Das Linux-Magazin wendet sich diesmal besonders schwerer Lektüre zu – das umfangreiche Python-Praxisbuch für Anfänger und Fortgeschrittene wiegt fast 2 Kilogramm. Leichter, aber nur physikalisch, ist ein schmaler Band zur Optimierung von Websites.
Der Autor Farid Hajji hat sich in seinem rund 1300-seitigen Werk “Das Python Praxisbuch” der Herausforderung gestellt, ein Programmierbuch zu schreiben, das sowohl den Novizen an Python 2.5 heranführen als auch dem Profi als Leitfaden dienen soll.
Python für Neulinge und Kenner
Zuerst nimmt Hajji den Einsteiger an die Hand und zeigt ihm den Umgang mit Python und die Grundlagen der Sprache. Für diese Zielgruppe ist allerdings ein ganzes Kapitel über die Anbindung von C/C++ an Python fehl am Platz.
In den verbleibenden zwei Dritteln des Werkes wird sich der professionelle Programmierer zu Hause fühlen, der schon Erfahrungen mit der XML-Verarbeitung, mit Datenbanken, mit Netz- und Webprogrammierung oder auch mit GUI-Anwendungen besitzt und eine ausführliche Diskussion dieser Themen erwartet. Der Autor beschreibt nicht nur Pythons Standardbibliothek, sondern auch die wichtigen Third Party Libraries – und dies in einer Breite und Tiefe, die das Buch zu einer wahren Fundgrube machen.
Dem Stil des Autors ist leicht zu folgen. Zum einen sind seine Vorstellungen gut strukturiert, zum anderen verwendet er durchgehend Beispiele, die er mit den vorgestellten Techniken umsetzt.
Nach so viel Lob gibt es doch einen gravierenden Kritikpunkt am Python-Praxisbuch: Genau genommen sind es zwei Bücher. Das erste Drittel des Buches richtet sich an den Python-Einsteiger, der Rest an den Profi. Um beide Adressaten trotzdem zum Lesen zu motivieren, würzt der Autor den Anfängerteil für den Profi mit Vorgriffen auf höhere Python-Versionen und fortgeschrittene Programmiertechniken. Den folgende Anwendungsteil versieht er, offenbar für Einsteiger, mit überflüssigen Installationsanleitungen. Dies führt dazu, dass der Einsteiger den Blick fürs Wesentliche verliert und der Könner sich streckenweise langweilt.
Trotz dieser Kritik ist das Buch auch für den Python-Novizen geeignet, sofern er das Erlernen der Python-Grundlagen als Pflicht sieht und mit der Kür, der Anwendung von Python, wartet, bis er das nötige Grundverständnis besitzt. Dem professionellen Anwendungsprogrammierer ist die Lektüre des Buches ohne Einschränkung zu empfehlen, denn danach ist die Gefahr deutlich verringert, dass er in einer neuen Anwendung auf die falschen Techniken setzt.
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Info |
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Farid Hajji: Das Python Praxisbuch Addison-Wesley, 2008 1330 Seiten ISBN 978-3-8273-2543-3 60 Euro |
Web-Performance
Viele Weboptimierungen, die Steve Souders in seinem Buch “High Performance Web Sites” aus dem Jahr 2007 beschrieb, findet der Autor bereits im WWW umgesetzt. Nun legt der bei Google angestellte Performance-Spezialist den Titel “Even Faster Web Sites” nach, um seine Empfehlungen auf den neuesten Stand zu bringen. Souders empfiehlt den Entwicklern beispielsweise, die zahlreichen Javascript-Dateien moderner interaktiver Ajax-Seiten sinnvoll in kleinere Häppchen zu teilen, um nur jenen Code zu laden, der als Nächstes benötigt wird. Asynchrones Nachladen weiterer Skripte sorgt dafür, dass kein massiver Skript-Download den Browser blockiert.
Neben seinen eigenen Kapiteln hat Steve Souders auch Gastbeiträge in seinem Band versammelt. Der Yahoo-Mann Nikolas C. Zakas beispielsweise beschäftigt sich mit Javascript-Optimierung. Er rät zum Einsatz lokaler Variablen, zeigt, wie sich komplexe If-Statements und Loops verbessern lassen, und berücksichtigt dabei aktuelle Browser-Versionen.
Ein anderer Gast, Dylan Schiemann, Miterfinder des Dojo-Toolkits, stellt die Webtechnologie Comet vor, die langlebige HTTP-Verbindungen einsetzt. Weitere Teile beschäftigen sich mit der Komprimierung, mit dem sinnvollen Einsatz von Iframes sowie mit Grafik-Optimierung per Jpegtran und CSS-Tricks.
Es handelt sich um ein hochspezialisiertes Buch für Webentwickler, die hauptsächlich mit Javascript arbeiten. Der Preis von 34 Euro für den eher dünnen Band ist gewagt. Wer aber bereits einige Arbeit in die Optimierung einer komplexen Site investiert hat und die restlichen zehn Prozent Performance auch noch braucht, der sollte sich diesen Titel ansehen.
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Info |
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Steve Souders: Even Faster Web Sites O’Reilly, 2009 254 Seiten ISBN 978-0-596-52230-8 34 Euro |







