Aus Linux-Magazin 02/2005

Miniatur-Rackserver MR-1022MT von IPC2U im Kurztest

Abbildung 1: Obwohl der Server nur 24 Zentimeter tief ist, hat er genug Platz für zwei Festplatten. Das Gehäuse ist klein genug, um zwei Server auf einer Höheneinheit unterzubringen.

Mieter von Stellplätzen in Rechenzentren kalkulieren so: Halbe Gerätegröße bedeutet fast den halben Preis. Das Linux-Magazin testete deshalb einen halben Server.

Abbildung 1: Obwohl der Server nur 24 Zentimeter tief ist, hat er genug Platz für zwei Festplatten. Das Gehäuse ist klein genug, um zwei Server auf einer Höheneinheit unterzubringen.

Abbildung 1: Obwohl der Server nur 24 Zentimeter tief ist, hat er genug Platz für zwei Festplatten. Das Gehäuse ist klein genug, um zwei Server auf einer Höheneinheit unterzubringen.

Server mit einer Höheneinheit, kurz 1U (Unit), sind heute bei Webhostern und beim Server-Housing Standard. Von solchen Flundern lassen sich bis zu 42 Stück pro Rack unterbringen. Wer mehr möchte, war bisher auf die überproportional teuren Server-Blades angewiesen, auf denen sich schon aus Platzgründen keine Festplatten mit hoher Kapazität unterbringen lassen.

Die Lücke zwischen den günstigen 1U-Rackservern und Blades zur optimalen Ausnutzung eines Racks schließt die Firma IPC2U mit dem Miniatur-Rackserver MR-1022MT. Dabei handelt es sich im Wortsinn um einen halben Server, oder genauer gesagt um die vorderen 24 Zentimeter eines herkömmlichen 1U- Gehäuses, das ein Mini-ITX-Mainboard zusammen mit Netzteil und Festplatten aufnimmt.

Versenktes Netzteil

Alle wichtigen Anschlüsse wie Netzwerk, Monitor und Tastatur sind auf der Rückseite untergebracht, zudem enden auf der Vorder- und Rückseite des Servers je zwei USB-2.0-Anschlüsse. Einen besonderen Clou hat sich IPC2U für das

150-Watt-Netzteil und dessen Netzanschluss ausgedacht: Das Netzteil schließt nicht mit der Rückseite des Gehäuses ab, sondern ist knapp sechs

Zentimeter nach vorne versetzt. Damit ergibt sich ein minimaler Biegeradius für den Kaltgeräteanschluss. Der Nachteil ist, dass sich das Netzkabel nicht ganz leicht einstecken lässt.

Die entstandene Lücke zum Mainboard hin nutzt IPC2U für den Hauptlüfter, der für permanenten Luftzug an den Kühlkörpern des Mainboards vorbei sorgt. Ein zweiter Lüfter befindet sich unmittelbar bei den Festplatten.

Face to Face

Wegen der geringen Tiefe passen gleich zwei Mini-Server in einen herkömmlichen 1U-Einschub des Serverracks. Dazu werden beide Geräte Face to Face direkt hintereinander montiert. Auf diese Weise lassen sich in einem Standardrack bis zu 94 Server des Modells MR-1022MT unterbringen.

Der Mini-Server ist trotz der knappen Platzverhältnisse mit zwei 3,5-Zoll-SATA-Festplatten von Hitachi und einem SATA-Raid-Controller von Adaptec bestückt. Die Datentransferrate des Adaptec AAR-1210 ist mit knapp 50 MByte/s beim Lesen und Schreiben gut.

Plattenhaufen

Bei der Auslieferung sind die beiden Festplatten als JBODs (Just a Bunch of Disks; nur ein Haufen Festplatten) konfiguriert und leer. Der Autor installierte mit einem USB-DVD-Laufwerk Suse Linux 9.2, das die SATA-Festplatten dank »libata« als zwei SCSI-Geräte erkannte. Leider änderte sich daran nichts, als er im Controller-Bios beide Festplatten zu einem Raid-1 vereinte. Linux beharrte weiterhin darauf, ein JBOD vor sich zu haben. Die 90 Minuten dauernde Initialisierung als Raid kann sich der Administrator somit sparen und gleich ein Software-Raid-1 aufsetzen.

Sonst ist die Linux-Unterstützung der Hardware tadellos, selbst die CPU ließ sich per ACPI problemlos heruntertakten und der Rechner per ACPI-Wakeup zeitgesteuert wecken – auch wenn Letzteres für den Einsatzzweck als Server keine praktische Bedeutung hat. Die zwei internen Firewire-Anschlüsse, den Parallelport und die Soundkarte wird in der Praxis wohl auch niemand benötigen.

Das 50 Euro teurere Modell MR-1022ML liefert IPC2U mit dem Mainboard Via Epia PD-10000 aus, das statt der Firewire-Schnittstellen einen zweiten Ethernet-Anschluss hat.

IPC2U MR-1022MT

Hersteller: IPC2U [http://www.ipc2u.de]

Bezugsquellen: Endverbraucher bestellen über Systemhäuser, Firmen direkt beim Hersteller

Beschreibung: 1U-Rackserver mit halber Bautiefe

Prozessor: Via C3, 1 GHz

RAM: 256 MByte DDR (PC-266)

Mainboard: Via Epia-M10000

Netzwerk: Via VT6102, 10/100 MBit/s (Modul »via-rhine«)

Controller: Adaptec AAR-1210SA, 2-Kanal SATA-Raid

Festplatten: 2 Hitachi Deskstar, 80 GByte, SATA

Preis: ca. 650 Euro

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