Stets verfügbar sollen Rechner und ihre Dienste sein – ein Mittel zu diesem Zweck ist Linux-HA 2. Das Linux-Magazin hat sich eine Neuerscheinung zu diesem komplexen Thema angesehen, außerdem ein Buch zur Vorbereitung auf die LPIC-1-Prüfung.
Ein Mangel, der den vielen Vorzügen freier Software häufig gegenübersteht, ist die fehlende oder unvollständige Dokumentation. Je komplexer die Programme, desto schmerzlicher die Lücke. Linux-HA 2 ist ein Programmsystem mit zahlreichen, nicht immer intuitiv verständlichen Optionen – Michael Schwartzkopff ist es daher hoch anzurechnen, dass er mit seinem Buch “Clusterbau mit Linux-HA” Abhilfe schafft.
Hochverfügbarkeit
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Clusterbau mit Linux-HA Version 2 O’Reilly, Köln 2008 256 Seiten, 40 Euro ISBN 978-3-89721-779-9 |
Das Buch führt zunächst in die Grundlagen der Hochverfügbarkeit ein und streift auch Grundwissen zur Verfügbarkeitsberechnung. Dabei fällt allerdings unter den Tisch, dass es neben Hardware-Ausfällen auch noch andere Risiken gibt, gegen die im Zweifelsfall auch kein Cluster schützt: logische Fehler etwa, Fehlbedienung, Bugs und so weiter. Anschließend stellt der Autor kurz verschiedene Hochverfügbarkeitskonzepte unter Linux vor. Dann wendet er sich Linux-HA2 zu, das er von Grund auf, anschaulich und mit vielen Beispielen erläutert.
Das Buch taugt auch als Referenz für eigene Konfigurationsarbeiten, es ist fachlich fundiert und deckt sein Thema gut ab. An einigen Stellen hätte man sich weiterführende Informationen gewünscht, etwa zu den verschiedenen möglichen Klassen von Agenten – das Werk erwähnt etwa OCF-Ressourcen, erklärt sie aber nirgends.
Für den Lesefluss erweisen sich auch die häufigen Verweise auf spätere Passagen als nicht optimal. Wo sich keine bessere Reihenfolge der Darstellung finden ließ, wäre eine zurückhaltendere Verweistechnik dienlicher gewesen. Wenig Glück hatte der Autor offenbar mit der Beratung in sprachlich-stilistischen Fragen durch sein Lektorat: Der Text wirkt durch übermäßigen Gebrauch des Passivs und von Nominalkonstruktionen oft sperrig. Alles in allem ist “Clusterbau mit Linux-HA” aber eine wertvolle Hilfe für alle, die sich mit dieser wichtigen Software auseinandersetzen wollen oder müssen.
LPIC-1-Vorbereitung
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LPIC-1 Galileo Computing München 2008 538 Seiten, 35 Euro ISBN 978-3-89842-845-3 |
Wer sein Linux-Wissen beruflich verwerten will, kommt langfristig um eine Zertifizierung nicht herum. Die Zertifikate des Linux Professional Institute (LPI) erfreuen sich wegen ihrer Distributionsunabhängigkeit und wohl auch wegen der geringen Prüfungsgebühren großer Beliebtheit.
Konsequenterweise legt jetzt auch Galileo ein Buch zur Vorbereitung auf die LPI-Zertifizierung auf dem ersten Level (LPIC-1) auf. Das Buch von Harald Maaßen stellt eine gut strukturierte Einführung in die LPI-relevanten Themen dar, kann aber – wie die meisten Bücher zum Thema – das Durcharbeiten der jeweiligen Manpages nicht ersetzen. Meist bleibt der Autor beim Allernötigsten für die LPI-Prüfung und gibt nur gelegentlich Tipps für die Praxis. Beispielsweise wird der Leser zwar über die Existenz des Verzeichnisses »/etc/logrotate.d« informiert, auf einen informativen auszugsweisen Abdruck der Datei »logrotate.conf« verzichtet der Autor jedoch.
Als geradezu fahrlässig ist allerdings die Abhandlung des Kapitels “Sicherheit” auf nur vier Seiten zu bezeichnen. Mit der Darstellung des komplexen Themas Iptables auf einer halben Seite kann niemand etwas anfangen, schon gar nicht ein Linux-Novize.
Schade, dass sich der auf CD beiliegende Prüfungssimulator nicht mit dem neuesten Ubuntu 8.04 nutzen lässt. Der Standardbrowser (Firefox 3 Beta 5) kommt mit der Javascript-Umsetzung des Simulators nicht zurecht und friert schon beim Laden der Startseite ein. Eine gute Idee war dagegen, das Linux-Buch von Wendzel und Plötner aus demselben Verlag auf die CD zu packen. Wer noch Fragen hat, kann sich hiermit tiefer in die Materie einarbeiten.
Wer es allerdings nicht eilig mit der Prüfung hat, sollte die Ankündigungen des LPI [http://lpi-german.de] im Auge behalten, denn spätestens 2009 stehen Aktualisierungen an. Es ist mit der Verschiebung mancher Themen der Teilprüfung 101 nach 102 und umgekehrt sowie teilweise geänderten Gewichtungen und Fragestellungen (Postfix-MTA statt Sendmail) zu rechnen. (mhu)








