Aus Linux-Magazin 07/2012

Werkzeuge im Kurztest

Nield 0.23

Netzwerkereignisse protokollieren

Quelle: http://nield.sourceforge.net

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Sagan

Der Network Interface Event Logging Daemon (Nield) lauscht auf dem Rtnetlink-Socket und protokolliert alle Netzwerkereignisse, die der Kernel meldet. Dazu gehören Änderungen im Link-State wie der Wechsel von MAC-Adressen, des MTU-Werts, der VLAN-Einstellungen oder des Namens der Schnittstelle, aber auch Modifikationen des Neighbor-Cache, der IP-Adresse und des Routings.

Mit Parametern legen Anwender beim Aufruf fest, was der Daemon protokollieren soll. So konzentriert sich »-n« auf den Neighbor-Cache und »-a« auf IPs. Bei den IP-basierten Informationen besteht außerdem über »-4« und »-6« die Möglichkeit, das Logging auf IPv4- beziehungsweise IPv6-Ereignisse zu beschränken.

Die erfassten Daten landen in der Voreinstellung in »/var/log/nield.log« . Jeder Eintrag beginnt mit einem Zeitstempel, gefolgt von Schlüsselbegriffen, die verraten, auf welchem Protokoll welche Änderung geschehen ist.

Danach folgen ausführlichere Angaben zur betroffenen Schnittstelle, zu Routen oder IP-Adressen. Einige davon erfasst auch der Syslog-Dienst – die Nield-Protokollierung erlaubt allerdings eine bessere Feinabstimmung.

 

Nield behält die Netzwerkschnittstellen im Auge. Der Daemon punktet mit Filteroptionen und einer übersichtlichen Logdatei.

Gst123 0.3.1

Gstreamer-Kommandozeilenplayer

Quelle: http://space.twc.de/~stefan/gst123.php

Lizenz: GNU LGPL 2

Alternativen: Mpg321, Ogg123

Gst123 ist ein Player für die Konsole im Stil von Mpg321 und Ogg123, der die Bibliotheken des Multimedia-Framework Gstreamer nutzt. Somit ist er in der Lage, alle von Gstreamer unterstützten Audioformate wiederzugeben, die Anwender können eine Musiksammlung mit Flac-, Ogg-Vorbis- und MP3-Dateien mit einem einzigen Programm abspielen.

Eine umfassende Konfiguration ist nicht erforderlich. In der Datei »~/.gst123rc« definieren Anwender lediglich den Standardtreiber und das Sounddevice sowie das Visualization-Plugin für Audiodateien. Eine oder mehrere Musikstücke übergeben Nutzer direkt beim Start; alternativ nimmt Gst123 über »-@« auch Playlisten entgegen. Weitere Parameter aktivieren die Repeat- oder Shuffle-Funktion. Eine Liste aller Optionen verrät der Aufruf »gst123 -V« .

Während der Wiedergabe navigieren Anwender mit den Pfeil- und Bildlauftasten in den Stücken, Plus und Minus beeinflussen die Lautstärke. Seit Version 0.1.0 erkennt das C++-Programm diverse Videoformate. Ist keine X11-Umgebung vorhanden, sorgt »-x« dafür, dass Gst123 nur den Audiostream abspielt.

 

Gst123 ist ein flexibles Tool für Kommandozeilenfans, die Musiksammlungen mit gemischten Audioformaten auf der Shell abspielen möchten.

Httpbench 0.2.1

Webserver-Benchmark

Quelle: http://httpbench.buetow.org

Lizenz: GPLv3

Alternativen: AB, Httperf, Siege

Httpbench nimmt die Leistung von Webservern unter die Lupe. Es arbeitet eine Liste von URLs ab, erfasst die Antwortzeiten (Minimum, Maximum und Mittelwert), öffnet mit mehreren Threads parallele Verbindungen und misst TCP- und HTTP-Fehler.

Das C-Programm ist ohne Einrichtungsdatei sofort einsatzbereit. Die vier Aufrufparameter »-u« , »-d« , »-c« und »-r« sind obligatorisch. Hinter »-u« definieren Nutzer eine URL oder eine Textdatei, die mehrere Adressen (eine pro Zeile) enthält. Die Testdauer legt »-d Sekunden« fest. Um mehrere gleichzeitige Zugriffe zu simulieren, variieren Nutzer mit »-c Anzahl« die Threads. Zum Schluss geben sie hinter »-r« die Anzahl der Anfragen pro Sekunde an, mit der Httpbench den Server unter Beschuss nimmt. Optional legt »-t« einen Timeout-Wert und »-e« die zu erwartende Antwortzeichenkette des Webservers fest.

Für jeden Durchlauf gibt Httpbench die ermittelten Werte aus und fasst alle Daten abschließend zu einer Statistik zusammen. Eine Bewertung der Ergebnisse nimmt das Tool jedoch nicht vor.

 

Wer schnell auf der Shell die Reaktionszeit eines Webservers prüfen möchte, greift zu Httpbench. Für kontinuierliche und ausführliche Tests in großen Umgebungen gibt es hingegen leistungsfähigere Tools.

Clustershell 1.6

Parallel Kommandos auf Rechnergruppen ausführen

Quelle: http://cea-hpc.github.com/clustershell

Lizenz: CeCILL

Alternativen: GNU Parallel, Shmux, Parallel SSH, Cluster SSH, Group Shell

Clustershell ist eine Python-Bibliothek, die zusammen mit ihrem Kommandozeilentool Clush die gleichen Befehle auf einer Gruppe von Rechnern ausführt. Zur sicheren Kommunikation mit den Remotesystemen kommt dabei Open SSH zum Einsatz.

Nach erfolgreicher Installation stehen die Kommandos Clush, Nodeset und Clubak zur Verfügung. Ersteres ist für die eigentliche Kommunikation zuständig. Für einen einfachen Aufruf reicht es aus, das Tool mit einer Liste von IP-Adressen (den Nodes) und dem gewünschten Befehl aufzurufen. Spezielle SSH-Parameter nimmt »-o« entgegen. Die Ausgabe der Remotebefehle erscheint zeilenweise im Terminal, der Name beziehungsweise die IP des entfernten Systems steht dabei am Zeilenanfang. Für mehr Übersicht bei vielen Hosts sorgt Clubak. Es formatiert die Clush-Ausgabe und fasst Nodes zu Blöcken zusammen.

Bei regelmäßigem Einsatz empfiehlt es sich, alle wichtigen Parameter in der Konfigurationsdatei »clush.conf« einzutragen. Für die Verwaltung der Knoten ist hingegen »group.conf« zuständig. Administratoren fassen hier Nodes zu Gruppen zusammen und geben anschließend nur noch den Gruppennamen beim Aufruf an. Clush bietet zudem einen interaktiven Modus, in dem Benutzer beliebige Befehle eingeben, die sofort auf allen verbundenen Systemen landen.

 

Clustershell spart Zeit und vermeidet Störungen durch Tippfehler. So hilft das Tool dabei, Remotesysteme und große Serverfarmen zu warten.

Incron 0.5.10

Auf Dateisystem-Events reagieren

Quelle: http://incron.aiken.cz

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Das Inotify-Cron-System funktioniert ähnlich wie Cron, nutzt zur Steuerung aber Dateisystem-Ereignisse und keine Zeitintervalle. Im Paket stecken zwei Tools: Incrond (der Daemon) und das Programm Incrontab zum Ändern und Verwalten der Tabelle. Letztere enthält Definitionen, die bestimmen, auf welche Events das Tool wie reagiert.

Das Bearbeiten geschieht systemübergreifend oder benutzerbezogen mit dem gleichnamigen Tool: »incrontab -e« öffnet die Konfigurationsdatei des Anwenders im Standardeditor. Jede Zeile enthält einen Pfad, das erwartete Inotify-Ereignis und den darauf folgenden Befehl.

Incron beobachtet nur Verzeichnisse, keine einzelnen Dateien. Die Liste der möglichen Ereignisse umfasst zwölf Events, vom einfachen Dateizugriff über Attributänderungen bis zum Löschen oder Schreiben. Was Incron nach dem Eintreten genau ausführt, dürfen Anwender frei definieren. Die Manpage enthält einige Beispiele und weist auch auf den fehlenden Schleifenschutz hin – legt ein Nutzer seine Regeln nicht mit Bedacht an, verbannt er Incrond womöglich in eine endlose Ereignisschleife.

Wer den Einsatz von Incrond auf einen bestimmten Benutzerkreis beschränken möchte, der kann dies über Einträge in den Dateien »incron.allow« und »incron.deny« erreichen. Den Aufenthaltsort dieser Konfigurationsfiles bestimmt die Datei »/etc/incron.conf« . Hier passen Admins auch den Standardeditor für Incrontab und die Lockdateien an.

 

Dank Incron haben Anwender die Möglichkeit, automatisiert auf Ereignisse des Dateisystems zu reagieren oder diese einfach zu protokollieren.

Netsniff-ng 0.5.6

Netzwerkverkehr aufzeichnen

Quelle: http://netsniff-ng.org

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Tcpdump, Ettercap, Wireshark

Paketsniffer erspähen, was gerade im Netzwerk passiert. Netsniff-ng zählt zu den performanteren Spezies dieser Gattung. Ein Grund: Das Tool kommt ohne die Pcap-Bibliotheken aus, der Kernel muss also keine Kopie der Pakete in den Userspace bringen, Netsniff-ng kann direkt auf die Netzwerkframes zugreifen. Das Tool setzt dazu auf die Linux-eigene »RX_RING« -Infrastruktur, um die Pakete weiterzuleiten und weiterzuverarbeiten. Es ist aber auch möglich, den Sniffer mit Pcap zu betreiben. Beim Protokollieren kommt das Pcap-Format ebenfalls zum Einsatz, was es Anwendern erlaubt, den mitgeschnittenen Datenverkehr mit Wireshark zu analysieren.

Neben dem eigentlichen Sniffer enthält das Quellarchiv die Tools Trafgen, Ifpps, Curvetun, Flowtop, Ashunt und Bpfc. Während Trafgen beispielsweise gestattet, Verkehr auf einer Schnittstelle zu erzeugen, bereitet Ifpps die anfallenden Daten im Top-Format auf. Ohne Parameter aufgerufen horcht Netsniff-ng sofort auf allen Schnittstellen und gibt die Datenpakete im Rohformat aus. Wer mitschneiden und später analysieren möchte, der definiert hinter »-o« einen Dateinamen samt Ausgabeformat.

Optionen beschränken die Ausgabe auf die Paketheader oder die lesbare Payload. Weitere Parameter fixieren die Tools der Netsniff-ng-Suite auf einen Prozessorkern oder deaktivieren den Promiscous-Modus der Netzwerkkarte.

 

Netsniff-ng ist ein performantes Tool, um den Datenverkehr in Netzwerken mitzuschneiden. Für die genauere Analyse empfiehlt sich jedoch ein altgedientes Programm wie etwa Wireshark. (U. Vollbracht/hej)

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