
Abbildung 1: Die Textverarbeitung Ajaxwrite braucht nichts weiter als einen Javascript-fähigen Browser.
Ajax-Anwendungen funktionieren auf jedem Rechner, der über einen Javascript-fähigen Browser verfügt. Sie minimieren den Geschwindigkeitsnachteil von Webapplikationen gegenüber nativen Programmen. Das Angebot von Ajax-Anwendungen wächst.
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Seit langem bieten Webanwendungen die Möglichkeit, von jedem Rechner mit Internetanschluss per Browser auf zentral gelagerte Daten zuzugreifen. Die Benutzeroberflächen reagieren aber zu träge, um damit auf Dauer ernsthaft zu arbeiten, denn nach jeder Eingabe lädt der Browser des Benutzers die komplette HTML-Seite oder den Frame neu.
Ajax (Asynchronous Javascript and XML) erlaubt dagegen eine flüssige Interaktion mit Webapplikationen, da es nach einer Aktion nur die benötigten Einzelteile der Seite oder veränderte Nutzdaten übermittelt. Falls die Anwendung dies erlaubt, landen auch erst im späteren Sitzungsverlauf benötigte Daten beim Client.
Nicht neu, aber aktuell
Die Technik ist zwar nicht neu, aber die verbesserte Unterstützung der meisten Browser und der Einsatz in populären Webanwendungen wie der Groupware Zimbra haben im letzten Jahr ihren Bekanntheitsgrad enorm erhöht.
Google demonstriert in seinem offiziell immer noch in der Betaphase steckenden Webmail-Dienst [1] die Vorteile von Ajax. Das Interface muss sich in puncto Geschwindigkeit vor nativen Mailclients kaum verstecken, und Google Maps [2] beeindruckt mit flüssigem Scrollen durch Landkarten: Bei ausreichender Bandbreite entsteht die Illusion, die Daten lägen lokal vor. Ajax erlaubt außer besseren Reaktionszeiten auch Funktionen wie Drag&Drop in Webanwendungen und erhöht den Bedienkomfort damit erheblich.
Ajaxlaunch [3] von Michael Robertson, Gründer von MP3.com und Linspire, hat sich durch die Ankündigung, jede Woche eine neue Ajax-Anwendung zu veröffentlichen, ins Gespräch gebracht. Den Rhythmus einer solchen Serienproduktion hielt Ajaxlaunch zwar nicht ein, aber die vorhandenen Applikationen können sich sehen lassen.
Mit Ajaxwrite (Abbildung 1, [4]) steht eine kostenlose Textverarbeitung bereit. Sie bietet weniger Funktionen als Writer oder MS Word, doch für die meisten Zwecke reichen die einfachen Textformatierungen aus. Das Programm startet im Browser innerhalb weniger Sekunden und reagiert auf Eingaben ohne spürbare Verzögerung. Das fertige Dokument erhält man per HTTP-Download über den »Speichern«-Button.

Abbildung 1: Die Textverarbeitung Ajaxwrite braucht nichts weiter als einen Javascript-fähigen Browser.
Einen Schritt weiter in Richtung zustandslose Anwendung geht Writely [5], nach eigenem Bekunden bald ein Google-Dienst. Neben einer Ajax-Textverarbeitung steht dort Speicherplatz zur Verfügung, in dem die Benutzer auf Wunsch ihre Dokumente speichern, um daran von jedem Rechner mit Internetanbindung weiterzuarbeiten.
Natürlich spielt bei allen derartigen Anwendungen die Vertrauensfrage eine große Rolle: Wer möchte seine Dokumente auf einem Server irgendwo im Internet ablegen? Dabei ist sowohl an den Anbieter zu denken als auch an die meist unverschlüsselte Verbindung zum Server. Solche Einwände übergehen die Ajax-Anhänger.
Die Ajax-Technik erlaubt es Webanwendungen, in Konkurrenz zu herkömmlichen Programmen zu treten. Sie ermöglichen den Start von Anwendungen ohne plattformspezifische Portierung und auf Geräten mit geringer Kapazität – beispielsweise PDAs. Als Voraussetzung tritt an die Stelle eines mit Software ausgestatteten Clients allerdings eine beständige Internetverbindung.
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Infos |
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[1] Google Mail (Beta): [http://mail.google.com] [2] Google Maps: [http://maps.google.de] [3] Ajaxlaunch: [http://www.ajaxlaunch.com] [4] Ajaxwrite: [http://www.ajaxwrite.com] [5] Writely: [http://www.writely.com] |
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