
In den Zelten liefen ununterbrochen die Rechner, an denen die Freaks und Geeks sich zu ihren Sessions trafen. (Fotos: Joost de Niet)
Vom 10. bis 12. August verwandelte sich das Gelände der Universität im niederländischen Twente in ein riesiges Freiluft-Rechenzentrum. Computerbegeisterte aus ganz Europa und USA trafen sich zu "Hackers At Large 2001" (HAL).

In den Zelten liefen ununterbrochen die Rechner, an denen die Freaks und Geeks sich zu ihren Sessions trafen. (Fotos: Joost de Niet)
Rund 2800 zahlende Gäste sowie 130 Workshops und Vorträge zählten die Veranstalter am Ende. Für eine gute Vernetzung sorgte ein Uplink von 1 Gigabit. Drei Kilometer Glasfaser und 15 Kilometer UTP-Kabel schlängelten sich durch das Gras. Elf Umsetzer teilten die Bandbreite in 100-Megabit-Netzwerke auf. Aber nicht nur Technik war gefragt: Auch zwei Paletten Jolt Cola waren bereits am Freitagnachmittag ausverkauft.
Nicht nur Linux
Auch wenn auf der HAL vieles unter Linux und anderen Unix-Implementierungen lief, war dies kein expliziter Schwerpunkt des Treffens. Die Thematik der HAL war allgemeiner, es ging auch um politische Themen wie die Einführung der Blackboxes bei niederländischen ISPs. Die ermöglichen den niederländischen Ermittlungsbehörden nämlich den Zugriff auf Internetverbindungen. Das entsprechende Gesetz ist seit April in Kraft und sorgt für Diskussionen.
Ein anderer Vortrag behandelte die möglichen rechtlichen Auswirkungen des TRIPS-Abkommens auf die Entwicklung von Open-Source-Software. Tom Vogt berichtete über die rechtliche Lage von DeCSS. Einige Vorträge behandelten die technischen Möglichkeiten im Umgang mit DDOS-Attacken und weitere Sicherheitsthemen.
Ein Highlight waren die Vorträge von John Gilmore und Hugh Daniel (Free SWAN), die Designparadigmen für Open-Source-Software diskutierten. Hugh Daniel stellte Capability-basierte Systeme wie EROS (Extremely Reliant Operating System, [http://www.eros-os.org]) dem Linux-Unix-Design gegenüber.
Die Vorträge wurden vom Broadcast-Team der HAL aufgenommen und konnten über den Webserver als Videostreams abgerufen werden – ein Service, der einige dazu ermunterte, über das Camp- weite Wireless LAN gleichzeitig mehrere Vorträge zu verfolgen. Nach Ankündigung auf der HAL-Homepage sollen die Streams dort auch bald zum Download bereitstehen.
Das Vortragsprogramm wurde ergänzt durch ein Workshop-Programm, wobei Kurt Seyfried mehrmals eine Einführung in die Absicherung eines Rechners unter Linux anbot. Wer daran teilnahm, konnte im Anschluss daran die gewonnene Sicherheit des eigene Rechners im 24-stündigen “Capture the flag”-Contest überprüfen.
Memorial Session
Eingerahmt wurde das Programm durch die Keynote von Emmanuel Goldstein, der auf der HAL seinen Film “Freedom downtime” über seine Arbeit im Fall Kevin Mitnick präsentierte. Der CCC organisierte eine “Wau Holland Memorial Session”.
Natürlich kam es bei diesem geballten Zusammentreffen von Geeks auf engem Raum zu vielen spontanen Diskussionen, Coding Sessions und LAN-Partys. (agr)






