Was verbirgt sich hinter dem Schlagwort REST, das sich derzeit verbreitet? Ein Buch über Webarchitektur sorgt für Durchblick und zeigt die praktische Anwendung. Ein anderer Band widmet sich PostgreSQL und vermittelt Grund- und Praxiswissen zur Open-Source-Datenbank .
Zu den Buzzwords, die durch Verzeichnisse freier Software geistern, gehören in zunehmendem Maße auch die vier Buchstaben REST für “Representational State Transfer”. In seinem Buch “REST und HTTP” stellt Stefan Tilkov diesen Architekturstil vor.
REST-Architektur
Der rund 240-seitige Band setzt keine Vorkenntnisse voraus. Gleich zu Anfang veranschaulicht ein gut gewähltes Beispiel, was das Wesen der REST-Architektur ausmacht, das sich derzeit vor allem im Webprotokoll HTTP zeigt. Anhand eines einfachen Bestellsystems beschreibt der Autor, wie jede Ressource, sei es Produkt, Kunde oder Bestellung, über einen eigenen URI zugänglich ist. Mit dem HTTP-Vokabular wie Get-, Put- oder Delete-Requests lässt sich dieses System bedienen, als simpler Client dient das Open-Source-Programm Curl.
Weiter geht es mit Kernthemen der REST-Architektur wie Primärressourcen, Listen und Filtern. Ein Kapitel über Hypermedia-Aspekte zeigt Entwicklern, wie sich Änderungen am Clientprogramm einsparen lassen: Folgt der Client schlicht den Hyperlinks, kann der Server den Anwendungsfluss vorgeben. Ein Abschnitt über Formate rundet das Grundwissen ab. Hier geht es um XML, CSV, Json und RSS sowie um die HTTP-Header »Accept« und »Content-Type«.
Fortgeschrittene Themen wie Cookies, Authentifizierung und Caching behandelt Tilkov im weiteren Verlauf, wobei er zeitgemäß auch Open ID und Oauth bespricht. Nach einem Kapitel über besondere Anforderungen wie asynchrone Verarbeitung und atomare Transaktionen kehrt das Buch zur Beispielanwendung Bestellsystem zurück und wendet die behandelte Theorie praktisch an.
“REST und HTTP” ist so anschaulich wie möglich, bleibt aber ein Buch über einen Architekturstil: Konkrete Implementierungen in einzelnen Programmiersprachen behandelt es nicht, abgesehen vom Anhang, der auf passende Bibliotheken und Frameworks in Java, Dotnet und Python hinweist. Diese Einführung eignet sich für Entwickler, die sich mit der REST-Architektur vertraut machen wollen, etwa weil sie Schnittstellen zwischen Webanwendungen benötigen.
Der andere SQL-Server
PostgreSQL gilt gegenüber MySQL als der ewige Zweite bei den Open-Source-Datenbanken. Ein Indiz dafür liefert die verfügbare Literatur: Amazon beispielsweise kennt gut zehnmal so viele MySQL-Bücher wie solche über Postgres. Ein aktueller Titel schließt nun ein Stück weit auf. “PostgreSQL” heißt der Datenbankschmöker von Andreas Scherbaum, der auf über 500 Seiten viele Facetten der Datenbank sehr detailliert und praxistauglich darstellt.
Vorkenntnisse sind kaum vonnöten, so erläutert das Einstiegskapitel sogar die Installation via Paketmanagement haarklein. Danach geht es um wichtige Konfigurationsparameter, die Benutzerverwaltung und Programme für die Administration. Weiter ins Eingemachte führen Kapitel über die Datentypen, Client- und Server-seitige Programmierung, Backup und Restore oder das Performance-Tuning. Die Sachverhalte sind zumeist gut und verständlich erklärt und immer mit zahlreichen Beispielen illustriert.
An wenigen Stellen wäre mehr Ausgewogenheit angebracht: So führt der Autor etwa in das Kapitel 7 mit der Bemerkung ein, hier ginge es um “PostgreSQL-spezifische Details”. Dann behandelt er Tablespaces oder Transaktionen, die sich nicht nur so oder ähnlich in fast jeder heutigen Datenbank finden, sondern auch Teil des SQL-Standards sind.
Das Stichwort Verfügbarkeit, ein großes Datenbankthema, sucht man vergeblich im Register. Immerhin erklärt das Backup-Kapitel verschiedene Möglichkeiten der Replikation, schweigt aber zu Clustern – auf diesem Gebiet hat nämlich MySQL die Nase vorn.
Sieht man über wenige kleine Schwächen hinweg, ist das Buch aber fraglos eine gelungene und umfassende Einführung in die Arbeit mit PostgreSQL, die man allen bedenkenlos empfehlen kann, die sich mit dieser Datenbank näher beschäftigen möchten.
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Info |
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Stefan Tilkov: REST und HTTP Dpunkt, 2009 240 Seiten 36 Euro ISBN 978-3-89864-583-6 Dieses Buch bei Amazon.de kaufen[IMG]
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Info |
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Andreas Scherbaum: PostgreSQL Open Source Press, 2009 520 Seiten 40 Euro ISBN 978-3-937514-69-7 Dieses Buch bei Amazon.de kaufen[IMG] Dieses Buch bei Lehmanns Online Bookshop kaufen |






