Aus Linux-Magazin 04/2008

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Nload

Abbildung 1: Charlys Nload-Kurven sind beeindruckend, zumindest wenn es um eingehenden Traffic auf seinem Server-Netzwerkinterface geht.

Netzwerk-Monitore gibt es viele, aber Nload, das ein- und ausgehenden Traffic getrennt und ohne X11-Hilfe auf die Konsole zeichnet, gibt's nur eines.

Inhalt

64 | VPN-Appliance von MSM-Net

Datenschutz im VPN: Zwischen die Alleskönner unter den Routern
und die Profiverschlüssler reiht sich dieses Gerät
für den gehobenen Bedarf ein.

70 | Software für Verteilerlisten

Bei den Verwaltungsfunktionen der fünf gestesten
Mailinglisten-Programme trennt sich die Spreu vom Weizen.

76 | LPI-Zertifizierung – Teil 21

Für eine Zertifizierung erwartet das LPI Kenntnisse in der
Konfiguration und beim Betrieb von Mailservern.

82 | Kosmos-FS

Ein neues verteiltes Dateisystem jongliert mühelos mit Giga-
und Terabyte-großen Dateien.

86 | Asterisk-Workshop, Teil 4

Das Projekt “Gemeinschaft” vereinfacht das
Asterisk-Setup deutlich. Außerdem: Magazin-Kommentator Eitel
Dignatz über seinen Kampf gegen Phone-Spam.

Die herrschende Netzlast auf einem Interface anzeigen lassen, das ist nicht schwer, und Werkzeuge für die grafische Aufbereitung der ermittelten Werte gibt es reichlich. Aber was liefert auf die Schnelle die beste Übersicht? Macho-Lösungen ziehen sich die Werte aus dem »/proc« oder setzen etwas wie

watch -n 10 "ifconfig eth0|grep bytes"

ab und rechnen im Kopf den Durchschnitt aus. Aber das ist erstens Angeberei und zweitens peinlich, wenn man sich verrechnet.

Alles, was unter X11 läuft, kommt sowieso nicht in Frage, weil Server zumeist ohne grafische Oberfläche auskommen. Iptraf liefert zwar gute Werte, bietet aber keine Historie. Gleiches gilt für Iftop [1], zum Ausgleich veranschaulicht es dafür, wie viel Traffic von und zu jedem Kommunikationspartner fließt.

Mein Favorit für den schnellen Überblick ist Nload [2]. Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, zeigt es die aktuelle Netzlast und außerdem je einen Verlaufsgraphen für die eingehenden und die ausgehenden Daten. Zusätzlich liefert es Durchschnittswerte über ein konfigurierbares Intervall. Die Historie macht das Arbeiten mit Nload besonders angenehm, denn ich verpasse keinen Peak, auch wenn ich die Augen mal für einige Sekunden vom Bildschirm ab- und dem Kollegen zuwende, unter dessen Einfluss eben ein Serverrack auseinandergefallen ist.

Abbildung 1: Charlys Nload-Kurven sind beeindruckend, zumindest wenn es um eingehenden Traffic auf seinem Server-Netzwerkinterface geht.

Abbildung 1: Charlys Nload-Kurven sind beeindruckend, zumindest wenn es um eingehenden Traffic auf seinem Server-Netzwerkinterface geht.

Das Aktualisierungsintervall lege ich beim Aufruf mit »-t Wert_in_Millisekunden« fest. Per Default aktualisiert Nload seine Anzeige zweimal pro Sekunde. In den meisten Fällen des Alltags lässt sich auch mit einer gemächlicheren Einstellung ganz gut leben, ich benutze meist »-t 2000«, also eine Aktualisierung pro zwei Sekunden.

Grenzen aufzeigen

Damit die Lastgraphen lesbar bleiben, kann ich Obergrenzen bestimmen, sogar für ein- und ausgehenden Traffic getrennt. Überschreitet der Datenverkehr die Schwelle, schneidet Nload den Graphen ab und ich weiß, dass etwas nicht stimmt. Standard ist ein Schwellenwert von 10 MBit/s, den ich mit den Parametern »-i Wert« für ein- und »-o Wert« für ausgehenden Traffic ändere.

Die Berechnung der Durchschnittswerte manipuliere ich mit dem Schalter »-s Wert_von_1_bis_9«. Je kleiner die Zahl, umso kürzer ist das Zeitintervall, über das Nload die Durchschnitte berechnet. Der höchste Wert, also 9, ist Default. Ein nettes Feature ist, dass ich die wichtigsten Parameter zur Laufzeit modifizieren darf – sogar das beobachtete Interface. Ein Druck auf [O] im laufenden Nload öffnet ein entsprechendes Menü.

Bei Servern mit mehreren aktiven Interfaces ist der Parameter »-m« nützlich. Mit ihm zeigt Nload die Last auf mehreren Schnittstellen gleichzeitig an. Allerdings muss ich bei dieser Ansicht auf die Verlaufsgraphen verzichten. (jk)

Infos

[1] Iftop: [http://www.ex-parrot.com/pdw/iftop/]

[2] Nload: [http://www.roland-riegel.de/nload/]

Der Autor


Charly Kühnast administriert Unix-Betriebssysteme im Rechenzentrum Niederrhein in Moers. Zu seinen Aufgaben gehören die Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ. Im heißen Teil seiner Freizeit frönt er dem Kochen, im feuchten Teil der Süßwasseraquaristik und im östlichen lernt er Japanisch.

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