Noch ist es nicht erschienen, das Fujitsu-Siemens Lifebook B 2562. Wir haben exklusiv einen Prototyp vorab getestet und berichten, worauf Sie unter Linux achten müssen.
Das Lifebook B 2562 von Fujitsu-Siemens ist ein kompaktes Sub-Notebook. Der Prototyp sieht dem im Linux-Magazin 4/01 getestete Vorgänger B 2154 kaum ähnlich: Das 10,3 Zoll große Display mit Touchscreen hat XGA-Auflösung (1024 mal 768 Pixel) bei 125 dpi. Unter der vergleichsweise kleinen Tastatur arbeitet ein Mobile Pentium III mit 700 MHz. Durch das Heruntertakten in zwei Stufen auf minimal 300 MHz lässt sich bei geringer CPU-Last einiges an Energie einsparen.
Der kleinen Akku mit knapp 20 Wattstunden Kapazität reicht bei aktiviertem Speed-Step für gut 100 Minuten. Der doppelt so große optionale Akku kostet rund 150 Euro zusätzlich. An den Abdeckungen der Schnittstellen, es stehen Monitor-Anschluss, zweimal USB sowie Irda zur Verfügung, hat sich nichts geändert: Immer noch werden ungesicherte Gummistöpsel verwendet, die viel zu leicht verloren gehen.
Hakeliger Touchscreen
Das Gerät wurde mit vorinstalliertem SuSE Linux 7.3 geliefert. Neu ist der Touchscreen-Treiber für XFree86 4, bisher gab es nur bis Version 3.3.6 Unterstützung. Der neuer Treiber ist allerdings verbesserungsbedürftig. So scheint der Touchscreen etwas ignorant zu sein, wenn es um das Regis- trieren eines Klicks oder Dop-pelklicks geht. Für einen einfachen Klick, um zum Beispiel in der Konsole ein Menü zu öffnen oder einen Button zu drücken, muss der Stift aufgesetzt und nach einem kleinen Moment wenige Pixel nach unten bewegt werden.
Der Abgleich der Koordinaten des Touchscreens erfolgt wie bisher in der »XF86Config«, die Konfiguration des getesteten Prototyps finden Sie unter[1]. Der Grafikchip ist ein ATI Rage Mobility P/M, der von XFree86 4 problemlos erkannt wird, allerdings keine 3D-Hardwarebeschleunigung hat.
Aufrüstmöglichkeiten: Beschränkt
Das B 2562 ist mit einem SoDIMM-SDRAM-Slot ausgestattet. Im Prototyp waren es 128 MByte RAM, später sollen es 256 MByte sein. Ob das Gerät die noch nicht erhältlichen 512-MByte-Module vertragen wird, kann Fujitsu-Siemens nicht versprechen. Dafür stehen, anders als beim Vorgänger B 2154, zwei Cardbus-Slots zur Verfügung.
Ein eingebautes CD-ROM gibt es nicht, Der Hersteller bietet stattdessen ein USB-Laufwerk an. Für den Test verwendeten wir jedoch einen Adaptec 1460 PCMCIA-SCSI-Controller mit einem externen CD-RW-Brenner, da diese Kombination von den Bootdisketten direkt unterstützt wird und eine deutlich höhere Datenrate als USB-Laufwerke erreicht. Die PCMCIA-Karte blieb im Betrieb angenehm kühl, denn die Slots sitzen vorne rechts im Gehäuse, weit weg von der CPU.
Voll schräg: Der Port-Replicator
Modem und Netzwerk sind beim Lifebook B auf einem Steckmodul untergebracht. Der Modem-Chip ist ein Intel 7196, für den es derzeit noch keine Linux-Treiber gibt. Der Netzwerk-Chip, ein Realtek 8139CL, läuft dagegen völlig problemlos unter Linux.
Für den stationären Betrieb liegt dem Lifebook B ein Port-Replicator bei, der das Notebook zudem angenehm schräg stellt. Monitor, Modem, Drucker und Netzwerk lassen sich so fest am Arbeitsplatz verkabeln, beim Andocken des Notebooks werden die entsprechenden Anschlüsse nach außen geführt und stehen ohne Treiberwechsel bereit.
Nur der Netzwerkanschluss des Port-Replicators funktionierte zunächst nicht, die RJ45-Buchse schien nicht angeschlossen zu sein. Wegen zweier aus dem Port-Replicator aufragenden Plastiknasen lassen sich die Anschlüsse für Monitor und Netzwerk des Notebooks im stationären Betrieb mechanisch nicht nutzen, eine Netzwerkverbindung war daher nicht möglich.
Netzwerk-Schwierigkeiten
Nach Öffnen des Notebooks fanden wir den Fehler: Das Modul für Modem und Netzwerk steckt auf einer Seite in einem Slot, wie er auch für die SoDIMM-SDRAMs verwendet wird. Modem und Netzwerk werden aber über einzelne Kabel herausgeführt und nicht über die Kontakte auf dem Slot.
Für die Netzwerk-Buchse wird ein Y-Kabel eingesetzt und der mittlere Stecker lag frei im Gerät. Offensichtlich wurde das Kabel falsch montiert, bei einem Prototyp durchaus verzeihlich. Nach korrekter Montage des Kabels – der lose Stecker gehört in eine Buchse auf dem Mainboard und versorgt so den Dock-Port – funktionierte auch die externe RJ45-Buchse.
Das erklärt auch die störenden Plastiknasen vor der Buchse des Notebooks (Abbildung 1): So wird rein mechanisch verhindert, dass im stationären Betrieb gleichzeitig zwei Netzwerkkabel parallel am Y-Kabel des Moduls angeschlossen werden. Die Lösung mit Y-Kabel ist nicht optimal, das Kabel zur internen Buchse funktioniert bei den hochfrequenten Daten als Antenne und kann Störungen aufnehmen oder auch aussenden.

Abbildung 1: Die aufragende Plastiknase verhindert mechanisch, dass gleichzeitig zwei Netzwerkkabel an Port-Replicator und Notebook gesteckt werden, sie wären sonst über das interne Y-Kabel parallel geschaltet.
Kritische BIOS-Einstellungen
Im BIOS des Lifebook B sollte unter »Advanced | Internal Device Configuration« die Option »LAN Controller« auf »Enabled« stehen. Damit ist der Netzwerkanschluss sowohl bei stationärem als auch im Batteriebetrieb aktiv. Bei der Einstellung »Auto« wird der Netzwerk-Chip abgeschaltet, wenn weder Netzteil noch Netzwerkkabel angeschlossen sind. SuSE Linux 7.3 quittierte dieses Verhalten mit etlichen Modul-Fehlermeldungen beim Booten. Später lässt sich das Netzwerk-Modul nicht mehr nachladen.
Fazit
Fujitsu-Siemens Lifebook B 2562 ist ein handlicher Begleiter für unterwegs. Das hoch auflösende Display ist angenehm, setzt aber gute Augen voraus. Derzeit einzigartig ist der Touchscreen, bisher gab es das nur bis zu einer Auflösung von 800 mal 600 Bildpunkten. Der Linux-Treiber ist gewöhnungsbedürftig, dennoch vermittelt das Gerät ein viel direkteres Surf-Gefühl, wenn man Links nicht mehr mit der Maus anklickt, sondern mit Finger oder Stift antippt.
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Fujitsu-Siemens Lifebook B 2562 |
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Preis: ca. 2250 Euro Einführung: Januar 2002 Ausstattung: Mobile Pentium III 700 MHz, 256 MByte RAM, Festplatte 10 GByte, Netzwerk, Win-Modem, Trackpoint und Touchscreen Lieferumfang: Notebook, Port-Replicator, Diskettenlaufwerk, Windows 2000 |
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Infos |
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[1] Konfigurationsdateien des B 2562: [https://www.linux-magazin.de/pub/listings/magazin/2002/02/Lifebook-B] |





