Die Universitätsstadt Göttingen verfügt mit ihren Studenten über ein gutes Potenzial für eine Linux-Usergroup. Wir schauen nach, wie diese Möglichkeit genutzt wurde.
Als wir in der Liste der Usergroups nach einer LUG für das aktuelle Heft suchten, blieb unser Blick auf der URL der Göttinger Linux-Freunde hängen: [http://www.gulag.de]. Mit einer Mischung aus Unglaube und Zweifel klickten wir auf den Link. Was dann zu sehen war, kam uns mit seinem Linux-Bildschirm bekannt vor und hatte wenig mit den Straflagern der ehemaligen Sowjetunion zu tun.
Die Webseite ist mit Javascript programmiert und zeigt sich als ein schönes Beispiel für den sinnvollen Einsatz der Programmiersprache. Mit viel Witz und Liebe zum Detail haben die Göttinger ein Menü auf die rechte Seite der Website gezaubert, das dem KDE-Menü gleicht, das nach einem Rechtsklick auf den Desktop erscheint.
Hier findet sich eine Erläuterung zum Namen: GULAG steht für “Göttinger Unix/Linux Usergroup”. Da es offenbar in der Vergangenheit kritische und skeptische Anfragen zu der Benennung gab, nehmen die Mitglieder gleich auf der Webseite dazu Stellung. Alternativ wird mittlerweile eine Seite unter [http://www.goelug.de] angeboten.
Die Rahmenbedingungen in der Stadt sind nicht schlecht für ein Betriebssystem mit ausgeprägten Netzwerkfähigkeiten: Die gesamte Stadt inklusive Uni ist mit Glasfaserverkabelung ausgestattet. Mit der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen ist auch einer der größten FTP-Mirror Deutschlands hier ansässig.
Installationspartys
Ziel der LUGs ist der Austausch von Wissen über das System – und das geht am besten über eine Installationsparty. Hier sind die Göttinger Pinguine sehr aktiv. Gerade erst haben sie im Rahmen der 48-Stunden-Uni-Feier ein Rahmenprogramm mit dem Titel “Days of Daus und Nights of Nerds” organisiert. Zwei weitere Installationspartys sind 1999 durchgeführt worden. Das Bildmaterial zeigt eine Menge gut gelaunter Leute aller Altersklassen.
Natürlich wächst mit der Zeit der Bedarf an qualifizierter Information, die über die eigentliche Installation hinausgeht. Hier ist der Link »Texte von uns« zu empfehlen, hinter dem Mitgliederbeiträge zu finden sind, die aus Vorträgen extrahiert wurden. Unter den Texten auch eine Anleitung zur Wiederherstellung von Dateien auf einem Ext2-System sowie eine kleine Einführung in das Satzsystem Latex.
Hintergrundrauschen
Wie es sich für eine ordentliche LUG gehört, haben auch die Göttinger eine Mailingliste, auf der neben der wichtigen Frage des nächsten Treffens kleinere Probleme mit dem System diskutiert werden. Das Ganze ist als Archiv übers Web verfügbar.
Im letzten Jahr erfuhren die Mitglieder der Göttinger Usergroup beim Linux Demonstration Day unmittelbar, wie weit das freie Betriebssystem mittlerweile in der Bevölkerung verbreitet ist: Viele Leute kamen mit konkreten Fragen zum Stand, den die LUG-Mitglieder in der Innenstadt aufgebaut hatten. Es gab auch Besucher, die es nicht fassen konnten, dass es was umsonst gibt.
Uni-Umfeld
Es wundert nicht, dass in einer Universitätsstadt wie Göttingen viele junge LUG-Mitglieder zu finden sind. Manche haben schon aufgrund ihrer Studienfachwahl direkt mit Computern zu tun, aber fast alle brauchen einen Rechner für Semiar- oder Diplomarbeiten oder für die Berechnung mathematischer Probleme. Die LUG Göttingen vermittelt auch Spaß an der Materie Linux – ein guter Einstieg für Neulinge.
Ein letzter Satz in Sachen LUG-Portrait findet sich im Internet unter [http:// www.linux-community.de/story?storyid =2629].
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Infos |
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Webpages: [http://www.gulag.de], [http://www.goelug.de] Kontakt-E-Mail: [gulag@lists.goe.net] (Mailingliste) Regelmäßige Treffen: alle zwei Wochen an unterschiedlichen Orten, die jeweils auf den Webseiten bekannt gegeben werden, die Treffen finden immer an Sonntagen statt Weitere Aktivitäten: Installationsparties, Vorträge (unregelmäßige Termine) |





