Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten .
Dass die Debconf in Edinburgh den Entwicklern gefallen hat, dokumentiert das Projekt nun mit Zahlen und Fakten. In die Zukunft blickt das Projekt, wenn es um die KDE-Version für Lenny geht.
Rekorde
Mehr als 450 Entwickler und Interessierte aus 41 Nationen waren am Entwicklertreffen in Schottland beteiligt (Abbildung 1). Auch das Budget war rekordverdächtig: Einnahmen von fast 81000 britischen Pfund, teilweise noch von der Debconf 6, standen Ausgaben von gut 67000 Pfund gegenüber. Die Debconf 2007 kann sich rühmen, die bisher teuerste Konferenz gewesen zu sein. Nach Abzug weiterer Kosten stehen für die Debconf 8 noch rund 8000 Pfund bereit.
Von Angesicht zu Angesicht
Neben der Statistik enthält der Report [1] Stellungnahmen von vielen Debian-Entwicklern. Die Resonanz dieser Erfahrungsberichte ist ausnahmslos positiv. Neben der angenehmen Umgebung und der Atmosphäre auf der Entwicklerkonferenz loben die Teilnehmer, dass Diskussionen von Angesicht zu Angesicht deutlich effizienter seien als über den elektronischen (Um-)Weg.
Es steht somit wohl außer Frage, dass auch zur Debconf 8 in Argentinien wieder viele Entwickler und Interessierte erscheinen wollen. Das “große” Team des Projekts, das die oberste Leitung der Debconf-Organisation innehat, macht sich bereits Gedanken über das Jahr 2009. Wie Jörg Jaspert kürzlich mitteilte, findet die Konferenz dann in Extremadura, Spanien, statt.
KDE und Lenny
Seit ein paar Jahren schon betreut nicht mehr eine einzelne Person die KDE-Pakete in Debian, sondern eine Maintainergruppe. Angesichts der Release von KDE 4.0 sind einige Mitglieder dieser Gruppe in Ceceres in Spanien zu einem Treffen zusammengekommen, um die Vorgehensweise im Hinblick auf die Lenny-Release und KDE zu besprechen. Ana Guerrero verkündete danach in einer Mail die Ergebnisse des Treffens. Demnach wird die nächste Release von Debian noch mit KDE 3 als Standard-Desktop erscheinen. Wer experimentieren möchte, solle jedoch laut Guerrero die Möglichkeit dazu bekommen. Lenny werde eine “KDE-4-Entwicklungsplattform” haben, also Pakete für KDE 4 mitbringen.
Die Gründe, die die Entwicklergruppe gegen die Verwendung von KDE 4 als Standard-Desktop anführt, leuchten ein: Guerrero erläutert, dass KDE 4 zwar offiziell als fertig gilt, dass aber noch sehr viele Baustellen bestehen und einige Anwendungen fehlen, die KDE wirklich zur vollständigen Umgebung für Desktops machen. Als Beispiel führt sie KMail an. Zwar sollen die genannten Probleme in KDE 4.1 behoben sein, doch kollidiert der aktuelle Release-Plan für KDE 4.1 mit dem von Lenny. Stabile und getestete Pakete seien bei dieser Zeitüberschneidung unwahrscheinlich.
Guerrero gibt außerdem auch noch einen Hinweis für alle Interessierten, die generelle Informationen zu den verschiedenen KDE-Paketen in der Debian-GNU/Linux-Distribution suchen, und verweist dafür auf die Website der für die Paketpflege Verantwortlichen unter [http://pkg-kde.alioth.debian.org/]. (uba)
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Infos |
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[1] Debconf-Report:[http://media.debconf.org/dc7/report/] |
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Der Autor |
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Martin Loschwitz ist Debian-GNU/Linux-Entwickler und studiert zurzeit in Wien. |







