Vor frustrierenden Momenten mit Betriebssystem und Applikationen bleiben auch Linux-Redakteure nicht verschont. Was spricht gegen und was für das bekannteste freie Betriebssystem?
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Inhalt |
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52 | HDR-Images High Dynamic Range Images speichern Bilder in höchster Qualität. 54 | Tooltipps Sechs Programme im Kurztest: Nodezilla, Sunbird, Sweep, Taxbird, KTTS, Qcad. 56 | Bitparade Die Mehrbenutzer-Editoren Gobby, Mateedit und Moonedit im Vergleich. |
Der Vergleichstest von Mehrbenutzer-Editoren in dieser Ausgabe des Linux-Magazins brachte das Fass bei mir fast zum Überlaufen. Wieso muss kommerzielle Konkurrenz so oft überlegen und noch dazu nicht für Linux erhältlich sein? Die im Artikel “Im Gleichschritt texten” getesteten Linux-Programme Gobby, Mateedit und Moonedit bewegen sich nur zwischen mangelhaft und befriedigend. Mit dem Primus aus der Parallelklasse können sie nicht mithalten: Subethaedit [1] für Mac OS steckt sie alle in die Tasche, denn es bietet jedes ihrer Features und viele mehr.
Déjà vu
Während des Tests fühlte ich mich fatal an die vorigen Monat vom Kollegen Frommel beschriebene Situation erinnert, in der er vergeblich versuchte, einen Fernseh-Stream übers LAN weiterzugeben [2]. Auch hier gäbe es woanders wohl eine einfache Lösung. Da kann selbst ein Überzeugungstäter die Frage “Warum Linux?” nicht mehr verdrängen. Obwohl es nach langjähriger Benutzung für mich schon aus Gewohnheit keine ernsthafte Alternative gibt, fällt es schwer, befriedigende Antworten zu finden, namentlich bei Desktop-Anwendungen im Multimedia-Bereich.
Wie schön wäre es, neue Hardware aus dem Discounter einfach einstecken und benutzen zu können oder sich beim Kompilieren neuer Software nicht mehr mit irreführenden Autoconf-Fehlermeldungen herumzuschlagen. Wie viel mehr Freizeit hätte ich, wenn jedes Programm über eine einfache grafische Oberfläche zu bedienen wäre und sie mir das Studium der Manpage mit den unzähligen Kommandozeilenparametern ersparte.
Auszug aus dem Paradies?
In der Redaktion provoziert meine Warum-Frage prompt Reaktionen aus dem Kollegenkreis, die mich wieder zur Vernunft bringen. Die Antworten sind weder überraschend noch neu, aber dennoch überzeugend: Unter Windows verbringt man nach wie vor einen großen Teil der Arbeitszeit damit, sich über neue Sicherheitslücken und Malware zu informieren und sich dagegen zu schützen.
Auch die dreiste Neugier von Microsoft nach den persönlichen Daten erstickt meinen Wissensdurst nach dem großen Unbekannten aus diesem Hause. Abgesehen vom Preis kommt hinzu, dass die Vorstellung, unter Windows oder Mac OS funktioniere alles out of the box, spätestens dann wieder rückstandslos verschwindet, wenn sich diese Betriebssysteme vergleichbarer Experimentierfreudigkeit ausgesetzt sähen wie meine Linux-Installation.
Die genannten Punkte ergänzen die klassischen Argumente für freie Software: Unerwünschte Netzwerkverbindungen unbekannten Inhalts zu ominösen Servern mit fragwürdigen Adressen sind dank des öffentlich zugänglichen Quelltextes faktisch auszuschließen. Auch der akademische Nutzen des Studiums von fremdem Code sowie die Möglichkeit zur Selbsthilfe bei Bugs oder fehlenden Features bringt meine Überzeugung für die freie Software zurück.
Dass der Mut zur Offenheit in der Windows-Welt – nicht nur bei Microsoft selbst – ein Nischendasein fristet, hat wohl kulturelle Gründe; die meisten Nutzer des marktführenden Systems achten vor allem auf den Preis. Nur so erklärt sich die Flut häufig suspekter Free- und Shareware – zu viel Freibier lässt manches schöner erscheinen, als es ist.
Das Schlagwort Kommandozeile lenkt meine Gedankenwelt endgültig wieder in gewohnte Bahnen; Wer einmal an einer Linux-Shell genascht hat, dem schmeckt die Windows-Eingabeaufforderung äußerst fad. Dass vom Texteditor über verschiedene Desktop-Umgebungen bis zum Webserver alles mit einem Befehl installiert und wieder entfernt ist und nicht zuletzt das Unix-Konzept spielen ebenfalls entscheidende Rollen als Pro-Linux-Argumente.
Ihre Meinung ist gefragt
Meine persönliche Argumentation und die meiner Kollegen führt über die allgemeine Unverzichtbarkeit freier Software zu Linux als dem besten Desktop-System dieser Kategorie. Was ist Ihnen am wichtigsten? Meine Kollegen und ich haben zu diesem Zweck unter [3] eine Umfrage-Webseite eingerichtet.
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Infos |
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[1] Subethaedit: [http://www.codingmonkeys.de/subethaedit] [2] Oliver Frommel, “Im Tollhaus, DVB-Streaming unter Linux”: Linux-Magazin 08/06, S. 65 |
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