Aus Linux-Magazin 03/2008

Werkzeuge im Kurztest

Smartmontools 5.37

Festplattenüberwachung

Quelle: [http://smartmontools.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: keine

Der Ausfall einer Festplatte führt oft genug zum Verlust von Daten, immer jedoch zu dem von viel Zeit. Damit es möglichst nicht so weit kommt, besitzen moderne Festplatten ein Self-Monitoring Analysis and Reporting Technology System (SMART). Neuere Bios-Versionen unterstützen dieses System und geben während des Bootzyklus Warnmeldungen aus, wenn SMART Fehler erkannt hat. Bei kontinuierlich laufenden Servern nützt dies wenig. Die Smartmontools lesen daher die SMART-Werte im laufenden Betrieb aus.

Wie ausführlich die Diagnose der Smartmontools ausfällt, kann der Benutzer in der Konfigurationsdatei festlegen. Die ausführliche Analyse enthält eine Liste aller aufgetretenen Probleme samt zugehöriger Register-Rohwerte. Das Programm Smartctl startet die erweiterten Selbsttests der Platte, aktiviert und deaktiviert SMART oder legt fest, wie das System im Fehlerfall reagiert.

***– Der Einsatz von SMART ist zwar kein Ersatz für Backups, da Festplatten den Dienst manchmal auch ohne jede Vorwarnung quittieren. Wer jedoch auf Warnsignale wie eine wachsende Anzahl defekter Sektoren achtet, kann die Platte mit etwas Glück noch vor dem Ausfall tauschen.

Sagasu 2.0.8

Sucht Zeichenketten in Dateien

Quelle: [http://perso.b2b2c.ca/sarrazip/dev/sagasu.html]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Grep

Weniger routinierte Linux-Anwender tun sich beim Einsatzt des Kommandozeilen-Suchwerkzeugs Grep mit seinen vielen Parametern schwer. Sagasu bietet eine einfach zu bedienende grafische Alternative. In die erste Zeile der Eingabemaske gibt der Benutzer die zu suchende Zeichenkette ein, die auch ein regulärer Ausdruck sein darf. Durch die Angabe von Datei-Erweiterungen und Verzeichnissen lässt sich der Suchbereich eingrenzen. Eine maximale Rekursionstiefe verhindert, dass sich Sagasu in den Tiefen der Verzeichnisstruktur verliert.

Alle Dateien, auf die das Suchmuster zutrifft, listet Sagasu inklusive Verzeichnispfad im Ergebnisfeld auf. Fällt die Liste lang aus, schränk ein Suchfilter sie ein. Bei Suchanfragen über viele Dateien führt dies schneller zum Ziel als ein Neustart der Suchfunktion. Sagasu verwaltet die Ergebnisse in Tabs, sodass der Anwender schnell zwischen mehreren Suchanfragen wechseln kann.

***– Wer lieber mit einer grafischen Oberfläche arbeitet und auf Grep-Funktionen wie den Einsatz von in Dateien gespeicherten Suchmustern verzichten kann, findet in Sagasu eine leistungsfähige und übersichtlich gestaltete Alternative. Skripten lässt sich die grafische Anwendung allerdings nicht.

Pppusage 0.2.5

PPP-Traffic ermitteln

Quelle: [http://www.jhweiss.de/software/Pppusage.html]

Lizenz: Veränderungen bei Erhalt des Copyright-Hinweises erlaubt

Alternativen: Ppplag

Obwohl heute von der Downloadmenge unabhängige Flatrates dominieren, gibt es auch noch volumengebundene Onlinetarife. Pppusage, ein Tool aus der Modemzeit, leistet dem Systemverwalter beim Erstellen von Volumenstatistiken für die in Deutschland üblichen PPPOE-DSL-Verbindungen gute Dienste. Bei ihnen liegt über der DSL-Ethernet-Verbindung noch die gleiche PPP-Schicht wie bei analogen Modems. Seine Daten gewinnt das Perl-Skript aus den Pppd-Logeinträgen in »/var/log/messages«.

Die Auswertungsergebnisse legt Pppusage im temporären Verzeichnis als Berkeley-Datenbank-Datei ab, auf die die Software bei erneuter Abfrage der Daten zurückgreift, um Rechenzeit zu sparen. Pppusage unterteilt den Gesamtdurchsatz in monatlichen Durchsatz und Durchschnittsdurchsatz. Für präzisere Analysen lässt sich der Auswertungszeitraum auf einzelne Monate oder Tage beschränken.

***– Obwohl Pppusage schon älter ist und in den letzten Jahren nur wenig Pflege erfuhr, eignet es sich immer noch gut, um den Datendurchsatz durch DSL-Verbindungen zu ermitteln.

Pauker 1.8RC2

Lernkarten-System

Quelle: [http://pauker.sourceforge.net]

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Anki, Xcard

Ob bei Lateinvokabeln oder LPI-Prüfungsfragen, seit Generationen setzen Prüflinge auf Karteikarten, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Das Java-Programm Pauker bietet eine digitale Variante des bewährten Lernverfahrens. Für klassische Anwendungsbereiche wie Englischvokabeln stehen auf der Webseite des Programms fertige Lerneinheiten zum Download bereit. Mit dem Karteneditor lassen sich jedoch auch zügig neue erstellen.

Pauker fragt die Karteikarten nach einem lernpsychologisch ausgeklügelten Verfahren ab: Der Prüfling hat in der Voreinstellung 18 Sekunden Zeit, in der er sich Vorder- und Rückseite so vieler Karten ansehen kann, wie er möchte. Ist diese Zeit verstrichen, präsentiert die Software zunächst nur die Vorderseiten der Karten aus dem letzen 18-Sekunden-Block. Erst ein Klick auf »Zeig\’s mir!« gibt die Antwort auf der Rückseite frei.

Wenn der Anwender die Frage »Haben Sie es gewusst?« mit Nein beantwortet hat, legt die Software die Karte in den Stapel der unbekannten Fragen zurück. Nach mehreren Ultrakurzzeit-Prüfungsblöcken prüft Pauker alle Inhalte noch einmal ab, damit sie im Gedächtnis haften bleiben.

***** Primär zwar fürs Lernen von Fremdsprachen entwickelt, eignet sich Pauker auch zur Vorbereitung auf eine Diplom- oder LPI-Prüfung. Die Software gibt es auch in einer Java-Micro-Edition-Variante für Smartphones oder PDAs.

Dupseek 1.3

Dateidubletten aufspüren

Quelle: [http://www.beautylabs.net/software/dupseek.html]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: Weedit, Finddups

Dass auf vielen Systemen doppelt und dreifach vorhandene Dateien viel Festplattenkapazität blockieren, ist für Administratoren keine neue Erkenntnis. Dupseek hilft ihnen beim Ordnung schaffen. Problematisch beim Aufspüren von Dateidubletten ist die große Masse der Daten, die die CPU dabei bewältigen muss. Dupseek setzt daher zum Aufspüren inhaltsgleicher Dateien auf ein effektives Verfahren.

Während viele andere Programme die Dateien anhand der MD5-Prüfsummen vergleichen, ordnet Dupseek alle Dateien zunächst nach der Größe. Lediglich bei Dateien mit gleicher Größe muss die Software den Inhalt lesen. Findet sie Dateien der gleichen Größe, liest sie dennoch nicht die gesamte Datei, sondern zunächst lediglich kleine Blöcke. Ergeben sich hierbei bereits Unterschiede, ist die Operation für diese Datei abgeschlossen. Beim Vergleich großer Dateien spart dieses Verfahren Rechenzeit, da Dupseek jetzt nur noch wenige Dateien komplett lesen muss.

Trifft Dupseek auf eine doppelt vorhandene Datei, löscht es diese oder ersetzt sie je nach Konfiguration durch einen symbolischen Link. Die Software bietet auch einen interaktiven Modus, bei dem der Benutzer von Fall zu Fall entscheiden kann, ob er mehrfach vorhandene Dateien erhalten, löschen oder durch einen Link ersetzen möchte

***– Auch wenn die Entwicklung von Dupseek seit einigen Jahren ruht, bietet sein Vergleichsalgorithmus – besonders bei großen Dateien – Geschwindigkeitsvorteile gegenüber ähnlichen Programmen.

Makeself

Selbstentpackende Archive

Quelle: [http://www.megastep.org/makeself/]

Lizenz: GPLv2

Alternativen: selbst geschriebenes Shellskript

Makeself erzeugt Archive, die sich unabhängig von den Einstellungen des grafischen Dateimanagers und ohne Kenntnis der Kommandozeilenparameter selbst entpacken. Sie bestehen aus einem Skriptteil und einem mit Tar archivierten Datenteil. Das Skript steht am Datei-Anfang und übergibt die Daten an Tar mit den richtigen Parametern zum Dekomprimieren und Entpacken.

Mit Makeself gepackte Dateien tragen oft die Endung »run«, die sich mit den als Makeself-Archive ausgelieferten Loki-Games-Installern verbreitet hat. Eine andere übliche Endung ist »sh«, etwa beim Nvidia-Installer, der ebenfalls auf Makeself setzt. Bei Bedarf kann der Anwender die Tar-Datei mit einem Editor vom restlichen Archiv trennen und erhält so ein gewöhnliches Tar-Archiv.

Das Basteln selbstentpackender Archive mit Makeself ist leicht. Es genügt, der Software ein Quellverzeichnis oder eine Quelldatei und einen Namen für das fertige Archiv zu übergeben. Der Anwender kann zwischen den Kompressionsverfahren Bzip2, Gzip und Compress wählen oder die Verwendung von Prüfsummen deaktivieren, mit denen Makeself normalerweise die Integrität der Archive prüft. Außerdem lässt sich ein Befehl festlegen, den Makeself nach dem Entpacken aufruft, was besonders bei Installern zum Einsatz kommt.

****- Wer selbstentpackende Archive erstellen will, für den ist Makeself eine der wenigen fertigen Lösungen. Die Tatsache, dass Firmen wie Nvidia, Google oder ID-Software das Tool für ihre Produkte benutzen, spricht für die Qualität. (U. Vollbracht/pkr)

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