Aus Linux-Magazin 11/2007

Tooltipps

Baobab 2.4.2


Festplattenbelegung analysieren

Quelle: [http://www.marzocca.net/linux/baobab.html]

Lizenz: GPL 2

Alternativen: Gt5

Ein Problem gibt es schon so lange wie die Festplatte selbst: Trotz steigender Kapazitäten ist sie einfach immer zu klein. Das Programm Baobab vermehrt zwar nicht den Speicherplatz, aber es zeigt, welche Dateien am meisten Platz einnehmen. Die Software analysiert einzelne Verzeichnisse oder ganze Partitionen und schlüsselt den Platzbedarf in einer nach der Größe sortierten Liste der Dateien und Verzeichnisse auf.

Neben Größenangaben in Prozent und MByte veranschaulichen farbige Balken, wie stark bestimmte Dateien und Verzeichnisse den Plattenplatz in Beschlag nehmen. Die dicksten Brocken erkennt der Anwender schnell am roten Prozentbalken. Alternativ stellt Baobab die Plattenbelegung auch als ein Art Kuchendiagramm dar (siehe Abbildung). Hält der Benutzer den Mauszeiger über ein farbiges Segment, erfährt er, welches Verzeichnis es symbolisiert.

Baobabs Analysefähigkeiten sind nicht auf lokale Platten beschränkt: Über SSH, FTP, Webdav und SMB ermittelt die Software auch die Belegung entfernter Dateisysteme. Im Falle von Webdav unterstützt die Anwendung auch verschlüsselte Kommunikation.

****- Seit der Version 2.16 ist Baobab Bestandteil von Gnome, es leistet aber auch außerhalb dieser Desktop-Umgebung gute Dienste.

Deletemail 0.5


Alte Mails löschen

Quelle: [http://www.jhweiss.de/software/deletemail.html]

Lizenz: BSD

Alternativen: Perlskript, PHP-Skript

Im täglichen Gebrauch sammelt sich auf jedem Mailkonto Müll an. Deletemail sorgt dafür, dass alte, längst gelesene Mails nicht überhand nehmen. Die Software löscht in regelmäßigen Abständen über das IMAP-Protokoll alle Nachrichten vom Server, die ein bestimmtes Alter überschritten haben. Ungelesene Mails bleiben dabei erhalten, soweit der Anwender es in der Konfiguration nicht anders vorsieht.

Deletemail beschränkt seine Putzaktionen auf Wunsch auf bestimmte Mailordner und kommt auch mit SSL-verschlüsselten Verbindungen zum Mailserver zurecht. Da in der Konfigurationsdatei auch Passwörter im Klartext stehen, ist es allerdings wichtig, die Zugriffsrechte so eng wie möglich zu fassen.

Eine kontenspezifische Konfiguration überschreibt den im globalen Konfigurationsblock eingestellten Defaultwert für das maximale Alter der Mails, sodass der Administrator einerseits schnell eine Grundkonfiguration für viele Mailboxen einrichten, aber andererseits auch auf Sonderwünsche einzelner Benutzer eingehen kann.

***– Deletemail eignet sich besonders gut dafür, das Spam-Verzeichnis des IMAP-Kontos automatisiert zu säubern. In Kombination mit Cron hält das Programm damit den Umfang der Mailboxen in erträglichen Grenzen.

Detox 1.2.0


Dateinamen bereinigen

Quelle: [http://detox.sourceforge.net]

Lizenz: GPL

Alternativen: Krename, Mved, Cmv

Welcher Administrator hat sich nicht schon einmal darüber geärgert, dass Leerzeichen in Dateinamen die Verarbeitung in Shellskripten erschweren? Sonderzeichen, beim Kopieren aus anderen Systemen oftmals noch in falscher Kodierung, erschweren die Lesbarkeit.

Abhilfe schafft das Programm Detox: Es konvertiert Dateinamen in den richtigen Zeichensatz und ersetzt Leerzeichen durch Unterstriche oder das &-Zeichen durch eine leicht lesbare Zeichenfolge wie »_and_«. Die jeweiligen Ersetzungsregeln wählt der Benutzer aus bereits vordefinierten oder in einer Konfigurationsdatei festgelegten Regelsätzen aus. Sie liegen stets abgespeichert bereit, der Anwender muss sie nicht bei jedem Aufruf neu eintippen.

Das Programm durchforstet Verzeichnisbäume auf Wunsch rekursiv und führt mit der Option »-n« einen Probelauf durch, der die vorgesehenen Änderungen auflistet, aber nicht ausführt. Durch vordefinierte Regeln beseitigt Detox verbreitete Störfaktoren wie Leerzeichen in Dateinamen schneller als Programme, die Dateien nach jedes Mal neu anzugebenden regulären Ausdrücken umbenennen. In den meisten Fällen reicht der mitgelieferte Standardregelsatz aus.

****- Detox ist ein einfaches, aber praktisches Werkzeug, das Dateinamen in eine lesbare und mit Skripten verarbeitbare Form bringt. Es sollte in keinem Admin-Werkzeugkasten fehlen.

Gnormalize 0.52


Musikdateien normalisieren

Quelle: [http://gnormalize.sourceforge.net]

Lizenz: GPL

Alternativen: Normalize, Mp3gain

Wer Musikdateien aus mehreren Quellen in einer Playlist zusammenstellt, muss oft nach jedem Stück die Lautstärke nachregeln. Das Programm Gnormalize verhindert diese lästige Unterbrechung des Musikgenusses, indem es die Lautstärke angleicht. Die Software mit ansprechender GTK-Oberfläche dekodiert die Dateien ins WAV-Format, stellt die Lautstärke auf den gewünschten Wert ein und komprimiert die Musikstücke erneut.

Dabei kommt es, anders als beim Normalisieren mit dem auf MP3 beschränkten Programm Mp3gain, das lediglich den Wert des ID3-Tag RVA2 anpasst, jedoch zu einem Qualitätsverlust. Dafür verarbeitet Gnormalize, die Installation der entsprechenden Codecs vorausgesetzt, außer MP3- auch MP4-, MPC-, Ogg-, APE- oder Flac-Dateien, bei denen die Lautstärkeanpassung über ein ID3-Tag sowieso nicht funktioniert. Auch manche MP3-Player ignorieren das an sich standardkonforme RVA2-Tag.

Gnormalize, anfänglich nur ein Frontend für das Kommandozeilen-Programm Normalizer, rippt in aktuellen Versionen auch CDs, sucht die Namen der Musikstücke bei Freedb.org und passt die ID3-Metadaten wie den Namen des Musikstücks oder des Künstlers an.

***– Wer das freie Ogg-Format nutzt, für das es keinen Standard zur verlustfreien Lautstärkeanpassung gibt, findet in Gnormalize ein leistungsfähiges Allzweckwerkzeug. Wer MP3s normalisieren möchtet, erzielt mit Mp3gain technisch zwar bessere Ergebnisse, aber auch nur dann, wenn die Abspielsoftware mitmacht.

Ipchat 0.4


Serverloser Chat

Quelle: [http://www.nongnu.org/ipchat]

Lizenz: GPL

Alternativen: Monkey Chat

Eigentlich ist der Chat ein gutes Medium für die Teamkommunikation während der Arbeit. Anders als beim lärmenden Telefon lässt sich eine Anfrage im Chat auch dann noch beantworten, wenn der gerade bearbeitete Satz oder die Zeile Programmcode in Ruhe zu Ende geschrieben ist. Die größte Hürde für den Einsatz im Betrieb ist in vielen Fällen die Einrichtung eines Servers.

Hier springt das Konsolenprogramm Ipchat in die Bresche, das ohne zentralen Server auskommt, da es auf Peer-Ebene kommuniziert. Für die Verbindung mit einem anderen Ipchat-Nutzer genügt es, IP-Adresse oder Netzwerknamen und Port zu kennen, auf dem Ipchat auf dem entfernten Rechner lauscht.

Anders als im klassischen Chatraum findet das Gespräch immer nur zwischen zwei Partnern statt: Für jede Verbindung öffnet die Software eine virtuelle Konsole, das rechte Drittel des Fensters zeigt alle aktiven Verbindungen und den Tastatur-Shortcut, mit dem das Programm zum entsprechenden virtuellen Fenster umschaltet.

Im Vergleich zu grafischen Chatprogrammen wie Gaim oder Kopete fällt der Funktionsumfang von Ipchat gering aus. Außer der Chat-Grundfunktion, die immerhin farbigen Text beherrscht, steht lediglich eine akkustische Benachrichtigung zu Verfügung sowie die Möglichkeit, die Unterhaltungen mit Zeitstempeln zu versehen und auf der Platte zu archivieren. Dafür braucht das Ncurses-Programm wenig Systemressourcen, nicht einmal eine grafische Oberfläche, und läuft ohne Konfiguration.

***– Ipchat reicht aus, um in kleinen Netzen im Handumdrehen eine Kommunikationsstruktur aufzubauen.

Netrw 1.3.2


Systemübergreifend Dateien tauschen

Quelle: [http://sitola.fi.muni.cz/~xdenemar/netrw/index.en.html]

Lizenz: GPL

Alternativen: Netcat

Seit es Wireless LANs gibt, lassen sich Computer temporär miteinander vernetzen. Ob Linux oder Windows auf dem Rechner läuft, spielt für die bloße Netzanbindung keine Rolle. Über die Systemgrenzen hinweg Dateien zu tauschen bedeutet dagegen mehr Aufwand. Freigegebene Windows-Verzeichnisse unter Linux als Samba-Freigaben einzubinden scheitert machmal an der Firewall auf einem der beiden Systeme.

Der einfachste Weg für den Datentausch unter Linux, das Kopieren über SSH, ist unter der Voraussetzung, dass unter Windows die Cygwin-Variante von OpenSSH oder Putty installiert ist, zwar möglich, überfordert jedoch so manchen Windows-Anwender. Das gilt auch für die Einrichtung eines FTP-Servers.

Leichter geht es mit dem Programm Netrw, das für beide
Systeme als Binary vorliegt. Der Empfänger startet das
Programm mit der Portnummer und dem Namen der Datei, in der die
übertragenen Daten landen sollen, als Parameter. Der Sender
übergibt der Software den Namen der zu kopierenden Datei und
die Zieladresse. Wer weiß, was er tut, kann dabei die in der
Firewall bereits offenen Standardports nutzen. Damit
Übertragungsfehler nicht unentdeckt bleiben, erzeugt Netrw
eine SHA1- oder, falls das Zielsystem diesen Algorithmus nicht

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