Aus Linux-Magazin 11/2002

Debian: Ein Siegertyp

Debian-Linux galt wegen seiner konservativen Modellpolitik als bieder. Dieser scheinbare Nachteil entpuppt sich nun als Vorteil: Stabilität und Transparenz versetzen immer mehr Linux-Anwender in Wechselstimmung. Vielleicht ist es Zeit, eine frühere Wahl zu hinterfragen.

Easy Linux, DLD, SLS, LST, Corel Linux, Yggdrasil, … der Erfolgsweg von Linux ist mit Leichen von Distributionsnamen gepflastert. Von der alten Garde sind nicht mehr viele übrig, Debian gehört aber dazu. Das ist umso erstaunlicher, als keine Firma dahin steht, die sich je hätte um Markting und PR mühen können. Zudem eilt dem Projekt – zurecht – der Ruf voraus, lange Innovationszyklen zu pflegen und nur reichlich abgehangene Software zu verbauen.

Das Prinzip “Konservativ” und das Ignorieren der Wettbewerbssituation zu anderen Distributionen hat Debian auf Dauer nicht geschadet, sondern genutzt. Während marktgängige Anbieter mit Qualitäts- und Finazierungsproblemen zu kämpfen haben, mausert sich Debian zu einem Siegertyp. Immer mehr Linuxer machen ihr Kreuzchen neben “Debian” – aktuell bei der neuen Version 3.0, Codename “Woody”. Was sich im Vergleich zu den Vorgängerversionen geändert hat, klärt der Artikel ab Seite 30.

CD-Images von Debian 3.0 kann man aus dem Internet saugen – ein aufwändiges Unterfangen bei ihrer Anzahl. Das Debian-Projekt bietet selbst keine Packungen mit echten CDs an – eine alte Tradition. Das überlassen Sie Anbietern wie Linuxland [http://www.linuxland.de], Schlittermann [http://debian.schlittermann.de], Ixsoft [http://www.ixsoft.de], Lehmanns Fachbuchhandlung [http://www.lob.de] und Bitbone [http://bitbone.de/debian].

Das Aktuellhalten der jeweiligen Release besorgt ein installiertes Debian mit Apt nahezu automatisch. Wer auch an neuen Entwicklung Teil haben will, muss Versionen mixen. Im Beitrag über APT-Pinning ist zu lesen, wie’s geht.

Von Haus aus schlank

Debian-Linux macht sich auf der Festplatte nicht so breit wie andere Distributionen, die Administration ist geradlinig. In der Kandidatur als schlanker Internetserver sind beide Eigenschaften ein echtes Plus. Als Beitrag für die Debian-Praxis ist ab Seite 50 zu lesen, wie man einen beim Provider angemieteten Server auf Debian migriert.

Wer für Debian Software entwickelt, kommt füher oder später in die Verlegenheit, selbst ».deb«-Pakete schnüren zu müssen. Wie das geht, ist ab Seite 44 zu lesen. Und wer mal einen Blick über den Rand des eigenen in den Nebenteller des Hurd-Projets werfen mag, kommt um die Lektüre des Artikels ab Seite 38 kaum herum.

Debian-Releases

Debian-Releases

LINUX-MAGAZIN KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Readly Logo
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben