Erst hierhin, dann dorthin: Bewegungsüberwachung von Webseiten-Besuchern nützen dem Marketing. Der technischen Umsetzung hat der deutsche Ableger des O\’Reilly-Verlags ein Buch gewidmet. Die Konkurrenz, Galileo Press, kommt mit einem Einführungsbuch für Python 3 zu Wort .
Wer im Web Geld verdienen möchte, muss wissen, wie viele Besucher wo auf seine Seiten klicken. Er kann dann seinen Auftritt so gestalten, dass möglichst viele Surfer im Shop landen oder bezahlte Werbung sehen. Diese Benutzerbeobachtung nennt sich Webtracking.
Den Usern auf der Spur
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Info |
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Die Kunst des WebTrackings O\’Reilly, 2009 310 Seiten ISBN 978-3-89721-857-4 30 Euro |
“Die Kunst des Web-Trackings” erläutert zunächst Grundlegendes wie physikalische und virtuelle Webhosts, HTTP-Statusmeldungen und Webserver-Logs. Danach erörtern die Autoren Tracking-Verfahren wie Log-Auswertung, Pixel-Tracking und TCP/IP-Sniffing. In den folgenden Kapiteln fallen dann mit Hits, Pageviews und Visits die magischen Termini der Onlinebranche. HTTP-Referrer, Entry-Pages und die Click-Trough-Rate komplettieren das Fachchinesisch für den Tracking-Einsteiger.
Nach der Hälfte der 310 Seiten ist das Anfängerwissen beinahe komplett. Versprach das Buch auf dem Titel nicht “Web Analytics vom Feinsten” und “Web Tracking à la carte?” Welche raffinierten Spezialitäten erwarten den Leser also in der zweiten Hälfte?
Kurz: keine besonderen. Die folgenden Kapitel zeigen, wie man mit Hilfe geeigneter Landing-Pages oder HTTP-Parameter Werbekampagnen verfolgt. Dabei leistet der Open-Source-Adserver Open X laut den Autoren gute Dienste. Unter “Management Reporting” ist kaum Neues zu erfahren: Vorgesetzte lieben kurze Zusammenfassungen und sind aufs Geld bedacht. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich allgemein mit Projektplanung. Erst kurz vor Schluss kommt die Sprache noch auf einzelne Tracking-Tools und Dienste wie Analog oder Webtrends.
Wer hoffte, nun endlich die komplexen Tracking-Wünsche seines anspruchsvollen Chefs umsetzen zu können, hat mit diesem Buch Pech. Außer Grundwissen, das sich auch bündiger vermitteln ließe, gibt es für die rund 30 Euro kaum Interessantes. Zur weiteren Unlust beim Lesen trägt der Stil des Textes bei, der die Bilderwelt der feinen Küche (“à la carte”) eindeutig überstrapaziert.
Fingerübung mit Python 3
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Info |
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Einstieg in Python 3, 2., aktualisierte Auflage Galileo Computing, 2009 400 Seiten ISBN 978-3-8362-1406-3 25 Euro |
Anfänger und Umsteiger profitieren von dem pädagogischen Kniff des Autors von “Einführung in Python 3”, anhand eines selbst programmierten Spiels durch die Übungen zu führen: Einfacher Code wird mit der Zeit komplexer und wandert am Ende sogar auf eine Webseite.
An den vielversprechenden Einstieg mit dem 40-seitigen “Programmierkurs” schließen sich die kleineren Kapitel “Datentypen” und “Objektorientierte Programmierung” an, die jedoch den Pfad der Praxis verlassen. Unterbrochen werden diese eher knappen Erläuterungen recht unmotiviert von dem Kapitel “Weiterführende Programmierung”, das den Fortschreitenden mit Tipps versorgen will. Auch andere Kapitel unterbrechen den Flug über den Übungscode, sodass das Buch etwas unentschieden wirkt. Eine systematische Gliederung hätte vielleicht geholfen.
Leider besteht der Text zu rund drei Vierteln aus Listings, denen Erklärungen als unsortierte Liste folgen. Zeilenverweise fehlen, sodass lange Programmtexte etwas mühsam nachzuvollziehen sind. Ebenfalls unglücklich: Erst in der Mitte des Buches nennt der Autor im Kapitel “Neues in Python 3” die Unterschiede, die sich auf die Syntax vieler der verwendeten Kommandos auswirken.
Linux-Benutzer müssen mit dem Buch entweder auf Windows ausweichen oder ständig umdenken und eigenständig Python, Apache und MySQL installieren: Die Screenshots sowie die beigefügte CD mit Python 3 und Apache richten sich nur an Windows-Anwender. Ironischerweise hat sich jedoch zu Beginn in “Erste Schritte” eine halbe Seite mit Erläuterungen eingeschlichen, wie man sein frisch getipptes Python-Programm unter Linux wenigstens ausführt.
Python-3-Anwärtern, die sich an etwas hölzerner Vermittlung nicht stören, wird das Buch dank des durchgängigen Programmbeispiels Spaß und Programmiergeschick vermitteln. Wer die 25 Euro investieren will, sollte aber im Laden einen längeren Blick hineinwerfen, ob ihm auch der Rest etwas bringt. (ake)








