Debian ist frei und seine Entwickler sind Kosmopoliten. Das Linux-Magazin berichtet regelmäßig Interna aus der Debian-Entwicklerszene und angrenzenden Projekten.
Anfang Dezember liefen Meldungen zur Veröffentlichung des Debian Common Core 3.0 (DCC) über die Ticker. Debian selbst dürfte davon weniger begeistert gewesen sein. DCC ist kein Debian-Projekt. Es steht unter Obhut einer Gruppe von Herstellern, die eine gemeinsame Grundlage für Debian-basierte Distributionen forcieren. Der DCC erfüllt die Kriterien der Linux Standards Base (LSB), ohne eine Distribution zu sein. Zum Konsortium zählen Credativ, Xandros, Linspire, Progeny und Knoppix.
Um zu verhindern, dass Benutzer den Common Core mit Debian verwechseln, hat es Debian dem Konsortium verboten, die Marke “Debian” zu benutzen. Seitdem nennt sich das Projekt nur noch DCC Alliance [http://www.dccalliance.org], das Produkt schlicht DCC.
Einblick in Private-Liste
Um die nur für die Debian-Entwickler zugängliche Debian-Private-Mailingliste ranken sich diverse Legenden. In der Vergangenheit gab es immer wieder abstruse Theorien darüber, welche schlimmen Dinge sich auf der Mailingliste abspielten. Wahr ist, dass die private Liste einen im Projekt einzigartigen Status einnimmt, weil eigentlich das Prinzip der Offenheit gilt, projektinterne Abläufe inbegriffen.
Dem Prinzip verpflichtet hat nun der ehemalige Release-Manager Anthony Towns auf der Debian-Vote-Liste [1] angeregt, die Private-Archive teilweise zu öffnen. Dabei geht es Towns vor allem darum, Einblick in die Diskussionen der Gründungsphase des Debian-Projekts zu gewähren. Aus den dort festgehaltenen Gedanken und Meinungen sind schließlich elementare Projektgrundlagen wie die Debian Free Software Guidelines und der Social Contract entstanden.
Eine noch zu gründende Gruppe soll sich durch die Archive wühlen und interessante Stellen herauspicken. Den Archivaren obliegt es, Mails mit persönlichen und vertraulichen Informationen aus dem Fundus zu filtern. Dazu zählen Nachrichten über Urlaube und Berichte über Finanzen. Insider geben Towns’ Vorschlag gute Chancen.
Mehr Edu für Debian
Der französische Entwickler Raphaël Hertzog berichtete auf der Debian-Edu-Mailingliste [2] zur Educ@tice-Messe [http://www.educatice.com], die Ende November in Paris stattfand. Die Messe richtete sich an alle, die mit Computern im Bildungsumfeld zu tun haben. Hertzog konnte vor Ort feststellen, dass die Debian-Edu-Distribution weit verbreitet ist. Viele Linux-Distributionen für den Education-Markt basieren auf ihr, schreibt Hertzog. Er nennt Skolelinux, SLIS (Serveur Linux pour l’Internet Scolaire) und Samba Edu als Beispiele. Gleichzeitig regte er an, die Entwicklungen dieser Distributionen in Debian einfließen zu lassen.
Hertzog bittet um Unterstützung für dieses Unterfangen. Nur Debian-Entwickler dürfen Pakete in das Archiv hochladen. Die Rolle des Mentors für Schuleditionen ist also schon formal nötig.
Report zur Debconf 5
Fabian Fagerholm, für diverse Python-Projekte zuständig, hat auf der Debian-Devel-Announce-Liste die Veröffentlichung des Schlussreports zur Debconf 5 gemeldet. Die Konferenz fand im Sommer in Helsinki statt. Der Report enthält umfassende Statistiken zum Treffen. Interessierte finden ihn auf [3]. (uba)
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Infos |
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[1] Mail von Anthony Towns:[http://lists.debian.org/debian-vote/2005/11/msg00001.html] [2] Mail von Raphaël Hertzog:[http://lists.debian.org/debian-events-eu/2005/11/msg00030.html] [3] Debconf-5-Abschlussreport: [http://media.debconf.org/dc5/FinalReport.pdf] |
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Der Autor |
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Martin Loschwitz ist Schüler aus Niederkrüchten und hilft in seiner Freizeit dabei, die Debian-GNU/Linux-Distribution weiterzuentwickeln. Momentan arbeitet er am Debian-Desktop-Projekt. |
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