Aus Linux-Magazin 09/2001

"MySQL" von Michael Kofler

Von vielen sehnsüchtig erwartet ist jetzt das erste deutsche Originalwerk über den MySQL-Datenbankserver erschienen. Das Linux-Magazin stellt die Stärken und Schwächen des Buches vor.

Die beliebteste Datenbank im Internet ist MySQL. Man spricht inzwischen von über 100000 Installationen. Kein Wunder: MySQL ist schnell, preiswert und gut mit dem ebenfalls unter Open-Source-Lizenz stehenden Webserver Apache kombinierbar.

Verständlich daher auch der Wunsch nach deutschsprachiger Originalliteratur dazu, wie Addison-Wesley sie jetzt mit Michael Koflers Buch vorlegt. Kofler – bekannt durch seinen “Linux”-Wälzer – unternimmt es, das Wissen zum inzwischen äußerst Feature-reichen Datenbank-Managementsystem MySQL übersichtlich auszubreiten.

Fundiert und praxisnah

Neben der obligatorischen Installationsanleitung gibt es einen fundierten Theorieteil, mit dem auch SQL-unkundige Leser dank nachvollziehbarer Beispiele ohne große Mühe den Einstieg in die Materie finden. Weiter enthält das Buch Beschreibungen des Zugangs- und Sicherheitssystems von MySQL sowie wichtiger Arbeitsoberflächen und Verwaltungswerkzeuge.

Datenbank- und Web-Entwickler werden sich über den großen Programmierteil freuen, der – wieder mit anschaulichen Beispielen untermauert – die Handhabung der Werkzeuge PHP, Perl und ODBC demonstriert. Administratoren kommen auf ihre Kosten in den Kapiteln 11 und 12, die sich mit der hohen Schule der DBMS-Verwaltung für MySQL befassen. Ein exakt recherchierter Referenzteil (SQL, Tools, PHP-API, Perl-DBI, Fehlermeldungen) rundet das Werk ab.

Einführung und Referenz mit Online-Anhang

Statt der sonst üblichen Buch-CD stellt der Autor eine gut strukturierte Website bereit. Das hat zwar den Vorteil der Aktualität, aber für den Benutzer entstehen zusätzliche (Online-)Kosten. Der eine oder andere Link hält auch nicht ganz, was er verspricht. Doch wer selbst schon mal eine Linksammlung verwaltet hat, weiß, welche Sisyphusarbeit das ist, und wird kleine Pannen nachsehen.

Fast perfekt mit kleinen Macken

Ebenso steht es um einige verzeihliche Fehler im Text und den angeführten Beispielen, die sich durch eigenes Probieren mühelos enttarnen lassen und nicht groß ins Gewicht fallen.

Eine der Stärken des Buchs ist auch die größte Schwäche: Außer der Linux- behandelt das Werk auch die Windows-Variante der MySQL-Software, worunter die Übersichtlichkeit des Ganzen etwas leidet, da entsprechende Textpassagen vermischt auftreten. Die wichtigste Aussage dieses Teils ist, dass man aus verschiedensten Gründen MySQL unter Windows lieber nicht verwendet.

Und weil wir gerade beim Meckern sind: Zwar beschreibt der Autor im Zusammenhang mit PhpMyAdmin knapp und präzise die unbedingt notwendige sichere Authentifizierung mittels Webserver, vergisst aber zu erwähnen, dass dafür eine speziell kompilierte Form von Apache erforderlich ist. Keine der traditionell ausgelieferten Binärdistributionen des Webservers stellt nämlich die Variable $REMOTE_PASSWORD zur Verfügung, ohne die die advanced Authentication von PhpMyAdmin nicht funktioniert.

Sonst entspricht Koflers Buch ganz und gar dem, was die geneigte Leserschar von ihm erwarten darf. Web-Entwickler und Administratoren von MySQL-Servern, die es griffbereit haben, sparen eine Menge Arbeit. ( uwo)n

Infos

Michael Kofler: MySQL,Einführung, Programmierung, Referenz;Addison-Wesley, München 2001; 624 Seiten, 99,90 Mark;ISBN 3-8273-1762-2

Der Autor

Dr. Bernhard Röhrig verfasst Fachartikel und Bücher zu Linux/Unix und Datenbanken. Er ist im Internet unter http:// www.roehrig.com/ zu erreichen. Dort erfahren Sie auch, was ihn neben dem Schreiben sonst noch umtreibt.

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