungszeit und den aktuellen Durchsatz in MByte/s.

Anwender schalten Pv zwischen Quell- und Zielprogramm. Die eigentlichen Daten fasst das Programm dabei nicht an. Ein einfaches Anwendungsbeispiel demonstriert die Manpage. Weitere Parameter beeinflussen die durchschnittliche Übertragungsrate, zeigen die noch benötigte Zeit an oder stellen den Fortschritt als numerischen Wert dar. Wer möchte, der kann der Pipe außerdem einen Namen geben oder das Aktualisierungsintervall der Anzeige anpassen.

Besonders nützlich ist, dass Pv einen Buffer anlegt, falls das erste Programm in der Pipe schneller Daten liefert, als das zweite sie verarbeiten kann. Die Größe des Zwischenspeichers ist variabel. Neben der Buffergröße dürfen Nutzer auch den Datendurchsatz limitieren, den Pv sonst nicht einschränkt. Als hilfreich erweist sich außerdem die Option »–wait« , die das Tool dazu veranlasst, mit der Ausgabe zu warten, bis die ersten Bytes durch die Pipe gewandert sind – praktisch, wenn in der Pipe Tools zum Einsatz kommen, die eine initiale Eingabe erwarten wie beispielsweise »gpg« .

 

Dank Pv haben Anwender den Datendurchsatz in der Pipe immer im Blick. Das Programm zeigt an, ob noch Daten fließen oder die Übertragung stockt, und erzeugt mit dem Buffer einen gleichbleibenden Datenfluss. (U. Vollbracht/hej)

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