Wohin geht die Reise, fragt sich jeder IT-Verantwortliche, wenn ich in der Firma auf die PCs aller Mitarbeiter ein Linux installieren lasse, statt des turnusmäßig fälligen, nagelneuen Windows Vista? Das Linux-Magazin gibt eine Auskunft über die möglichen Fahrpläne.
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Inhalt |
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32 | Business-Desktop-Systeme Mandriva Linux 2007 Powerpack Pro, Suse Linux Enterprise Desktop 10, Red Hat Enterprise Linux Desktop 5 und Xandros Desktop Profession 4.0 im Vergleichstest gegen Windows Vista. 44 | Interoperabilität Was betroffene Open-Source-Projekte und Hersteller von Brückensoftware über die Folgen des neuen Windows meinen. 46 | EULA-Vergleich Die Lizenzbedingungen der vier getesteten Desktop-Distributionen und von Windows Vista, juristisch durchleuchtet. |
Etwa die Hälfte der heute genutzten Business-PCs ist viel zu schwachbrüstig für das eben erschienene Windows Vista, so eine neue Studie im Auftrag der Firma Softchoice ([1], [2]). Das ist dumm für alle Unternehmen, deren Rechner noch nicht abgeschrieben sind und die Windows 2000 Professional verwenden. Denn für dieses Betriebssystem wird es bald keine Patches mehr geben.
Neue Grafikkarten, RAM und große Festplatten kaufen und eine Aufrüstorgie veranstalten ist dennoch unsinnig. Zum einen gehen die PCs sowieso in ein oder zwei Jahren auf den Müll. Und zum anderen wären Beschaffungsaufwand und die Technikerstunden für die wahrscheinlich unterschiedlichen PC-Modelle enorm. Wir vom Linux-Magazin finden: Das ist ein guter Zeitpunkt, um Linux auf den Firmen-Desktops einzuführen. Oder wenigstens darüber nachzudenken.
Nur welches? Die gängigen Distributionen haben zu kurze Produktzyklen. Außerdem fehlen die Tools, um das System auf viele Rechner unbeaufsichtigt auszurollen und später einzelne Pakete aufzufischen. Auch wichtig: optisch ansprechende Desktops mit kurzen, klar strukturieren Menüs. Die IT-Abteilung will die vielen Linux-unkundigen Benutzer an ihren Schreibtischen nicht verwirren, sondern von den Vorzügen des Systems überzeugen.
Die Redaktion hat unter diesen Gesichtspunkten vier wichtige Produkte getestet und verglichen – auch mit und gegen Windows Vista. Der XP-Nachfolger, dass ist ein Teilergebnis des Tests, macht zumindest optisch einiges her.
Lass uns reden
Jeder weiß, Open-Source-Software muss mit der prorietären Welt interagieren. Manche Projekte und Firmen sind von dieser Notwendigkeit stärker betroffen, beispielsweise bei Virtualisierung oder Dateisystemen. Wir haben uns umgehört, was die “Frontschweine der Interoperabilität” denken, die von Vista und den damit verbundenen Änderungen der “Standards” am meisten betroffen sind. Auffällig viele gingen – von uns angeschrieben – auf Tauchstation und antworteten nicht. Ein paar trauten sich bereits jetzt Statements abzugeben, zu lesen auf Seite 44.
Zudem haben wir uns ab Seite 46 die Lizenzbedingungen der Kandidaten unseres Vergleichstests genau angeschaut – sozusagen das Kleingedruckte, auch bekannt als EULA. Die meisten User klicken das Fenster am Anfang der Installation ungelesen per »Ich akzeptiere die Bedingungen« weg. Dabei entgeht ihnen jedoch manches Open-Source-typisch großzüge Detail, aber auch manch klein kariertes. Beispielsweise untersagt Novells EULA, die Software von SLED 10 zu disassemblieren. Warum man Open-Source-Programme rückübersetzen sollte, bleibt wohl ewig ein Geheimnis von Novells Rechtsabteilung in Waltham, Massachusetts.
EULA einfach wegklicken ist nach deutschen Recht übrigens folgenlos, wenn man sie beim Installieren das erste Mal zu sehen bekommt. Rechtswirksam wäre es dagegen, wenn sie einer der Verkäufer im Elektromarkt dem Kunden vorläse. Alles einsteigen zur Abfahrt ins Reich der Betriebssysteme.
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Infos |
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[1] Softchoice-Studie: [http://www.softchoice.com/services/research/pdf/vista_whitepaper.pdf] [2] Hardware-Anforderungen für Windows Vista: [http://www.microsoft.com/germany/windows/windowsvista/getready/capable.mspx] |
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