Das Linux-Magazin begutachtet zuerst das aktualisierte Firewall-Buch von Ralf Spenneberg. Der zweite besprochene Titel wendet sich an Webentwickler, die Erweiterungen für Typo3 schreiben möchten.
Ralf Spenneberg ist untrennbar mit dem Thema Linux und Sicherheit verbunden und hat bereits einige Bücher dazu verfasst. Die vorliegende zweite Auflage seines Titels “Linux-Firewalls” stellt eine komplette Überarbeitung dar und berücksichtigt aktuelle Entwicklungen des Paketfilters.
Feuerfestes Linux
Die ersten vier Kapitel führen den Leser behutsam an das Thema Firewall heran, meistern mit ihm erste typische Konfigurationen und erörtern nützliche Werkzeuge. Hier legt der Autor den Grundstein für den zweiten Teil des Buches, der sich mit fortgeschrittenen Firewall-Einstellungen befasst und dabei manchmal einzelne Bits genau betrachtet. Den Abschluss bildet ein umfangreiches Kapitel über IPv6.
Der Aufbau des Buches ist schlüssig und das Thema ausgezeichnet recherchiert. Zahlreiche Beispiele und Abbildungen erleichtern einerseits das generelle Verständnis und helfen andererseits dem Neuling beim Einstieg. Begleitend zum Text findet der Firewall-Admin zahlreiche nützliche Hinweise, Querverweise und hilfreiche Zusatzbemerkungen.
Zwar sollte jeder Linux-Admin ein Grundverständnis von Computernetzwerken bereits mitbringen. Der Autor stellt dies aber noch durch ein entsprechendes Kapitel im Anhang sicher. Dort platziert kann es sowohl als Auffrischung als auch zum Nachschlagen dienen. Durch den lockeren Schreibstil lässt sich das Buch sehr angenehm lesen. Je nach Bedarf arbeitet sich der Leser von vorn bis hinten durch oder wählt einzelne Kapitel nach seinen Interessen aus.
Der Preis von rund 70 Euro ist zwar kein geringer, aber der Käufer bekommt einen adäquaten Gegenwert. Ein besonderes Extra ist die beigelegte CD, denn Ralf Spenneberg hat dafür verschiedene virtuelle Systeme vorbereitet. Auf einem KVM-fähigen Rechner kann der Leser damit die Beispiele aus dem Buch einfach und elegant nachvollziehen. Dieser Band hat im Regal jedes ambitionierten Linux-Admin einen guten Platz verdient.
Info
Ralf Spenneberg:
Linux-Firewalls
Addison-Wesley, 2011
660 Seiten
70 Euro
ISBN 978-3-8273-3004-8
Typo3 erweitern
Das Contentmanagement-System Typo3 bringt viele Funktionen von Haus aus mit und bietet daneben eine große Sammlung fertiger Extensions. Bei bestimmten Anforderungen besteht der beste Weg allerdings darin, selbst eine Erweiterung zu schreiben. Das Buch “Typo3 Extensions” der Webspezialisten Alexander Ebner, Patrick Lobacher und Bernhard Ulbrich bietet eine gute Möglichkeit, in das Thema einzusteigen.
Der erste von drei Teilen des Buches widmet sich der klassischen Programmierung von Extensions. Er beginnt mit einer grundlegenden Einführung, die den Aufbau und die Struktur von Typo3 und dessen Extensions erläutert. Daneben zeigt er dem Leser, welche Arten von Extensions es gibt, etwa für Frontend und Backend, und was er beim Schreiben des Codes beachten sollte.
Im Rest des ersten Teils geben die Autoren ein kleines Tutorial, in dem sie mit dem Leser ein Weblog als Typo3-Extension entwickeln. Dieses Beispiel beginnt bei der Planung und dem Anlegen der Extension im Kickstarter und deckt alle nötigen Schritte inklusive der Datenbankerweiterungen ab. Diese klassische Extension-Programmierung ist recht anspruchsvoll, was es erschwert, diese Kapitel als Referenz für andere Extensions zu verwenden.
Eine sehr umfangreiche Funktionsreferenz mit rund 120 Seiten bildet den zweiten Teil dieses Bandes. Sie enthält zusätzlich Beispiele und warnt außerdem vor häufigen Fehlern.
Typo3 führt mit der bald erscheinenden Version 5.0 eine neue Architektur ein, mit der Erweiterungen nach klassischer Machart nicht mehr zusammenarbeiten. Daher gehen die Autoren im dritten Teil auf die in Typo3 integrierte Erweiterung Extbase ein, die die zukunftssichere Extension-Entwicklung für Typo3 und das neue Framework Flow3 ermöglichen soll. Nach einer Einführung setzen sie das bekannte Weblog-Beispiel nochmals mit Hilfe der neuen Methode um.
Das Buch steigt tief ins Thema ein und beschreibt alle wichtigen Aspekte der Entwicklung von Typo3-Extensions. Einsteigern sei vor allem die Arbeit mit Extbase ans Herz gelegt (mhu).






