Aus Linux-Magazin 03/2009

Auf den Punkt gebracht

Haben Sie Anregungen, Statements oder Kommentare? Dann schreiben Sie an [redaktion@linux-magazin.de]. Die Redaktion behält es sich vor, die Zuschriften und Leserbriefe zu kürzen. Sie veröffentlicht alle Beiträge mit Namen, sofern der Autor nicht ausdrücklich Anonymität wünscht.

Parallelarbeit 1

02/09, S. 70: Der Artikel über die Parallelisierung mittels Bash-Skripten war sehr interessant. Jedoch möchte ich kurz darauf hinweisen, dass die Umsetzung sehr umständlich ist. Die Bash stellt eigene Funktionen für eine Jobverarbeitung zur Verfügung, um dasselbe Verhalten mit weniger Aufwand zu erreichen.

Angeregt durch die Idee versuchte ich mich an einem Skript (Listing 1), das sich genauso benutzen lässt wie das im Artikel. Die Kommunikation mit den Workern habe ich durch den direkten Aufruf des Jobs ersetzt.

Lars Täuber, per Mail

Listing 1:
Parallelisierung

01 #!/bin/bash
02 
03 : ${_cmd:="echo"}
04 : ${PMAX:=`ls -1d /sys/devices/system/cpu/cpu* | wc -l`}
05 
06 dispatchWork() {
07   while read -r -u 0 LINE
08   do
09     while [ $(jobs -rp | wc -l) -ge $PMAX ]
10     do
11         sleep 1
12     done
13     eval $_cmd "$LINE" &
14   done
15   wait
16 }

Parallelarbeit 2

02/09, S. 70: Als Alternative zur der im Beitrag “Parallelarbeit” vorgestellten Lösung lässt sich »xargs« einsetzen:

find . -name '*.pdf' | xargs -n 1 -P 4  pdf2ps

Dieses Beispiel erzeugt aus allen PDF-Dokumenten Postscript-Dateien. Der Schalter »-n 1« sorgt dafür, dass immer genau ein Argument an das nachfolgende Programm weitergegeben wird. Der Schalter »-P 4« lässt maximal vier Prozesse zu. Ein kleines Wrapper-Skript passt die Prozessanzahl wie vorgeschlagen an die CPU-Anzahl an und überreicht die Dateinamen und den auszuführenden Befehl als Parameter.

Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Xjobs [http://www.maier-komor.de/xjobs.html] Auch hier reicht eine Zeile:

find . -name '*.pdf' | xjobs -j 4 -- pdf2ps

Fritz Mehner, per E-Mail

Mehrere Prozesse landen deshalb in der Regel auf verschiedenen CPUs eines Mehrprozessorsystems und laufen damit parallel ab, weil der CPU-Scheduler um einen Lastausgleich bemüht ist.

Allerdings können alle Ansätze, die allein darauf vertrauen, nicht garantieren, dass der Scheduler, der möglicherweise sehr viele Prozesse verwaltet, nicht doch mehrere oder gar alle der eigentlich zu parallelisierenden Tasks einer CPU zuordnet. Wollte man die gleichmäßige Verteilung tatsächlich erzwingen, böte sich dafür das Linux Utility »taskset« an, das es erlaubt, ausdrücklich die CPU zu bestimmen, auf der ein bestimmter Prozess laufen soll. (Jens-Christoph Brendel)

ERP oder nicht ERP

02/09, S. 40: Mit besonders großem Interesse verfolge ich jene Artikel, die sich mit betriebswirtschaftlicher Software beschäftigen. Allerdings stört mich die häufig leichtfertige Verwendung des Begriffs “Enterprise Resource Planing”, kurz ERP. Denn damit ist eine integrierte Lösung gemeint, die alle Ressourcen eines Betriebes verwaltet. Ich bin der Meinung, dass diesem Titel Programme mit Auftragsverwaltung, Finanzbuchhaltung und Materialwirtschaft nicht gerecht werden.

Funktionen wie die Abbildung von Stücklisten, Disposition, Chargenverwaltung, das Halten von Plan- und Ist-Daten, Auftragsverfolgung, Produktionsplanung und Kapazitätsplanung sind wesentliche Teile einer solchen Unternehmenssoftware.

Andreas Doubrava, per E-Mail

Was die ursprüngliche Begrifflichkeit betrifft, haben Sie natürlich Recht. Dennoch hat sich in den Köpfen die Abkürzung ERP für die Systeme festgesetzt, die das Unternehmen hinter den Kulissen steuern. Die getestete Software bietet die Funktionalitäten Auftragsverwaltung, Auswertung und Statistiken, sie verfolgt damit die von Ihnen genannten Ziele zumindest in Teilbereichen. Damit war für die Autorin der Oberbegriff ERP ausreichend gerechtfertigt. Gerade Klein- und Mittelständler erwarten dies erfahrungsgemäß auch von der Software zur Auftragsbearbeitung und Finanzbuchhaltung. (Britta Wülfing)

Errata

02/09, S. 77: In dem abgedruckten Beispiel zur Berechnung des Winterrätsels hat sich bedauerlicher Weise ein Rechenfehler eingeschlichen: Um den Überlauf korrekt zu berücksichtigen, mussten Rätselfreunde 26 – 26 = 0 und 0 µ A rechnen. Somit ergibt die Beispielrechnung X + D = A. Die eigentliche Anleitung, die vorgegebenen Buchstaben und die Fragen sind aber korrekt und mussten zum Lösen nicht verändert werden.

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