Dynamische Communities im Web lösen statische Seiten mehr und mehr ab. Die Teilnehmer nutzen Homepages nur noch als Anlaufstelle und tauschen Informationen mit Hilfe spezialisierter Software aus – bei Last.fm zum Beispiel über den eigenen Musikgeschmack.
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Inhalt |
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100 | Perl-Snapshot Ein Perl-Dämon überwacht Datei-Änderungen und unterstellt sie automatisch einer Versionskontrolle. 104 | Federlesen Ogg Vorbis’, MP3s und Streams abspielen mit dem Snack-Toolkit und Tcl. 108 | LSB 3.0 Der neue Standard will dafür sorgen, dass Linux-Software trotz Library-Durcheinander auf mehr als einerDistribution läuft. |
Nach dem Siegeszug des World Wide Web steht die zweite Internet-Revolution direkt vor der Tür. Statische Homepages erscheinen arg angestaubt, antiquierte Zeugen eines vergangenen Jahrtausends. Inzwischen aktualisieren sich Seiten nicht mehr nur automatisch mit Hilfe raffinierter Skripte, sondern dienen zunehmend als Interaktionsplattformen für die User, beschleunigt zum Beispiel durch Ajax-Technologie (siehe den Perl-Snapshot im vorigen Heft).
Das Schlagwort, das beispielsweise Wikis und Blogs zusammenfasst, heißt Social Software. Sie bildet den Kern zahlreicher Zukunftsvisionen, die einen neuen Charakter des WWW beschreiben, unter Soziologen und Technikern diskutiert unter der Formel Web 2.0.
Social Software betrifft nicht allein neue Homepagekonzepte, sondern vielmehr das Zusammenfließen von Desktop-Programmen und Internet-Inhalten. Beispielhaft hierfür steht die Online-Community namens Last.fm [1]. Auf dieser Homepage veröffentlichen Musikliebhaber die von ihnen gehörten Lieder und Interpreten. Die im Einzelfall meist wenig aussagekräftigen Informationen kumuliert die dort verwendete Software, um daraus Statistiken über die beliebtesten Bands und Songs zu erstellen.
Wie es bei dicht besiedelten Treffpunkten üblich ist, bilden sich auch auf Last.fm fließend ineinander übergehende Gemeinden. Teilnehmer und Betrachter stoßen über die Homepage an Hand ihres Musikgeschmacks auf Gleichgesinnte und finden musikalisch mit ihren Favoriten verwandte Interpreten.
Ich weiß, was du letzten Sommer gehört hast
Wer einen Last.fm-Account registriert, kann mit einem entsprechend ausgestatteten MP3-Player während des Abspielens direkt die Namen der von ihm abgespielten Lieder hochladen. Die entnimmt das Programm aus den ID3-Tags, die Meta-Informationen über MP3-Dateien enthalten. Daraus ergeben sich die Präferenzen nach einer statistisch ausreichenden Anzahl von Einträgen von selbst. Daraus wiederum ermittelt Last.fm so genannte Nachbarn, also Benutzer mit ähnlichem Geschmack. Für zahlreiche Linux-Abspielprogramme existieren inzwischen entsprechende Plugins, Amarok enthält gar eine fest eingebaute Last.fm-Unterstüztung.
Damit eine solche “soziale” Webanwendung Verbreitung findet, muss sie einfach zu benutzen sein. Einerseits für die Anwender, andererseits für Programmierer, die den entsprechenden Support in ihre Software einbauen. Grundlage für Last.fm ist das Audioscrobbler-Protokoll [2], über das Programme mit dem Dienst kommunizieren. Als Webservice definiert es das Format für automatisierte Anfragen. Das Plugin-Protokoll beschreibt die Verwendung in Musikplayern und anderen Programmen.
Die Webservices von Last.fm bieten die Daten in mehreren Formaten an: als Ascii-Plaintext, XML, XSPF und RSS. Um zu erfahren, was Leute, die gewöhnlich Metallica hören, sich musikalisch sonst zu Ohren führen, genügt es, [http://ws.audioscrobbler.com/1.0/artist/Metallica/similar.txt] abzurufen und das simple Textformat zu verarbeiten – das geht sogar mit der Bash.
Wer mit Musik nichts am Hut hat, aber doch Programmiererfahrungen mit sozialer Software sammeln möchte, sollte einen Blick auf [http://ning.com] werfen. Das Unternehmen des Netscape-Mitgründers Marc Andreesen hat sich auf diese Sparte spezialisiert und bietet einen Baukasten an, um aus vorgefertigten Elementen Webcommunity-Software zu basteln – Registrierung vorausgesetzt.
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Infos |
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[1] Last.fm: [http://www.last.fm] [2] Audioscrobbler: [http://www.audioscrobbler.net] |
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