Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.
Debian hat Nägel mit Köpfen gemacht und einen Fork von Cdrecord gestartet. Das Cdrkit getaufte Programm besteht im Wesentlichen aus der letzten Cdrecord-Version, die nicht unter der neuen CDDL-Lizenz steht. Ob es damit gelingt, das Programm von Autor Jörg Schilling zu lösen, bleibt abzuwarten [1].
Debconf 7 im Schottenrock
Die Nachwehen [2] der letzten Debconf sind gerade verklungen, da beginnen die Planungen für das Jahr 2007. Fest steht, dass die Konferenz im schottischen Edinburgh stattfindet. Anfang September trafen sich die Organisatoren erstmals und planten die Unterbringung der Debian-Teilnehmer, die Verpflegung der Kongressgäste und nicht zuletzt die Anbindung ans Internet.
Auch für Kurioses dürfte bei der Debconf 2007 wieder Platz sein. Passend zum Veranstaltungsort kündigten einige schottische Entwickler an, sich spezielle Debian-Kilts anfertigen zu lassen. Man darf auf die Schottenröcke (Abbildung 1) im Debian-Look gespannt sein.

Abbildung 1: Zur Debconf 7 in Edinburgh werden auch Entwickler im Schottenrock erwartet. (Bild: © Elnur Amikishiyev, Fotolia)
Partys für Etch
Während die Release-Manager und allen voran Debian Project Leader Anthony Towns nicht müde wurden, die nächste Debian-Release für Dezember 2006 anzukündigen, geht die Arbeit hinter den Kulissen auf Hochtouren weiter. Am Wochenende vom 8. bis zum 10. September fand in Wien eine große Bug Squashing Party (BSP) statt. Sie bildete den Auftakt zum BSP-Marathon [3], der in den nächsten Wochen mit insgesamt neun Partys in verschiedenen europäischen Städten stattfindet.
Diese Partys sind bei Debian seit vielen Jahren ein probates Mittel, um die Fehlerzahl vor einer Release in kurzer Zeit drastisch zu senken. Im Wesentlichen treffen sich Entwickler, besprechen grundlegende Schritte und gehen dann gemeinsam an die Arbeit. Das Projekt selbst hilft den Fremdbetreuern, indem es die Bestimmungen für Uploads in das Debian-Archiv lockert. Normalerweise sind die Regeln sehr streng, so darf ein Entwickler nur im Notfall ein Paket hochladen, für das er sonst nicht verantwortlich ist.
Joey Hess versteckte in seinem Blog derweil die ironisch gemeinte Klage, dass Etch Debians Ansehen massiv beschädigen werde. Bei einer Testinstallation habe er einen USB-Stick in den USB-Anschluss gesteckt – und Etch habe ihn nicht nur korrekt erkannt, sondern auch so eingerichtet, dass er benutzbar war. Dies sei, so Hess, nicht das von Debian gewohnte Verhalten beim Hotplugging.
Automatischer Paketbau
Periodisch taucht bei Debian die Frage auf, ob es nicht sinnvoll wäre, so genannte Source-only Uploads zu verwenden. Debian-Entwickler würden dabei in das Debian-Archiv lediglich die präparierten Source-Pakete zum Bau eines Debian-Pakets hochladen und den Rest automatischen Build-Daemons überlassen. Hintergrund ist einerseits die Überlegung, es Angreifern zu erschweren, manipulierte Binärpakete in das Archiv zu schmuggeln. Debian-Entwickler, die große Pakete pflegen, hätten es außerdem leichter.
Steve Langasek vom Debian-Release-Team erklärte, dass die Funktion für Source-only Uploads durchaus vorhanden sei. Man habe sie vor ein paar Jahren jedoch deaktiviert, weil die Entwickler Pakete vor dem Upload nicht mehr ausreichend getestet hätten. Das habe dazu geführt, dass viele Pakete zwar zum automatischen Bau durchgereicht wurden, dieser Prozess jedoch auf halber Strecke abbrach. Unnützer Traffic und verschwendete CPU-Zeiten seien nicht hinnehmbar. Aus diesen Gründen, so Langasek, müssen die Entwickler nun wieder selbst ran. (uba)
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Infos |
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[1] Linux-Magazin 10/06, S. 99 [2] Linux-Magazin 8/06, S. 103 [3] Liste der Bug-Squashing-Partys: [http://wiki.debian.org/BSPMarathon] |
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Der Autor |
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Martin Loschwitz ist Debian GNU/Linux-Entwickler und wartet derzeit auf den Beginn des Wintersemesters. Neben Pinguinen findet er auch Äpfel toll. |
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