Aus Linux-Magazin 05/2007

News

Imcosys: Das Linux-Smartphone des schweizerischen Herstellers bietet Quadband, WLAN mit WPA sowie GPS-Fähigkeiten. (Bild: © Jan Rähm;))

Die Firma Imcosys aus Zug (Schweiz) hat auf der Cebit ein Linux-basiertes Smartphone vorgestellt. Im Inneren des Quadband-Telefons arbeitet ein 200 MHz schneller OMAP-Prozessor 730 von Texas Instruments.

 

Linux-Smartphone mit
GPS
Die Firma Imcosys aus Zug (Schweiz) hat auf der Cebit ein Linux-basiertes Smartphone vorgestellt. Im Inneren des Quadband-Telefons arbeitet ein 200 MHz schneller OMAP-Prozessor 730 von Texas Instruments.

Je 64 MByte Flash und SDRAM stellen den nötigen Speicher für Betriebssystem und Daten bereit. Erweiterungen der Kapazität sind via SD-Kartenslot möglich. Das Linux-Gerät kommuniziert wahlweise über das Class-10-GPRS-Modul, die Bluetooth-1.2-Schnittstelle oder Wifi mit WPA-Support.

Für den Zugriff per Kabel verfügt das Smartphone über eine USB- und eine RS232-Schnittstelle. Der Datenabgleich mit dem Rechner erfolgt über das Sync-ML-Protokoll. Wie gut oder schlecht die Synchronisation des Geräts über Bluetooth oder USB mit Linux klappt, konnten die Stand-Mitarbeiter von Imcosys [http://www.imcosys.com] nicht mitteilen.

Das Imcosys lässt sich über den 240 mal 320 Bildpunkte großen Touchscreen bedienen, für die wichtigsten Funktionen sind zudem Schnelltasten vorhanden. Mit einem Gewicht von rund 170g und einem Preis von rund 470 Euro braucht sich das Gerät vor der Konkurrenz nicht zu verstecken.

Das Smartphone bringt neben der üblichen PIM-Software und einem Betrachter für Office-Dokumente nützliche Zusatzfunktionen mit. Dazu gehören das integrierte GPS-Modul, Kartenmaterial gibt es gegen Aufpreis, und eine Notruffunktion: Drückt man eine bestimmte Taste über fünf Sekunden lang ununterbrochen, verschickt das Telefon automatisch eine MMS- oder SMS-Nachricht an mehrere vorgegebene Empfänger.

Imcosys: Das Linux-Smartphone des schweizerischen Herstellers bietet Quadband, WLAN mit WPA sowie GPS-Fähigkeiten. (Bild: © Jan Rähm;))

Imcosys: Das Linux-Smartphone des schweizerischen Herstellers bietet Quadband, WLAN mit WPA sowie GPS-Fähigkeiten. (Bild: © Jan Rähm;))

Nero Linux 3
vorgestellt
Nero hat auf der Cebit die Betaversion 3 ihrer Linux-Brennapplikation präsentiert. Sie unterstützt nun auch das Schreiben von Daten auf Blu-Ray- und HD-DVD-Disks. Außerdem lehnt die deutsche Firma [http://www.nero.com/deu/NeroLINUX.html] die Benutzeroberfläche optisch stärker an die recht erfolgreiche Windows-Suite Nero Burning 7 an. Unicode beherrscht die Software ebenfalls.

Nero Linux 3 soll auf zahlreichen Distributionen lauffähig sein, beispielsweise Suse Linux, Fedora Core, RHEL, Debian, Ubuntu und Linspire – einschließlich der 64-Bit-Systeme.

Was den Besuchern der Cebit vergönnt war, ein Blick auf die Software, ist der breiten Öffentlichkeit derzeit noch verwehrt. Eine Betaversion soll demnächst folgen, die finale Version Mitte Mai. Sie soll im Nero-Onlineshop dann 20 Euro kosten. Besitzer von Nero 7 erhalten sie nach Angaben des Herstellers gegen Angabe der Seriennummer kostenlos.

Scalix mit
Univention-Integration
Unter dem Namen “Scalix für UCS” ist eine angepasste Version des Scalix-Groupware-Servers erhältlich, die sich in das Managementsystem von Univention Corporate Server (UCS) integriert.

Das ist das erste Resultat der Zusammenarbeit des Groupware-Herstellers mit der Bremer Linux-Firma. Nach Angaben von Univention [http://univention.de] hat sich die Veröffentlichung verzögert, um die Maintenance-Release Scalix 11.0.2 noch zu integrieren. Das angepasste Scalix-Paket lässt sich über die UCS-Werkzeuge installieren und wird dann in das Managementsystem und das Identity-Management des Univention-Servers eingebunden.

Eine Anleitung für Download und Installation erhalten die UCS-Anwender im Forum des Herstellers. Standardmäßig wird dabei kostenlos die Scalix Community Edition installiert, die insgesamt 25 Endnutzern den Zugriff auf alle Groupware-Funktionen gestattet, und zwar inklusive der Outlook-Anbindung.

Dokumente digital
auslesen
Texterkennung via Scanner zählt noch immer als hohe Schule für Open-Source-Software. Mit dem Projekt Ocropus startet das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ein weiteres freies Projekt, dass diese Herausforderung annimmt.

Das Programm, das in C++ und Python geschrieben ist und unter der Apache-2.0-Lizenz steht, erreicht eine Fehlerrate von zirka drei Prozent. Damit steht es in der Disziplin Erkennungsrate in der Rangfolge zwischen den anderen freien Tools und den kommerziellen Konkurrenten.

Das Projekt [http://www.ocropus.org] basiert auf der Vorarbeit, die am DFKI im Rahmen der Forschung zur Handschriftenerkennung entstand, sowie auf den Erkenntnissen, die die US-Regierung beim automatischen Erheben von Bevölkerungsdaten gewann. Aktuell unterstützt der Suchmaschinenbetreiber Google die Arbeit. Ein logischer Schritt angesichts der Bestrebungen des Unternehmens, große Buchbestände zu digitalisieren.

Ende März soll es nach den Planungen der Projektmitglieder die Release einer ersten Alphaversion geben.

Linux auf neuem
Atmel-Controller
Das T2-Projekt und die Berliner Firma Exactcode [http://www.exactcode.de] haben auf der Cebit den neuen Atmel-Microcontroller AVR32 unter Linux vorgeführt. Auf dem Entwickler-Board ATSTK1000 mit LC-Farbdisplay, 140 MHz Taktrate und nur 8 MByte RAM spielte Hauptentwickler René Rebe Audio- und Videodateien mit Mplayer ab. Laut Rebe lasten MP3-Dateien den Controller zu 30 Prozent aus, MPEG2-Streams von mittlerer Qualität zur Gänze.

Der AVR32 ist ein stromsparender 32-Bit-Risc-Microcontroller, der spezielle Befehlssätze zur Multimedia-Verarbeitung kennt. Der Hersteller hat ihn für den Einsatz in Mobiltelefonen, Unterhaltungselektronik und Kraftfahrzeugen konzipiert. Weitere Details nennt Atmel unter [http://www.atmel.com/products/AVR32/].

Die erste Linux-Unterstützung für die Architektur gab es in Linux-Kernel 2.6.19, sie wird ständig weiter ausgebaut. Das T2-Projekt erstellte mit seinem freien Systementwicklungswerkzeug [http://www.t2-project.org] nach eigenen Angaben die erste Linux-Distribution für den AVR32.

Das Entwickler-Board mit Atmels AVR32 spielt unter Linux Video ab.

Das Entwickler-Board mit Atmels AVR32 spielt unter Linux Video ab.

VoIP-Appliances auf Basis von
Asterisk
Unter dem Namen Cruisephone präsentierte die norddeutsche Softwarefirma Addix auf der Cebit eine Appliance als Telefonserver für kleinere Unternehmen.Cruisephone [http://www.cruisephone.de] verwendet den freien Telefonserver Asterisk und beinhaltet VoIP, vier ISDN-Ports, ein Management-Interface sowie Open-Source-Tools für die Konsole.

Auch Digium, Hersteller von VoIP-Hardware und -Software kündigt für Ende April eine auf Asterisk fußende VoIP-Appliance für Endkunden an. Allerdings ohne weitere technische Details über das Gerät zu nennen.

Digium [http://www.digium.com] wurde von Mark Spencer, dem Initiator des Asterisk-Projekts, gegründet und hatte mit dem Asterisk Appliance Developer Kit als erster Hersteller ein Framework für Open-Source-basierte Telefonie bereitgestellt.

Cruisephone: Die VoIP-Appliance beruht auf der freien VoIP-Software Asterisk.

Cruisephone: Die VoIP-Appliance beruht auf der freien VoIP-Software Asterisk.

K3b 1.0 ist fertig
Ausgabe 1.0 des freien CD/DVD-Brennprogramms K3b ist erschienen. Die neue Version umfasst Bugfixes und Erweiterungen. Sebastian Trüg, Maintainer und Lead Developer von K3b, betonte die auf die Medien zentrierte Sicht, die die bisherige Darstellung der Geräte ablöst: “Man wählt in K3b nun ein Medium zum Brennen statt des Brenners. Der Benutzer wird so sanft dazu gezwungen, das richtige Medium einzulegen. Optionen wie die maximale Datenmenge können dem Medium entsprechend besser angepasst werden.”

K3b brennt, kopiert, rippt und klont alle gängigen DVD- und CD-R-Medien. Zahlreiche Plugins helfen bei der Umwandlung oder Sicherung von Multimediaformaten wie WAV, MP3, OGG Vorbis, DVD, Mpeg, Avi, Xvid und Div-X. Zusammen mit der ebenfalls freien Software Emovix kann K3b Multimedia-CDs oder -DVDs erstellen, die beliebige Multimedia-Inhalte auf jedem Rechner abspielen. Betriebssystem, Mediaplayer und Codeces sind dann bereits auf der CD enthalten.

K3b 1.0 steht auf der Projekt-Homepage [http://www.k3b.org] im Quellcode zum Download bereit. Für viele Distributionen liegen auch Pakete im Binärformat vor, darunter auch für Debian, Fedora, Ubuntu, Suse und Mandriva.

Internationales Linux-Flair in
Kopenhagen
Zum zehnten Mal fand Anfang März das Linuxforum im dänischen Kopenhagen statt. Mit Referenten aus aller Welt und Gästen aus Dänemark, Schweden, Norwegen und Deutschland ist es die größte Linux- und BSD-Konferenz im skandinavischen Raum.

Die Veranstaltung in den Räumen der Kunstakademie verteilte sich auf zwei Tage: Der Freitag bot ein Business-orientiertes Vortragsprogramm mit 24 Referaten (elf davon in englischer Sprache). Unter anderem gab Steve Hand von Xensource eine Einführung in Xen, und Volker Lendecke stellte Neuigkeiten in Samba 3 vor. Tobias Oetiker veranschaulichte in einem Tutorial die Systemadministration jenseits des GUI.

Auch die Mehrzahl der Vorträge und Tutorien am Samstag fand auf Englisch statt. Dabei sind besonders Volker Lendeckes dreieinhalbstündiges Samba-Tutorial und Kenneth Geisshirts PAM-Tutorien zu erwähnen. Postgrey-Entwickler David Schweikert berichtete über seine Erfahrungen aus sieben Jahren Spam-Bekämpfung.

Kristian Lyngstøls Vortrag beschäftigte sich mit dem 3D-Windowmanager Beryl. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, beschrieb er die Probleme von Beryl und Compiz im Zusammenspiel mit den proprietären Grafiktreibern von ATI und – in geringerem Maße – von Nvidia. Gleichzeitig demonstrierte er Beryls internen Aufbau und die Features.

Erstaunlicherweise war MySQL weder in Vorträgen noch als Aussteller vertreten. Dafür präsentierte die Firma Ingres ihre gleichnamige, jüngst Open Source gewordene Datenbank: Senior Architect John Smedley beleuchtete in seinem Vortrag die Vor- und Nachteile offener und proprietärer Datenbanksoftware im Unternehmenseinsatz.

Am Ende der Konferenz folgte noch eine eher humorvolle Veranstaltung: ein “Deathmatch” zum Thema Spam-Bekämpfung. Jeder der Vortragenden stellte seine favorisierte Antispam-Lösung vor. Das Publikum quittierte die Vorschläge dann jeweils mit Applaus oder Buhrufen. (Ralf Hildebrandt)

Vorträge über Spam, hier das Referat von David Schweikert, sorgten für volle Hörsäle beim Linuxforum Kopenhagen. (Bild: © Peter Toft)

Vorträge über Spam, hier das Referat von David Schweikert, sorgten für volle Hörsäle beim Linuxforum Kopenhagen. (Bild: © Peter Toft)

Neoware erneuert
Device-Management
Neoware, Spezialist für Thin Clients, zeigte auf der Cebit den für Anfang April avisierten Device-Manager für die Administration von Thin Clients. Das überarbeitete Betriebssystem Neolinux 4.0 ist ebenfalls dabei.

Der neue Device-Manager fällt durch seine an Windows-Oberflächen angelehnte Gestaltung auf. Das Design soll jenen Administratoren und Benutzern, die an Microsofts Gestaltungsdetails gewöhnt sind, den Einstieg erleichtern. Die Management-Software bringt einen neuen Installationsassistenten mit. Die Bedienung der grafischen Oberfläche erlaubt Drag&Drop-Operationen, etwa um mit der Maus vorgefertigte Konfigurationseinstellungen auf einzelne Clients zu ziehen. Der Nachfolger des Ez-Remote-Managers erscheint am Ende des ersten Quartals.

Eine weitere Neuerung ist Neolinux 4.0, das mit einem aktuellen 2.6er Kernel hauptsächlich verbesserte USB-Unterstützung bietet. Das Open-Source-System Neolinux 4.0 enthält den Citrix-ICA-Client 9 bereits vorinstalliert. Eine neue Systembibliothek gewährleistet das Zusammenspiel mit gängigen Linux-Distributionen. Die finale Version von Neolinux soll in einigen Wochen erscheinen.

Stabiler Treiber für
Windows-Dateisystem
NTFS-3G, der GPL-Treiber für das Lesen und Schreiben von NTFS-Partitionen, liegt nach einem halben Jahr Betaphase in der ersten stabilen Version 1.0 vor. Nach Angaben der Entwickler kann der Treiber nun fast alle Dateioperationen auf NTFS-Partitionen ausführen. Ausnahmen sind lediglich das Ändern der Berechtigungen und des Datei-Eigentümers.

NTFS ist das Standard-Dateisystem neuerer Windows-Versionen wie Windows XP, Windows Server 2003, Windows 2000 und Windows Vista. Daher bestand schon lange der Wunsch, das Microsoft-Dateisystem von freien Betriebssystemen wie Linux und BSD-Derivaten aus zu lesen und zu beschreiben.

Neben Captive, das sich den originalen Windows-Treiber zunutze macht, und dem proprietären NTFS-Treiber der Firma Paragon steht nun ein echter Open-Source-Treiber zur Verfügung.

Die Installation setzt das Userspace-Dateisystem Fuse in der Version 2.6 voraus. Unter [http://www.ntfs-3g.org] steht der Quellcode zum Herunterladen bereit, einzelne Entwickler haben bereits Binärpakete für ihre Lieblingsdistributionen geschnürt, beispielsweise auch für Red Hat Enterprise Linux 4.

Parity ERP fürs
Konsignationslager
Der deutsche Hersteller Parity Software [http://www.parity-software.com] liefert mit der Version 4.2 seiner Warenwirtschafts-Software ein Modul, mit dem sich Konsignationslager für den Handel verwalten lassen.

In einem solchen Lager wird Ware eines Herstellers direkt beim Abnehmer vorgehalten. Erst wenn dieser vor Ort Ware entnimmt, erfolgt die Rechnungsstellung. Das kundenfreundliche Prinzip lässt sich nun mit der ERP-Software (Enterprise Resource Planning) ebenfalls umsetzen. Bestandsänderungen bei der Warenentnahme sollen direkt in die EDI-Prozesskette (Electronic Data Interchange) einfließen, sodass die weiteren Buchungsvorgänge automatisiert ablaufen.

Die Software ist unter Linux- und Windows-Betriebssystemen lauffähig. Die Preise für die ERP-Software kalkuliert der Hersteller Parity Software individuell auf Anforderung. Parity ERP 4.2 kommt voraussichtlich im April 2007 auf den Markt.

Open-Source-Sync für
Windows Mobile
Die Firma Zarafa [http://www.zarafa.com] hat auf der Cebit ein PHP-Programm demonstriert, das Groupware-Daten auf Windows-Mobile-Geräten synchronisiert. Steve Hardy, Chef-Entwickler des niederländischen Groupware-Herstellers, zeigte den Konnektor namens PHP Airsync erstmals bei seinem Vortrag im Linuxforum der Cebit. Dabei synchronisierte er einen mit Microsofts Emulator nachgeahmten Windows-Mobile-PDA mit dem MAPI-kompatiblen Server Zarafa.

Nach Hardys Angaben ist dazu keine Veränderung an den tragbaren Windows-Geräten erforderlich, da der PHP-Code von Airsync das Active-Sync-Protokoll von Microsoft nachbildet. Zur Übertragung der Daten kommt WBXML zum Einsatz, eine binäre, komprimierte Darstellung von XML-Daten.

Zarafa kündigte an, PHP Airsync als Open-Source-Software zu veröffentlichen, sobald es Version 1.0 Beta 1 erreicht habe. Damit sei noch im April zu rechnen. Mit dem PHP-Code sollen Entwickler nahezu beliebige Groupware-Systeme um Active-Sync-Unterstützung erweitern können. Auch die zu Analyse und Debugging verwendeten Filter für den Netzwerksniffer Wireshark (ehemals Ethereal) möchten die Niederländer nach eigenem Bekunden den Entwicklern frei zur Verfügung stellen.

Die Zarafa-Lösung PHP Airsync verspricht Synchronisation mit Windows-Mobile-basierten Pocket PCs wie dem Ipaq von HP.

Die Zarafa-Lösung PHP Airsync verspricht Synchronisation mit Windows-Mobile-basierten Pocket PCs wie dem Ipaq von HP.

Boa: Sage Bäurer setzt bei
ERP auf Java
Unter dem lautmalerischen Namen Boa hat Sage Bäurer [http://www.sagebaeurer.de], der Sage-Ableger für den oberen Mittelstand, auf der Cebit eine neue Technologieplattform präsentiert. Bäurer Open Access (Boa) bildet die Basis für die ebenfalls zur Cebit vorgestellte Release 6.0 der ERP-Produktlinien Bäurer Industry und Bäurer Trade.

Das Java-Framework verhelfe den Anwendern wegen sei-ner Plattformunabhängigkeit (einsetzbar sind Windows, Linux und Mac OS X) und Offenheit zu mehr Investitionsschutz, erklärt der bisher eher durch Programme mit großer Windows-Verquickung bekannte Hersteller.

Boa arbeitet mit einem Eclipse-ähnlichen Plugin-Konzept, das Layer auch von den Eigenheiten der angeflanschten Datenbank und des Application-Servers abkoppelt. Der Kunde kann daher jetzt Oracle, Informix oder MySQL sowie Websphere oder Apache Tomcat anbinden.

Boa bedient sich auch direkt bei der Entwicklungsumgebung Eclipse: Die Sage-Preisliste verzeichnet nämlich ein Bundle aus Eclipse und drei Boa-Plugins. Eclipse-kundige Anwender können damit per Screen-Editor die Funktionalität der Oberfläche den eigenen Bedürfnissen anpassen. Code-Editor, Debugger und eine integrierte Testumgebung gibt es auch.

Die Kommunikation von Boa nach außen und die Integration von Drittanbieter-Software soll in der Praxis aber zumeist über Webservices erfolgen, über deren Schnittstellentransparenz es aber widersprüchliche Aussagen gibt. Anders als der Name vermuten lässt, ist Bäurer Open Access im Grundsatz Closed Source. Wenn Sage Open-Source-Software nutzt, geschieht dies nur, wenn die Lizenzlage es zulässt.

Typo3 mit
Kommandozeile
Das Typo3-Konsortium [http://typo3.org] hat Version 4.1 des populären Content-Managementsystems veröffentlicht. Eine markante Neuerung ist das Kommandozeilen-Interface. Die Möglichkeit, innerhalb der Weboberfläche mehrere Aktionen gleichzeitig ausführen zu lassen, gilt ebenfalls als neues Feature. Vor allem für Administratoren mit größeren Installationen dürfte die integrierte Kommandozeile nützlich sein.

Die Ajax-basierten Erweiterungen des Webfrontends stellen nach Auskunft der Entwickler nun Seiten- und Verzeichnisbäume schneller dar und bieten als weitere Neuerung Multitasking innerhalb eines Browserfensters. Letzteres verspricht einen beschleunigten Workflow: Während das System ein Element abarbeitet, kann sich der Administrator ohne Wartezeit bereits mit anderen Funktionen beschäftigen.

Icebreaker – Datenbank
plus Linux
Das Unternehmen Ingres hat die Open-Source-Datenbank Icebreaker [http://www.ingres.com/products/project-icebreaker.php] vorgestellt, in der ein minimales Linux-Betriebssystem integriert ist. Die Datenbank enthält laut Hersteller nur Bestandteile des Betriebssystems, die für den Datenbankbetrieb nötig sind.

Für die Integration von Datenbank und Betriebssystem hat sich Ingres bei der Technologie von Rpath bedient. Die Rpath-Distribution [http://www.rpath.com] baut auf dem verteilten Software-Managementsystem Conary auf. Der jetzt vorgestellte Software-Stack soll die Installation und Verwaltung des Systems deutlich erleichtern.

Icebreaker steht unter GPL und soll auf jedem x86-kompatiblen Linux-Server lauffähig sein. Kostenpflichtige Maintenance-Verträge für Icebreaker gibt es laut Hersteller zum gleichen Preis wie für Ingres-Datenbanken.

Das Projekt Icebreaker ist das erste eigenständige Produkt von Ingres, seit sie im Jahr 2005 als Spin-Off aus dem IT-Unternehmen Computer Associates (CA) als selbstständige Firma ausgegliedert wurde.

Open-Office-Plugin für
Microsofts XML
Novell hat die Erweiterung fertig implementiert, mit der Anwender von Open Office Dokumente im Microsoft-Format Office Open XML öffnen und speichern können. Das XML-Format mit der Namenserweiterung ».docx« verwendet Microsoft Office 2007 standardmäßig für die Textverarbeitung.

Novell bezeichnet den “OpenOffice.org OpenXML Translator” als erstes handfestes Resultat der Kooperation mit der Firma Microsoft, die in Pressemitteilungen gar den “Office-Formatkrieg für beendet” erklärt. Der Austausch von Präsentationen sowie Tabellen mit Formeln zwischen den Office-Programmen sei in Arbeit, teilt Novell mit.

Der Konverter steht auf [http://download.novell.com] als RPM-Paket für Open Office ab Version 2.0.4 für den Suse Enterprise Linux Desktop 10, Open Suse 10.1 und 10.2 bereit. Für Suse Linux 9.3 und 10.0 gibt es ebenfalls Pakete, Anwender der Novell-Edition von Open Office für Windows finden eine OXT-Datei.

Novells Konverter lässt Open Office auch Word-2007-Dokumente öffnen.

Novells Konverter lässt Open Office auch Word-2007-Dokumente öffnen.

Snom möbelt VoIP-Telefon
auf
Snom, Hersteller von IP-Telefonen mit Open-Source-Software, hat das neue Modell Snom 370 mit erweiterten Funktionen und Detailverbesserungen mit zur Cebit nach Hannover gebracht.

Die Entwickler haben sich unter anderem der Sprachqualität angenommen, das Display (240 mal 128 Pixel) vergrößert und den internen Speicher des Geräts erweitert. Gerade dieser Eingriff in das Innenleben des VoIP-Telefons ermöglicht nicht nur Abspielen von Multimedia-Inhalten, sondern auch die Einbindung von Kunden-Applikationen. Der Hersteller nennt die VPN-Einbindung als ein Beispiel für solche Erweiterungen. Die Anruflisten des für den professionellen Einsatz konzipierten Telefons lassen sich über XML konfigurieren. Schutz vor unerwünschten Mithörern bieten TLS (Transport Layer Security), SRTP (Secure Real-Time Transport Protocol) und SIPS, die verschlüsselte Variante des Session Initiation Protocol.

Im Telefon ist ein Mini-Browser integriert, der eigene Applikationen, Telefonverzeichnisse, aber auch Newsticker anzeigen kann. Nach dem Erscheinen des Geräts gibt es die Linux-Firmware und mögliche Updates zum Download, auch als Quellcode.

Das Datenblatt (PDF) [http://www.snom.com/download/data_snom370_de.pdf] zum Telefon liefert weitere Details. Snom bringt das Gerät nach eigenen Angaben im April auf den Markt, zum empfohlenen Preis von rund 330 Euro.

Das IP-Telefon Snom 370 bietet im Vergleich zum Vorgänger ein größeres Display, mehr Speicher und bessere Sprachqualität.

Das IP-Telefon Snom 370 bietet im Vergleich zum Vorgänger ein größeres Display, mehr Speicher und bessere Sprachqualität.

Kurzmeldungen
LMS OLAT 5.1: In Java geschriebenes Managementsystem für Schulungen in Unternehmen. Neu: Das Learning Management System (LMS) bringt eine Wiki-Engine mit, die beispielsweise Fußnoten und Thumbnails von Bildern unterstützt. Der integrierte HTML-Editor ermöglicht nun interne Links zu einzelnen Kurselementen, in Tabellen lassen sich nun Checkboxen integrieren. Lizenz: The Apache License 2.0 [http://www.olat.org]

TFTP Server 1.3: Multithread-fähiger Server für das Trivial File Transfer Protocol (TFTP), der den gleichzeitigen Zugriff von Clients in beliebiger Zahl ermöglicht. Neu: Für Ports ab 1024 ist kein Root-Account mehr nötig. Die Blockgröße darf nun bis zu 65531 betragen, der Transfer von Dateien beliebiger Größe ist erlaubt. Lizenz: GPL. [http://sourceforge.net/projects/tftp-server/]

ZK 2.3.0: Webframework, das mit Ajax/Java arbeitet und mit etwas Programmieraufwand Benutzerinterfaces für Webanwendungen erzeugt. Neu: Das Framework unterstützt nun Javascript, Ruby und Groovy. Neue Effekte für die Funktionen Anzeigen, Verstecken und Fokussieren. Insgesamt sind 64 neue Features und 67 Bugfixes dazugekommen. Lizenz: GPL [http://www.zkoss.org]

Symfony 1.0.1: Framework für PHP-Webanwendungen, das zu vielen Datenbanksystemen kompatibel sein soll und ein einfaches Programmieren von Anwendungen verspricht. Neu: Diverse Fehler sind beseitigt, unter anderem gibt die Funktion »sfYaml::load()« korrekte Werte aus. Lizenz: MIT/X Consortium License [http://www.symfony-project.com]

PDF Split and Merge 0.6: Konsolen-Tool zum Aufteilen und Zusammenführen von PDF-Dateien. Neu: Neuere Versionen der benötigten Bibliotheken, Fehlerbereinigungen und Bugfixes am Konsolen-Plugin. Lizenz: GPL [http://www.pdfsam.org]

Userinfo 2.2: Das für erfahrene Administratoren an der Konsole gedachte Tool liefert über verschiedene Module Informationen zu lokalen Benutzern. Getestet unter Linux, FreeBSD, NetBSD und Solaris soll das Werkzeug nützliche Dienste leisten, um in Shellskripten Informationen abzufragen, die mit anderen Methoden nur umständlich zu bekommen sind. Neu: Deutliche Beschleunigung des Login-Moduls, das nun den Idle-Zustand eines Benutzers nach Sekunden, nicht nach Minuten ausgibt. Lizenz: GPL [http://bjk.sourceforge.net/userinfo/]

Wine 0.9.33: Freie Implementation des Windows-API, die sowohl ein Development-Toolkit mitbringt als auch die Möglichkeit, eine ganze Reihe von Windows-Programmen unmodifiziert auf x86-Linux- und Unix-Systemen auszuführen. Neu: Viele Direct-3D-Fehler sind repariert, die Performance gesteigert und die für Wine wichtige Kompatibilität zur Windows-Shell »cmd.exe« ist nach Auskunft der Entwickler nun verbessert. Lizenz: LGPL [http://www.winehq.org]

PHP Any XML 0.1: XML-read-only-Klasse, die die Simple-XML-Funktionen von PHP 5 auch auf Rechner mit PHP 4 bringt. Das Betriebssystem-unabhängige Werkzeug sucht automatisch nach der bestmöglichen Lösung und bietet nach Auskunft der Entwickler immer ein konsistentes API an, was bei Problemen mit PHP und XML nützlich sei. Neu: PHP Any XML ist in Version 0.1 erstmals auf der Sourceforge-Bildfläche erschienen. Lizenz: LGPL [http://sourceforge.net/projects/anyxml]

DSPAM 3.8.0: Server-seitig einsetzbarer, lernfähiger Antispam-Agent für Unix-Systeme, der sich als Verteiler des Mailservers ausgibt. Eine Kombination aus speziellen Algorithmen und statistischen Analysen soll zu einer hohen Erkennungsrate führen. Neu: Neue Algorithmen zur Spam-Abwehr, Fehlerbereinigungen und Verbesserungen komplettieren die Release. Lizenz: GPL [http://dspam.nuclearelephant.com]

Reft 1.0: Reft steht für Ridiculously Easy File Transfer, und so lächerlich einfach soll die Datenübertragung mit dem in Java geschriebenen grafischen Tool auch funktionieren. Jeder Transferwillige lädt den Client auf seinen Rechner, trägt die IP-Adresse des Empfängers ein und schickt ein Paket ab. Die Gegenstelle akzeptiert oder lehnt ab. Neu: Reft ist in der offiziellen Version 1.0 erschienen. Lizenz: LGPL [http://www.rafkind.com/jon/showproject.php?id=17]

Start-up veröffentlicht
Team-Software
Das erst im Jahre 2006 gegründete Start-up-Unternehmen Mindquarry [http://www.mindquarry.com] hat den gleichnamigen Teamwork-Server unter der Mozilla Public License (MPL) zum Download veröffentlicht.

Die auf einem Server laufende Software bietet den Benutzern in der ersten Ausgabe Funktionen zur Verwaltung von Dateien und Aufgaben, Todo-Listen sowie ein Wiki für Ideen- und Konzeptaustausch. Alle unter Mindquarry gespeicherten Objekte sind später per Volltextsuche auffindbar, schreiben die Entwickler. Das Modul Talk, für die Kommunikation via Mailingliste und Chat gedacht, soll demnächst folgen.

Die Firmengründer, drei Studenten des Hasso-Plattner-Instituts für Software-Entwicklung, geben sich selbstbewusst und stellen ihre Teamwork-Collaboration-Lösung den Systemen von Microsoft (Sharepoint) und IBM (Lotus Connections) entgegen.

Der Teamwork-Server ist für Linux, Mac OS X und Windows geeignet. Unter Linux sind Apache, Subversion, das Java-SDK ab Version 5 und das Perl-Modul für Apache »mod_perl« nötig. Eine PDF-Anleitung erläutert die Installation und nennt die zu aktivierenden Apache-Module. Kommerziellen Anwendern bietet das junge Unternehmen außerdem kostenpflichtige Servicepakete an.

Mindquarry stellt den gleichnamigen Teamwork-Server unter die Mozilla Public License und verkauft später den passenden Support.

Mindquarry stellt den gleichnamigen Teamwork-Server unter die Mozilla Public License und verkauft später den passenden Support.

Froscon 2007
Nach der Premiere im vergangenen Jahr wird es am 25. und 26. August 2007 wieder eine Froscon [http://www.froscon.de] geben. Die Tagung über freie Software und Open Source findet an der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin bei Bonn statt. Die Veranstalter haben einen Call for Papers veröffentlicht und sind für alle Vorschläge offen. Besonderes Interesse gilt jedoch den Themen Virtualisierung und Web 2.0 mit freier Software.
VMware ACE verwaltet
Unternehmens-Desktops
Mit der Betaversion der VMware ACE 2 Enterprise Edition wirft Virtualisierungsspezialist VMware ein neues System für Desktop-Virtualisierung mit zentraler Verwaltung auf den Markt.

Administratoren sollen für ihre Unternehmen mit VMware ACE einen maßgeschneiderten virtuellen Standard-Desktop mit Betriebssystem, Anwendungen und Daten definieren und verteilen. Mittels Pocket-Modul (im Paket enthalten) funktioniere die Übertragung auf Desktops und Notebooks auch mit mobilen Datenträgern wie USB-Sticks, teilt der Hersteller mit. Die Verwaltung der virtuellen Desktops erfolgt über den ACE-Management-Server. Von VMware als virtuelle Appliance ausgeliefert, ist der Server schon einsatzbereit vorkonfiguriert.

Die Betaversion der ACE 2 Enterprise Edition verwendet die ebenfalls in der Testphase befindliche VMware Workstation 6 zum Erzeugen virtueller Maschinen. Zu den unterstützten Gästen zählt neben Linux seit neuestem auch Windows Vista.

Die Betaversion von VMware ACE gibt es bereits unter der Adresse [http://www.vmware.com/products/beta/ace] für den Download. Mit einer fertigen Version und Preisvorstellungen ist erst im zweiten Quartal 2007 zu rechnen.

Backtrack 2.0
Das Projekt Remote-Exploit veröffentlicht Backtrack, eine Linux-Live-CD mit über 300 Security-Tools, in Version 2.0. Max Moser und seine Kollegen haben den verwendeten Kernel auf Version 2.6.20 aktualisiert und einige Patches eingespielt. Das Projekt möchte mit dem Update mehr und modernere Hardware unterstützen. Dazu gehören nun Wireless-Karten auf Basis des Broadcom-Chips. Fast alle Wireless-Treiber wurden vom Projekt für Raw-Packet-Injection kompiliert.

Daneben setzen die Entwickler auf offene Standards wie das Open Source Security Testing Methodology Manual (OSSTMM) sowie auf Frameworks wie Metasploit in den Versionen 2 und 3 oder das Information Systems Security Assessment Framework (ISSAF). Eine überarbeitete Menüstruktur soll sowohl erfahrenen Security-Profis als auch Einsteigern den Überblick über die Werkzeugsammlung erleichtern.

Die Seit [http://www.remote-exploit.org/backtrack_download.html] listet die Adressen der Download-Mirrors für das CD-Image, eine Anleitung bietet das Backtrack-Wiki.

Backtrack 2.0 bietet unter der Haube neue Treiber und auf der KDE-Oberfläche grafische Frontends für Security-Programme.

Backtrack 2.0 bietet unter der Haube neue Treiber und auf der KDE-Oberfläche grafische Frontends für Security-Programme.

Virtuozzo im Bundle mit
SLES
SW Soft, Hersteller der Virtualisierungs-Software Virtuozzo, hat sich mit Novell zusammengetan und verkauft seine Software im Paket mit Suse Linux Enterprise Server 10 (SLES). Eine Standardversion des Linux-Servers soll sich dann mit Virtuozzo zu einer komplett integrierten Lösung zusammenfügen.

Eine freie Ausgabe des kommerziellen Virtuozzo gibt es unter dem Namen OpenVZ auf [http.//openvz.org] kostenlos zum Herunterladen.

Software-Entwicklung grafisch
verwalten
Mit der neuen Version Perforce 2007.1 hat Perforce Software seinem Software-Konfigurationsmanagement (SCM) eine grafische Benutzeroberfläche angedeihen lassen. Unternehmen mit großen und verzweigten Entwicklungsabteilungen sollen von der Administrationsoberfläche profitieren. Admins regeln mit dem Tool unter anderem Rechte und Abhängigkeiten im Perforce-Repository sowie die Zugriffserlaubnis für Anwender und Gruppen. Rechte für Benutzer und Gruppen lassen sich per Drag&Drop ändern und vergeben.

Das grafische Tool ist Bestandteil von Perforce Visual Client P4V, einer plattformübergreifenden Benutzeroberfläche für Linux, Mac OS X, Solaris, FreeBSD und Windows. Lösungen wie das Konfigurationsmanagement von Perforce dienen Unternehmen dazu, ihre Software-Entwicklung nachzuverfolgen und zu verwalten.

Perforce 2007.1 ist ab sofort erhältlich, auch als
45-Tage-Testversion. Eine kostenlose Vollversion für zwei
Nutzer gibt es unter [http://www.perforce.com/perforce/latest.html

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