Aus Linux-Magazin 01/2010

Was Admins alles tun können, um Apache Beine zu machen

© Stihl024, Pixelio.de

Wenn die Webapplikationen auf dem eigenen Server bummeln und die Benutzer meutern, ist der eigentlich obligatorische Gang zum Hardware-Dealer für Linux-Magazin-Leser nur die zweitbeste Lösung. Sie bekommen nämlich jetzt ihr Webserver-Tuning-Kit frei Haus geliefert .

Die aktuelle Version trägt die Nummer 3.0A und datiert auf den 15. Juli 1996 – es geht um den bedeutsamsten Webserver der Welt, den Cern Httpd [1]. Wenn dies das Entwicklungstempo der Referenzimplementierung ist – wie wichtig mag die ganze Softwarekategorie der Port-80-Daemons dann sein?!

In Wirklichkeit ist das, was Henrik Frystyk Nielsen, Ari Luotonen, und Tim Berners-Lee in die Welt gesetzt haben, nichts weniger als der Grundstein für die Informationsgesellschaft und zugleich der Beweis, dass Software zu entwickeln mehr bedeuten kann als CPUs eine Daseinsberechtigung zu geben.

Heute ist Apache [2] mit 47 Prozent Marktanteil [3] der meistgenutzte Webserver. Im Unterschied zum Cern Httpd liefern moderne Server nicht mehr nur statisches HTML und ein paar Grafiken aus, sondern hantieren mit Datenbanken und komplexer Middleware. Auch auf den Clients läuft Code, meist Javascript oder Flash, der mit dem Webserver kommuniziert. Mit Webshops, Homebanking und anderen so genannten geschäftskritischen Anwendungen verbreitet sich zudem die Forderung nach hochverfügbaren Services. Dank gestreamter Webvideos wächst auch noch die übertragene Datenmenge ins Astronomische.

So nimmt es nicht Wunder, dass Performanceengpässe und Ressourcenprobleme bei Webservern eher die Regel als die Ausnahme bilden. Dass der Grund des Übels klar ist, macht die Behebung im konkreten Fall kaum einfacher. Wenn Administratoren und Webmaster sich angesichts schlechter Antwortzeiten und ausgeprägerter Ausfallneigung unter Handlungsdruck sehen, ist das sicher keine Einbildung. Der Schwerpunkt dieses Linux-Magazins möchte einen Beitrag zu Linderung ihrer Situation leisten, indem er Lösungsmöglichkeiten und -szenarien aufzeigt.

Performance, Streaming, HA, Sicherheit, Recht

Der Artikel ab Seite 28 beschreibt eine clevere mehrstufige Kette aus Proxyund Webservern, die sich bei einer heftig frequentierten Fotocommunity bewährt. Im nächsten Artikel gehts ums Streaming von Flash-Filmen nach Art von Youtube, was bis vor Kurzem nur mit proprietärer Software ging. Die vorgestellten Tools erlauben Webmastern von Firmen-Homepages genauso wie Privatleuten sich ihren Usern nun per Bewegtbild zu präsentieren.

Der HA-Artikel ab Seite 36 macht das vermeintliche Nur-Enterprise-Thema Verfügbarkeit auch für kleinere Unternehmen transparent. Der sich anschließende Beitrag gibt die Erfahrung eines großen deutschen Webhosters wieder, der den Schutz vor Ausfällen mit besserer Serverperformance kombiniert. Das Ganze ist auf das Hosting von Web-2.0-Inhalten optimiert.

Der Schwerpunkt schließt mit einem Artikel über Modsecurity, einer in Apache integrierbaren Application Firewall, die auch schon die Homepage der UN beschützt hat. Zum Thema Webserver passt auch der Rechtsartikel, in dem Anwalt Fred Andresen über Impressumspflichten und Verwandtes aufklärt. Seit dem letzten Cern Httpd, so scheints, ist viel passiert.

Infos

[1] Cern Httpd: [http://www.w3.org/Daemon/Status.html]

[2] Apache-Server: [http://httpd.apache.org]

[3] Netcraft Web Server Survey: [http://news.netcraft.com/archives/web_server_survey. html]

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