Aus Linux-Magazin 01/2002

Der Monat auf Linux-Community.de

Die Linux New Media AG – Herausgeberin des Linux-Magazins – betreibt im Internet die Diskussions- und News-Plattform www.linux-community.de. Wir werfen einen Blick auf die dort kontrovers diskutierten Ereignisse der letzten Wochen.

Umgangsformen sind immer ein aktuelles Thema im Internet. Einige Zeitgenossen nutzen die scheinbare Anonymität, um sich kräftig im Ton zu vergreifen. Constantin Lemke hat die zum Teil rüde geführte Diskussion um eine neu vorgestellte Webseite zum Anlass genommen, um Kritik zu üben: “Wenn man sich einige Antworten auf Fragen ansieht oder als konkretes Beispiel die Reaktionen auf die Reklame für Kgeneration.de, fragt man sich, ob es für Arroganz auch Punkte auf Linux-community.de gibt.” [www.linux-community/Neues/story?storyid=2258]

Mehr Rücksicht

Die Forderung nach mehr Rücksicht auf neue, unerfahrene User ist zweischneidig: Sven Anders sagt: “Ich fühle mich als Linux-Experte (zumindest an einigen Stellen) und muss sagen, dass ich ein etwas anderes Ziel habe, wenn ich Newbies helfe: Ich möchte vor allen Dingen Hilfe zur Selbsthilfe geben.”

Dem entgegnet Frank Brodbeck: “Wo bleibt die Kommunikation, wenn jeder selbst nachlesen soll? Jeder sitzt zu Hause und ist für sich allein. Kein verbindendes Element und ich behaupte, dass jeder in der Lage ist, sich selbst zu informieren. Ich jedenfalls habe es lieber, mich mit jemandem zu unterhalten und auch in der Unterhaltung Fragen stellen zu dürfen. Ihr hättet bestimmt alle blöd geschaut, wenn eure Lehrer damals in der Schule auf eure Fragen mit RTFM geantwortet hätten, und es heißt nicht umsonst, dass es keine dummen Fragen gibt – nur dumme Antworten.”

Eine deutlich ablehnende Haltung vertritt Max Werner: “Viele Fragen, die in Foren und Newsgroups gestellt werden, sind FAQs und über eine Suche bei Google zu Tausenden zu finden (inklusive der Antworten). Auf solche Fragen kann ich nicht mehr sehr freundlich antworten.”

Gleichzeitig entspringt aber auch eine Diskussion über die freie Meinungsäußerung, die nach Meinung vieler Community-Mitglieder ein hohes Gut ist. “Kann man sich überhaupt kritisch in diesem Forum äußern”, fragt Max Werner im gleichen Atemzug. Und bekommt als Antwort ein klares Ja. “Natürlich darfst du deine Meinung sagen. Auch in unhöflichen Worten. Aber vielleicht solltest du dran denken, dass dieses Forum öffentlich ist und deine Postings somit zu deinem Aushängeschild werden.”

Neulinge mit undifferenzierter, unkonstruktiver Kritik in die Flucht schlagen ist nicht im Sinne der meisten Community-Members. “Wo bleibt der Gemeinschaftssinn (Community)?”, fragt Murphy. Und Johnny Graber fügt hinzu: “Du darfst deine Meinung frei äußern. Wir dürfen dich ebenso frei bewerten!”

Im Verlauf der Diskussion beruhigen sich die Gemüter; es zeigt sich aber, wie wichtig die richtigen Umgangsformen sowohl für die Neueinsteiger als auch für erfahrene Unix-/Linux-Experten sind. Im Zusammenhang mit den Fragen sei an dieser Stelle nochmals auf eine ausgezeichnete Sammlung von Fragen und Antworten zum Thema Linux verwiesen: [www.dcoul.de/faq/html/]. Wer hier fündig wird, erspart sich vielleicht den einen oder anderen Rempler auf der Community.

Bits und Bytes

Kurz möchten wir auf den Thread verweisen, der Anstoß zu einer ausführlichen Recherche von Oliver Kluge, Hardware-Chef von Linux New Media, führte. Es war ein Kommentar von Markus Walser [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=2354]. Lesen Sie die ganze Geschichte auf Seite 47 unter dem Titel “Bitte ein kibibyte”. Die Story selbst berichtet von einem Patch, mit dem auf IDE-Platten Petabyte-große Dateien gespeichert werden können.

Abbildung 1: In der Mitte der Startseite lockert das Schlaglicht seit neustem die textlastige Seite auf.

Abbildung 1: In der Mitte der Startseite lockert das Schlaglicht seit neustem die textlastige Seite auf.

Swap-Probleme bei SuSE

Ausgangspunkt dieser Diskussion ist eine Frage von Thomas Harms, der sich über massives Swapping seiner neuen SuSE-Distribution gewundert hat. [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=2370] Zahlreich Mitglieder wussten auf Anhieb Rat: Cron-Jobs kontrollieren, Swap vergrößern (unter Umständen durch ein Swapfile). Frerk Meyer verweist auf den Update-Prozess, der die Datenbank mit den Speicherorten aller Dateien auf den neuesten Stand bringt und der häufig kurz nach dem Systemstart aktiviert wird.

JH-Online berichtet von den Verbesserungen nach einem Update des Kernels: “Die Hauptspeicher-Verwaltungs-Probleme von 2.4.9 sollten inzwischen allgemein bekannt sein. Der Umstieg auf 2.4.10 hat bei mir für ein sofortiges Ende der Swap-Orgien gesorgt.” Aber Vorsicht, ein Update ist nicht trivial.

Thomas Harms berichtet, dass er auf der Kernel-Mailing-Liste und in den Changelogs eine Hinweis darauf gefunden hat, dass die Größe des Swaps nach wie vor doppelt so groß sein sollte, wie der Arbeitsspeicher. Der Thread biete neben diesem Informationen rund um das Swapping interessante Hinweise zum Umgang mit der parallelen Installation mehrerer Kernel.

Linux im Bundestag

Christian Stamitz hat bereits vor einiger Zeit einen Beitrag zu der Debatte um die IT-Strategie des Bundestages gepostet [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=2424]. Dieser Beitrag befasst sich mit den Argumenten des SPD-Abgeordneten Ulrich Kelber. Der spricht sich zwar oberflächlich für eine “ideologiefreie Debatte aus, arbeitet aber gleichzeitig für eine IT-Firma, die überwiegend Microsoft-Lösungen implementiert (siehe dazu auch “Zahlen & Trends” auf Seite 16 in diesem Heft).

“Sehen Sie, Herr Kelber, ich habe selbst kein ,Gutachten`, das ich Ihnen vorlegen könnte, um meine (,ideologisch` begründeten) angenommenen versteckten Kosten aller MS-Lösungen nachzuweisen … Aber ich geriere mich wenigstens nicht als angeblich ,ideologiefrei` und laufe dadurch nicht Gefahr, am Ende als reiner Dampfplauderer dazustehen …”, antwortet ihm darauf Kurt Pfeifle, der seinen Beitrag auf der Community auch im Forum des Abgeordneten selbst gepostet hat.

Schon seit einiger Zeit läuft ein Feldversuch im Bundestag, der klären soll, welche Architektur wohl am besten für den Einsatz im Alltag der Abgeordneten geeignet ist.

Transmeta-Talfahrt?

Harald Milz hat sich über die Zukunft von Transmeta und deren Crusoe-Prozessor Gedanken gemacht und so eine Diskussion über die Zukunft der Firma angestoßen. [www.linux-community.de/Neues/story?storyid=2353]

Murphy bedauert: “Schade, das Crusoe-Konzept hört sich wirklich viel versprechend an und die technische Umsetzung scheint auch zu funktionieren. Wieder so ein Beispiel für revolutionäre Technik, die von der etablierten, übermächtigen Konkurrenz niedergehalten wird, zum Wohle von deren Verkaufszahlen?” Gemeint sind mit dieser Konkurrenz vor allem Intel und AMD, die sich als etablierte Hersteller in ihrem Revier bedroht sahen. Tatsache ist aber, dass es bis auf weiteres kein Crusoe-Notebook von Siemens in Europa geben wird (siehe Linux-Magazin 12/01, S. 14).

Redesign

Nach den umfangreichen Umbauten auf der Startseite im Zuge der Einführung der Advisories äußerten einige Kritik an der Gestaltung, die zu textlastig sei und einige Features vermissen ließ. Die Kritik wurde aufgenommen und am Design nach wie vor gefeilt. So stellen zum Beispiel wieder Balken die Aktivität der Top-Ten-Geschichten dar.

Ebenfalls neu ist das Schlaglicht. Hier steht jeweils eine Geschichte, auf die die Aufmerksamkeit des Lesers gelenkt werden soll, die aber nicht unbedingt eine tiefer gehende Diskussion erfordert (sie jedoch genauso haben kann).

Weitere Projekte sind in Planung und werden in den kommenden Wochen schrittweise umgesetzt.

 

Kurz notiert

Ext3 im offiziellen Kernel-Tree: [www.linux-community.de/Neues/story? storyid=2369]

XP-Werbung gehackt: [www.linux-community.de/Neues/story? storyid=2414]

Initiative gegründet, Linux-User im Bereich der Kirchen: [www.linux-community.de/Neues/story? storyid=2368]

Softwarepatente – ist dem zu begegnen?: [www.linux-community.de/Neues/story? storyid=2367]

Vegastrike – freier 3D-Raumkampfsimulator: [www.linux-community.de/Neues/story? storyid=2376]

 

Informationen zur Benutzung

Seit Anfang November gibt es ein neues Feature auf der Community, das die Eingabe von Kommentaren weiter vereinfacht. Neben der Preview kann nun jeder HTML zur Formatierung seiner Texte benutzen. Alternativ ist es möglich, den Kommentar als Plaintext einzugeben.

Texte, die als HTML eingegeben werden, dürfen nur bestimmte Tags enthalten. Welche das genau sind, steht in der Community-Howto, die auf der Startseite unter dem Link »Howto« zu finden ist.

Durch einen Auswahlschalter kann festgelegt werden, in welcher Weise der Text behandelt wird: Kommt er als HTML, werden ungültige Tags sichtbar umgewandelt und sollten in einem nächsten Schritt vom Autor gelöscht werden. Im Plaintext-Modus wird eine Leerzeile durch eine Absatzmarke ersetzt (»

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Der Text erscheint zuerst als Preview und kann so nochmals kontrolliert werden. Danach erst gibt es die Möglichkeit, ihn in die Datenbank zu schreiben. Eine Änderung des Textes ist danach für ein Member aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich.

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